PV-Anlage auf Denkmälern in Dresden: SPD fordert Anpassung bis 2025
Die SPD-Fraktion im Dresdner Stadtrat fordert eine Anpassung der Denkmalschutzvorgaben, um den Ausbau von Photovoltaikanlagen (PV) in der Stadt deutlich zu beschleunigen. Ein zentraler Vorstoß sieht vor, ab 2025 die Installation von PV-Anlagen auch auf denkmalgeschützten Gebäuden grundlegend zu erleichtern. Richard Kaniewski, Stadtratskandidat der SPD, bezeichnete diesen Schritt als unerlässlich, um die Klimaziele zu erreichen und den Energiebedarf der Stadt nachhaltig zu decken.
In Dresden sind derzeit rund 1.200 Gebäude als Denkmäler klassifiziert. Die strengen Auflagen erschweren oder verhindern bislang häufig die Installation von Solarmodulen auf diesen Dächern. Kaniewski wies darauf hin, dass Dresden beim Solarausbau im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten Nachholbedarf habe. Trotz des erheblichen Potenzials sind aktuell nur rund 3.000 PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 78 Megawatt installiert. Städte wie Leipzig oder Chemnitz sind hier bereits deutlich weiter.
Um den Ausbau voranzutreiben, fordert die SPD-Fraktion daher nicht nur eine Lockerung der Denkmalschutzbestimmungen, sondern auch gezielte finanzielle Anreize für private Haushalte und Unternehmen. Solche Maßnahmen sollen die Investition in Solarenergie attraktiver machen. Während Photovoltaik bei Denkmalschutz in der Regel von der Solarpflicht ausgenommen ist, soll eine pragmatischere Genehmigungspraxis die freiwillige Installation fördern.
SPD Dresden: 2025 Solarenergie für 100.000 Haushalte durch PV-Anlagen
Das formulierte Ziel der SPD Dresden ist ambitioniert: Bis zum Jahr 2025 soll die installierte Solarleistung auf 500 Megawatt ansteigen. Diese Menge an erzeugter Energie würde rechnerisch ausreichen, um den Strombedarf von rund 100.000 Haushalten zu decken. Laut Kaniewski ist dieser massive Ausbau notwendig, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und die Klimaschutzziele der Stadt zu erfüllen.
Die Forderung nach einer Anpassung des Denkmalschutzes stößt auf ein geteiltes Echo. Während Energieexperten und Umweltverbände die Initiative als wichtigen Schritt für die Energiewende begrüßen, äußern Denkmalschützer Bedenken hinsichtlich des Schutzes des historischen Stadtbildes. Die SPD betont jedoch, dass Klimaschutz und Denkmalschutz vereinbar seien. Als positives Beispiel wird die kürzlich installierte PV-Anlage auf dem Dach des Dresdner Rathauses angeführt, die beweist, dass eine unauffällige Montage möglich ist. Der Schlüssel liegt in einer sorgfältigen Planung, bei der Solarmodule auf von der Straße nicht einsehbaren Dachflächen, auf Innenhöfen oder modernen Anbauten platziert werden. Moderne Technologien ermöglichen zudem eine Solaranlage auf dem Denkmalschutz-Haus, die sich ästhetisch ins Gesamtbild einfügt.
Der Vorstoß ist Teil einer umfassenderen städtischen Strategie, die neben Photovoltaik auch den Ausbau von Windenergie und die Steigerung der Energieeffizienz in Gebäuden vorsieht.
Denkmalschutz Dresden: Bürokratieabbau für PV-Anlagen und vereinfachte Genehmigungen
Ein weiterer zentraler Punkt der SPD-Forderung ist die Vereinfachung der Genehmigungsverfahren. Aktuell seien die bürokratischen Hürden für den Bau von Solaranlagen in der Stadt zu hoch, was viele potenzielle Investoren abschrecke. Dies betrifft nicht nur große Dachanlagen, sondern auch kleine Lösungen für Mieter und Wohnungseigentümer. Selbst Balkonkraftwerke ohne Speicher können bei denkmalgeschützten Fassaden genehmigungspflichtig sein.
Kaniewski betonte, dass die Stadtverwaltung hier dringend handeln müsse. Eine frühzeitige und transparente Kommunikation mit den Denkmalschutzbehörden ist entscheidend, um zu klären, welche Auflagen für Photovoltaik bei Denkmalschutz gelten und wie die Genehmigung erteilt wird. Auf Bundesebene wurde mit der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) bereits festgelegt, dass der Ausbau erneuerbarer Energien im „überragenden öffentlichen Interesse“ liegt. Diese rechtliche Grundlage soll künftig auch auf kommunaler Ebene die Abwägung zugunsten der Solarenergie erleichtern und den Weg ebnen, damit die Photovoltaik & Denkmalschutz Genehmigung einfacher gelingt.
SPD Dresden: Förderung der Solarenergie für Klimaschutz und Wirtschaftswachstum
Die SPD-Fraktion sieht im forcierten Solarausbau nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch eine erhebliche Chance für die lokale Wirtschaft. Der Bau und die Wartung von PV-Anlagen schaffen Arbeitsplätze für Handwerksbetriebe und stärken die regionale Wertschöpfung. Wenn private Haushalte und Unternehmen in Solartechnologie investieren, profitieren auch lokale Anbieter von der steigenden Nachfrage nach Produkten wie kompletten PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets.
Die Vorschläge der SPD werden nun im Dresdner Stadtrat diskutiert. Die Debatte wird zeigen, ob eine Mehrheit der Fraktionen den Kurs unterstützt und wie die Stadtverwaltung die Forderungen umsetzen wird. Unstrittig ist jedoch der Handlungsbedarf, damit Dresden seine Klimaziele erreichen und die Energiewende aktiv mitgestalten kann. Die Initiative zeigt, dass die Stadt bereit ist, neue Wege zu beschreiten, um eine führende Rolle im Klimaschutz einzunehmen und dabei auf die Kraft der Sonne zu setzen.







