Ab dem 1. Januar 2025 treten in Berlin neue Regelungen in Kraft, die die Installation und den Betrieb von Balkonkraftwerken erleichtern. Entgegen erster Annahmen handelt es sich dabei nicht um eine landesspezifische Erhöhung der Einspeiseleistung auf 2.000 Watt, sondern um die Angleichung an die bundesweit geltenden Bestimmungen des Solarpakets I. Ziel ist es, die Nutzung von Solarenergie in der Hauptstadt für Mieter und Eigentümer weiter zu vereinfachen und zu fördern.
Balkonkraftwerk Berlin: 2000 Watt Leistung ab 2025 erlaubt
Eine zentrale Neuerung, die oft zu Missverständnissen führt, betrifft die Leistungsgrenzen von Mini-Solaranlagen. Die bundesweite Gesetzgebung, die auch in Berlin die Grundlage bildet, unterscheidet zwischen der Leistung der Solarmodule und der Einspeiseleistung des Wechselrichters.
- 2.000 Watt Modulleistung: Ab sofort dürfen an ein Balkonkraftwerk Solarmodule mit einer Gesamtleistung von bis zu 2.000 Watt-Peak (Wp) angeschlossen werden. Diese großzügigere Dimensionierung ermöglicht eine konstantere Stromerzeugung, insbesondere in den Morgen- und Abendstunden sowie bei bewölktem Himmel.
- 800 Watt Einspeiseleistung: Die maximale Leistung, die der Wechselrichter in das Hausnetz einspeisen darf, wurde von 600 auf 800 Watt angehoben. Diese 800-Watt-Grenze ist der entscheidende Wert für die Klassifizierung als vereinfachtes Balkonkraftwerk. Betreiber von Bestandsanlagen können prüfen, ob sie ihr System von 600W auf 800W aufrüsten können, um von der höheren Ausbeute zu profitieren.
Die Anpassung im Berliner „Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung“ (ASOG) dient somit der Harmonisierung mit dem Bundesrecht und schafft rechtliche Klarheit für die Anwender. Wer mehr als 2.000 Watt Modulleistung installieren möchte, kann darüber nachdenken, mehrere Balkonkraftwerke zu betreiben, muss dabei aber die geltenden Anmelderegeln für jeden einzelnen Stromkreis beachten.
Balkonkraftwerk Installation und Anmeldung leicht gemacht
Parallel zur Anhebung der Leistungsgrenzen wurde der bürokratische Aufwand für die Inbetriebnahme deutlich reduziert. Diese Vereinfachungen sind ein wesentlicher Bestandteil der neuen Regelungen und sollen Hemmnisse für die Installation abbauen.
Die Beauftragung eines konzessionierten Elektrofachbetriebs für den Anschluss ist nicht mehr zwingend erforderlich. Der Anschluss kann nun sicher und unkompliziert durch den Nutzer selbst über eine haushaltsübliche Schutzkontaktsteckdose (Schuko-Stecker) erfolgen, sofern die Anlage den technischen Normen entspricht.
Auch das Anmeldeverfahren wurde gestrafft. Die bisher notwendige doppelte Anmeldung beim Netzbetreiber und bei der Bundesnetzagentur entfällt. Stattdessen genügt eine einzige, vereinfachte Registrierung im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur. Wie Sie Ihr Balkonkraftwerk anmelden 2025, ist in wenigen Schritten erledigt und sorgt für einen legalen Betrieb. Der Netzbetreiber wird anschließend automatisch über die neue Anlage informiert.
Förderung und Wirtschaftlichkeit von Balkonkraftwerken in Berlin
Um die Energiewende in der Stadt weiter voranzutreiben, unterstützt Berlin die Anschaffung von Balkonkraftwerken zusätzlich mit finanziellen Mitteln. Im Rahmen des Förderprogramms „SolarPLUS“ können Mieter und Eigentümer mit Erstwohnsitz in Berlin einen Zuschuss von bis zu 500 Euro für die Anschaffung einer steckerfertigen Solaranlage beantragen.
Diese Förderung macht die Investition besonders attraktiv und verkürzt die Amortisationszeit erheblich. Durch die direkte Nutzung des selbst erzeugten Stroms sinkt die Stromrechnung spürbar, was die Abhängigkeit von steigenden Energiepreisen reduziert. Um den Eigenverbrauch weiter zu maximieren, können Balkonkraftwerke mit Speicher eine sinnvolle Ergänzung sein. Diese speichern überschüssigen Solarstrom für die Nutzung am Abend oder in der Nacht. Es sind jedoch auch zahlreiche effiziente Balkonkraftwerke ohne Speicher verfügbar, die eine unkomplizierte und kostengünstige Lösung darstellen.
Die neuen Regelungen ab dem 1. Januar 2025 schaffen zusammen mit den lokalen Förderungen in Berlin einen idealen Rahmen, um mehr Menschen den Zugang zu sauberer und selbst erzeugter Energie zu ermöglichen und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.







