Agri-Photovoltaik Forschungsanlage im Weinbau startet in Baden-Württemberg
Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat eine innovative Forschungsanlage für Agri-Photovoltaik in Betrieb genommen. Das Projekt untersucht die Synergien zwischen dem Anbau von Weintrauben und der Erzeugung von Solarstrom auf derselben landwirtschaftlichen Fläche und ist Teil einer größeren Forschungsoffensive in Baden-Württemberg.
Agri-Photovoltaik: Kombination von Landwirtschaft und Solarstrom
In Anwesenheit von Vertretern des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg wurde im September die neue Forschungsanlage des Fraunhofer ISE offiziell gestartet. Sie soll praxisnahe Daten darüber liefern, wie sich der Weinbau unter teilweiser Beschattung durch Solarmodule entwickelt. Das Konzept der Agri-Photovoltaik (Agri-PV) ermöglicht eine doppelte Flächennutzung: Landwirte können weiterhin ihre Erzeugnisse anbauen und gleichzeitig sauberen Strom produzieren.
Laut einer Mitteilung des Fraunhofer ISE kann dieser Ansatz die Produktivität landwirtschaftlicher Flächen erheblich steigern und einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten. Das Projekt ist nicht das einzige seiner Art in der Region. An der Universität Hohenheim wurde ebenfalls eine bis zu zehn Meter hohe Testanlage eingeweiht, die Stromerzeugung und Ackerbau kombiniert. Zudem ist innerhalb der „Modellregion Agri-Photovoltaik Baden-Württemberg“ eine weitere Forschungsanlage für den Beerenanbau mit geschlossenem Wasserkreislauf geplant.
Potenzialstudie zur Agri-Photovoltaik in Baden-Württemberg
Grundlage für die verstärkten Forschungsaktivitäten ist eine Potenzialstudie, die das Fraunhofer ISE im Auftrag des baden-württembergischen Umweltministeriums durchgeführt hat. Die Studie belegt, dass die landwirtschaftlich genutzten Flächen im Bundesland ein hohes Potenzial für die Integration von PV-Technologien aufweisen. Damit gehört das Bundesland zu den Vorreitern in Deutschland, wie auch aktuelle Baden-Württemberg Solar News zeigen. Im Vergleich zu anderen Bundesländern wie Bayern, das ebenfalls stark auf Solarenergie setzt, zeichnet sich Baden-Württemberg durch eine intensive Forschungsförderung im Bereich Agri-PV aus.
Die neue Anlage im Weinbau wird nun entscheidende Daten zur Wechselwirkung zwischen den Solarmodulen und der Pflanzenentwicklung liefern. Untersucht werden unter anderem der landwirtschaftliche Ertrag, die Qualität der Trauben und der Schutz der Reben vor Wetterextremen wie Hagel oder starker Sonneneinstrahlung. Diese Erkenntnisse sind essenziell, um das Potenzial der Agri-PV für die Landwirtschaft voll auszuschöpfen.
Ziele und Vorteile der Agri-Photovoltaik
Die Nutzung von Agri-Photovoltaik bietet Landwirten und der Gesellschaft zahlreiche Vorteile. Die doppelte Flächennutzung löst den Konflikt zwischen Energieerzeugung und Nahrungsmittelproduktion auf. Für landwirtschaftliche Betriebe kann die Stromerzeugung eine zusätzliche, stabile Einnahmequelle darstellen und so die wirtschaftliche Rentabilität steigern. Gleichzeitig kann die Beschattung durch die Module die Pflanzen vor Trockenheit und Hitzestress schützen – ein zunehmend wichtiger Faktor im Klimawandel.
Während großflächige Projekte wie die Agri-PV für die Energiewende unerlässlich sind, können auch private Haushalte einen wichtigen Beitrag leisten. Für Hausbesitzer bieten sich komplette PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets an, um den Eigenverbrauch zu maximieren. Mieter und Wohnungseigentümer haben die Möglichkeit, mit kompakten Balkonkraftwerken ohne Speicher oder fortschrittlicheren Modellen mit Speicher an der Energiewende teilzuhaben.
Die Inbetriebnahme der Forschungsanlage in Baden-Württemberg ist somit ein bedeutender Schritt zur Förderung nachhaltiger Energie- und Landwirtschaftspraktiken. Die Ergebnisse werden dazu beitragen, die Technologie weiterzuentwickeln und ihre Anwendung in der Praxis zu optimieren.







