Das Land Niedersachsen investiert in die Zukunft der Energie- und Landwirtschaft: Das Projekt „Agri-PV-Anlage Dörverden“ wird mit 400.000 Euro gefördert. Die Mittel fließen in den Bau einer innovativen Solaranlage, die es ermöglicht, Ackerflächen gleichzeitig für die landwirtschaftliche Nutzung und die Erzeugung von Solarstrom zu verwenden.
Agri-PV Förderung in Niedersachsen: Modellprojekt Dörverden
Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz stellt eine Fördersumme von 400.000 Euro für das Modellprojekt „Agri-PV-Anlage Dörverden“ bereit. Ziel ist die Errichtung einer Solaranlage, die die Doppelnutzung von Agrarflächen für den Anbau von Nutzpflanzen und die Gewinnung von Ökostrom demonstriert.
Das Vorhaben wird von der Kleeberg Solar GmbH & Co. KG in Kooperation mit der Agrarservice Wesermarsch GmbH & Co. KG realisiert. Die Partner bündeln ihre Expertise aus den Bereichen erneuerbare Energien und Landwirtschaft, um das Projekt erfolgreich umzusetzen.
Auf einer rund fünf Hektar großen Ackerfläche in der Gemeinde Dörverden werden die Solarmodule in einer Höhe von zwei Metern installiert. Diese Bauweise stellt sicher, dass landwirtschaftliche Maschinen den Boden darunter weiterhin bewirtschaften können. Geplant ist der Anbau verschiedener Nutzpflanzen, um die Synergien und Auswirkungen der teilweisen Beschattung wissenschaftlich zu untersuchen. Der erzeugte Solarstrom soll in das öffentliche Netz eingespeist werden und rechnerisch den Jahresbedarf von etwa 2.000 Haushalten decken. Dieses Projekt ist ein bemerkenswertes Beispiel für die aktuelle Entwicklung der Solarenergie in Niedersachsen.
Agri-PV Dörverden: Landwirtschaft und erneuerbare Energien vereint
Das Projekt basiert auf dem Konzept der Agri-Photovoltaik (Agri-PV), das eine Antwort auf die zunehmende Flächenkonkurrenz zwischen Landwirtschaft und dem Ausbau erneuerbarer Energien bietet. Durch die vertikale Kombination von Lebensmittelproduktion und Stromerzeugung wird die Flächeneffizienz erheblich gesteigert. Die Solarmodule können zudem positive Nebeneffekte haben, wie den Schutz der Kulturen vor extremen Wetterereignissen wie Hagel oder Starkregen und eine Reduzierung der Wasserverdunstung bei starker Sonneneinstrahlung.
Die Förderung für die Anlage in Dörverden stammt aus dem Landesprogramm „Klimaschutz durch Erneuerbare Energien“, das gezielt innovative Projekte zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen unterstützt.
Während solche Großprojekte für die Energiewende auf nationaler Ebene entscheidend sind, gewinnt das Prinzip der dezentralen Energieerzeugung auch in privaten Haushalten an Bedeutung. Für Hausbesitzer bieten komplette PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets eine Möglichkeit, einen hohen Grad an Energieautarkie zu erreichen. Auch Mieter können sich aktiv an der Energiewende beteiligen, indem sie beispielsweise ein Balkonkraftwerk ohne Speicher zur Senkung ihrer Stromrechnung nutzen oder auf fortschrittlichere Balkonkraftwerke mit Speicher setzen.
Agri-PV in Niedersachsen: Beitrag zu Umweltschutz und Klimaneutralität
Das Projekt in Dörverden ist ein Baustein der Klimaschutzstrategie des Landes Niedersachsen, die den massiven Ausbau erneuerbarer Energien vorsieht. Die Agri-PV-Technologie gilt als vielversprechende Lösung, um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen, ohne wertvolle landwirtschaftliche Flächen vollständig zu versiegeln.
Die Inbetriebnahme der Anlage ist für 2024 geplant. Eine wissenschaftliche Begleitung soll detaillierte Erkenntnisse über die Auswirkungen der Anlage auf die Ernteerträge, die Bodenqualität und die lokale Biodiversität liefern. Diese Daten werden entscheidend sein, um das Potenzial der Agri-PV für weitere Standorte in Deutschland zu bewerten.
Das Vorhaben in Dörverden zeigt exemplarisch, wie eine nachhaltige Zukunft gestaltet werden kann, in der Landwirtschaft und Energieerzeugung nicht mehr in Konkurrenz zueinander stehen. Es ist ein wichtiger Schritt hin zu einer klimaneutralen Energieversorgung und einer ressourcenschonenden Landnutzung.







