Solmotion baut Agri PV Anlagen mit 15 MWp in Süddeutschland
Das Photovoltaik-Unternehmen Solmotion hat mit dem Bau von drei Agri-Photovoltaik-Projekten in Süddeutschland begonnen. Die Anlagen in den Regionen Böhringen, Bad Waldsee und Kißlegg werden eine Gesamtleistung von mehr als 15 Megawattpeak (MWp) aufweisen. Der offizielle Spatenstich für das erste Projekt in Bad Waldsee erfolgte bereits Mitte November 2025, die weiteren Baustarts sollen bis Anfang Dezember folgen.
Agri PV Anlage: Energie und Landwirtschaft im Einklang
Die Projekte basieren auf dem Prinzip der Agri-Photovoltaik (Agri-PV), das die Erzeugung von Solarenergie mit landwirtschaftlicher Nutzung auf derselben Fläche kombiniert. Die Anlagen werden auf brachliegenden Flächen errichtet und sollen zu deren ökologischer Aufwertung beitragen. Unter den Solarmodulen sind landwirtschaftliche Aktivitäten wie Beweidung und Imkerei geplant, um eine nachhaltige Doppelnutzung zu gewährleisten.
Technologisch setzt Solmotion auf nachgeführte Systeme eines regionalen Herstellers, die mit bifazialen Glas-Glas-Modulen ausgestattet sind. Diese Module können Sonnenlicht von beiden Seiten aufnehmen und steigern so den Energieertrag. Die beweglichen Tracker-Systeme ermöglichen zudem eine optimale Anpassung an landwirtschaftliche Prozesse und können im Winter Schnee abwerfen. Allein die Anlage in Böhringen soll mit über 7.200 Modulen eine Leistung von rund 4,6 MWp erreichen und jährlich circa 5.836 Megawattstunden Strom ins Netz einspeisen.
Zuschlag für innovative PV Anlage gesichert
Eines der Projekte hat in der jüngsten bundesweiten Ausschreibung der Bundesnetzagentur für innovative Photovoltaik-Anlagen einen Zuschlag erhalten. In dieser Ausschreibungsrunde wurden insgesamt 57 Projekte mit einer Gesamtleistung von 493 MWp bezuschlagt, wobei der durchschnittliche Zuschlagswert bei 8,49 Cent pro Kilowattstunde lag.
Um die Wirtschaftlichkeit trotz politischer und beihilferechtlicher Hürden zu sichern, kombiniert Solmotion die Stromerzeugung mit innovativen Vermarktungsstrategien und dem Einsatz von Batteriespeichersystemen. Dieser Ansatz, Energieerzeugung und Speicherung zu koppeln, gewinnt auch im privaten Sektor an Bedeutung. Für Hausbesitzer gibt es zunehmend PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets, die eine hohe Autarkie vom öffentlichen Stromnetz ermöglichen.
Agri-PV: Ein zukunftsweisendes Modell mit Förderung?
Die Agri-Photovoltaik gilt als Schlüsseltechnologie für die Energiewende, da sie den Konflikt um Flächen zwischen Landwirtschaft und Energieerzeugung entschärft. Insbesondere in Baden-Württemberg, dem Standort der neuen Solmotion-Projekte, wird die Forschung stark vorangetrieben. Initiativen wie eine neue Agri-Photovoltaik Forschungsanlage und das Forschungszentrum an der Universität Hohenheim unterstreichen die Bedeutung der Region.
Der Trend zur doppelten Flächennutzung ist jedoch nicht auf den Südwesten beschränkt. Auch andere Bundesländer erkennen das Potenzial: So wird beispielsweise in Rheinland-Pfalz 2025 ein Modellprojekt gestartet, und auch Nordrhein-Westfalen fördert gezielt den Ausbau von Agri-PV.
Während Großprojekte wie die von Solmotion die Energiewende im großen Stil voranbringen, können auch Privatpersonen einen Beitrag leisten. Für Mieter und Eigentümer bieten sich kompakte Balkonkraftwerke ohne Speicher an, um die eigenen Stromkosten zu senken. Für eine noch effektivere Nutzung des selbst erzeugten Stroms sind inzwischen auch Balkonkraftwerke mit Speicher verfügbar.







