Agri-Photovoltaik: Förderung für zukunftsweisendes Projekt in Dörverden, Niedersachsen

Agri-Photovoltaik Förderung in Niedersachsen: Projekt in Dörverden

Das Land Niedersachsen investiert 400.000 Euro in ein Forschungsprojekt zur Agri-Photovoltaik (Agri-PV) in Dörverden. Die Anlage soll die kombinierte Nutzung von Ackerflächen für die Landwirtschaft und die Erzeugung von Solarenergie erproben. Das Besondere an dem Vorhaben ist der Einsatz vertikal aufgestellter Solarmodule, die eine effiziente Doppelnutzung des Bodens ermöglichen.

Start des Forschungsprojekts zur Agri-PV Flächennutzung in Dörverden

Stefan Wenzel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, übergab am Freitag, den 21. Juni 2024, den Förderbescheid für das innovative Vorhaben. Ziel des Projekts ist es, die praktische Machbarkeit und die wirtschaftliche Rentabilität der Agri-Photovoltaik unter realen Bedingungen zu untersuchen. Bei dem Vorhaben in Dörverden handelt es sich um ein zukunftsweisendes Pilotprojekt für vertikale Agri-PV-Anlagen in Niedersachsen, das als Vorbild für zukünftige Installationen dienen könnte.

Das Projekt wird von der Biogas Düshorn GmbH & Co. KG betrieben und von der Fachhochschule Kiel wissenschaftlich begleitet. Die erzeugte Solarenergie soll primär für den Betrieb der benachbarten Biogasanlage genutzt werden, was die Sektorenkopplung vor Ort stärkt. Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer betonte, dass diese Technologie einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und zur Zukunft der Landwirtschaft leiste, indem sie den Flächenkonflikt zwischen Energieerzeugung und Nahrungsmittelproduktion entschärft.

Innovative Modultechnik für Agri-Photovoltaik in Dörverden

Die Anlage in Dörverden zeichnet sich durch eine besondere technische Konzeption aus. Statt die Module wie bei klassischen Freiflächenanlagen flach aufzuständern, werden sie vertikal installiert. Diese Bauweise ermöglicht es, dass landwirtschaftliche Maschinen wie Mähdrescher oder Traktoren problemlos zwischen den Modulreihen operieren können.

Zusätzlich sind die Module mit einem Nachführsystem ausgestattet, das ihre Ausrichtung dem Sonnenverlauf anpasst. Dies maximiert nicht nur den Energieertrag, sondern erlaubt auch eine flexible Anpassung an die Bedürfnisse der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung. Die Module können bei Bedarf so gedreht oder geneigt werden, dass sie die Feldarbeit nicht behindern. Diese Flexibilität ist ein entscheidender Vorteil gegenüber starren Systemen und macht die Technologie für verschiedene landwirtschaftliche Betriebsmodelle attraktiv.

Niedersachsen: Politische Unterstützung für Agri-Photovoltaik Ausbau

Staatssekretär Wenzel hob die Bedeutung der Agri-Photovoltaik für den Ausbau erneuerbarer Energien hervor. „Agri-Photovoltaik bietet eine hervorragende Möglichkeit, die Erzeugung erneuerbarer Energien mit der landwirtschaftlichen Nutzung von Flächen zu kombinieren“, so Wenzel. Die doppelte Nutzung von Flächen sei ein zentraler Baustein, um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen.

Niedersachsen hat sich zum Ziel gesetzt, die installierte Photovoltaik-Leistung bis zum Jahr 2035 auf 65 Gigawatt zu steigern. Projekte wie die Anlage in Dörverden sind dabei entscheidend. Während solche Großprojekte die Energiewende auf Landesebene vorantreiben, können auch Privatpersonen einen Beitrag leisten. Für Hausbesitzer bieten sich komplette PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets an, um den eigenen Strombedarf zu decken. Mieter haben mittlerweile ebenfalls einfache Möglichkeiten, etwa durch Balkonkraftwerke ohne Speicher, die sich unkompliziert installieren lassen.

Agri-Photovoltaik in Dörverden: Forschung und Zukunftsperspektiven

Das Projekt in Dörverden ist Teil einer breiter angelegten Forschungsinitiative des Landes Niedersachsen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, die Rahmenbedingungen für den großflächigen Ausbau der Agri-PV zu optimieren. Untersucht werden unter anderem die Auswirkungen der Anlagen auf das Mikroklima, die Bodenqualität und die Ernteerträge.

Die wissenschaftliche Begleitung durch die Fachhochschule Kiel stellt sicher, dass die Ergebnisse systematisch erfasst und ausgewertet werden. Deutschlandweit gewinnt die Forschung in diesem Bereich an Bedeutung, was auch Initiativen wie das neue Forschungszentrum für Agri-Photovoltaik an der Universität Hohenheim zeigen. Die Ergebnisse aus Dörverden werden wertvolle Daten liefern, um die Agri-PV als nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige Säule der zukünftigen Energie- und Agrarlandschaft zu etablieren.

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