1,8 Millionen für Festkörperbatterie: Förderung in Brandenburgs Schwarze Pumpe

1,8 Millionen Euro Förderung für Festkörperbatterie-Forschung in Brandenburg, Schwarze Pumpe

Das brandenburgische Wirtschaftsministerium unterstützt ein zukunftsweisendes Projekt zur Entwicklung von Festkörperbatterien im Industriepark Schwarze Pumpe mit 1,8 Millionen Euro. Das Vorhaben mit dem Namen „ProSysBat“ zielt darauf ab, die Produktionskosten für diese Schlüsseltechnologie um bis zu 50 Prozent zu senken und damit die Wettbewerbsfähigkeit der ostdeutschen Automobilindustrie nachhaltig zu stärken.

Investition in innovative Batteriemodule für die Zukunft

Das Wirtschaftsministerium des Landes Brandenburg hat ein innovatives Forschungsprojekt zur Entwicklung von Festkörperbatterien im Industriepark Schwarze Pumpe bewilligt. Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) überreichte einen Förderbescheid in Höhe von 1,8 Millionen Euro an das beteiligte Unternehmen Mubea. Diese staatliche Unterstützung ist ein Beispiel für die gezielte Wirtschaftlichkeit und Förderung von Zukunftstechnologien in Deutschland.

Das Projekt verfolgt das Ziel, kostengünstigere und gleichzeitig leistungsfähigere Batteriemodule zu entwickeln, die eine zentrale Rolle für die Elektromobilität der Zukunft spielen. An dem Vorhaben ist ein breites Konsortium beteiligt, zu dem neben der Mubea Carbo Tech GmbH auch renommierte Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) und das Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik gGmbH gehören. Weitere Partner sind die Schmuhl Faserverbundtechnik GmbH sowie die Vereine Carbon Composites e. V. und HZwo e. V.

Festkörperbatterien als Schlüssel zur Elektromobilität

Im Rahmen des Projekts „ProSysBat“ sollen Batteriemodule auf Basis von Festkörperzellen entwickelt werden. Diese Technologie gilt als nächster großer Schritt in der Batterietechnik. Im Vergleich zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien zeichnen sich Festkörperbatterien durch eine höhere Energiedichte aus, was in der Praxis eine größere Reichweite für Elektrofahrzeuge bedeutet.

Ein weiterer entscheidender Vorteil liegt in der erhöhten Sicherheit und Langlebigkeit. Da sie ohne flüssige, brennbare Elektrolyte auskommen, wird das Risiko von Leckagen und Bränden minimiert. Zudem eröffnet die Technologie die Möglichkeit, auf kritische und teure Rohstoffe wie Kobalt zu verzichten. Dies verbessert nicht nur die Nachhaltigkeit der Batterieproduktion, sondern verringert auch geopolitische Abhängigkeiten.

Schwarze Pumpe: Zukunftsstandort für Batterietechnologie in Brandenburg

Der Industriepark Schwarze Pumpe, der sich über die Landesgrenzen von Brandenburg und Sachsen erstreckt, bietet für das Projekt ideale Rahmenbedingungen. Der Standort ist ein zentraler Akteur im Strukturwandel der Lausitz und etabliert sich zunehmend als Zentrum für Energietechnologien. Die Ansiedlung solcher Forschungsprojekte ist dabei kein Zufall, denn Brandenburg setzt auf Batteriespeicher in großem Maßstab, um die Energiewende voranzutreiben.

Das Projekt „ProSysBat“ wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mit insgesamt 11,2 Millionen Euro im Rahmen der Initiative „Innovative Produktionstechnologien für Festkörperbatterien“ (InProSFBat) gefördert. Dass der Standort Schwarze Pumpe eine strategische Bedeutung hat, zeigt auch die Förderzusage für das CERENERGY-Projekt, das für die Entwicklung von Natriumchlorid-Festkörperbatterien bis zu 46,7 Millionen Euro erhalten soll. Große Batteriespeicherprojekte wie der neue Solar BESS Park in Gerdshagen oder der kürzlich begonnene Bau eines Großspeichers in Senftenberg unterstreichen die wachsende Bedeutung der Region für die Netzstabilität und die Integration erneuerbarer Energien.

Bedeutung der Batterieforschung für Region und Automobilindustrie

Die Investitionen in die Batterieforschung haben eine hohe technologische und wirtschaftliche Bedeutung. Sie tragen dazu bei, die Lausitz als Hightech-Standort zu etablieren, qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen und den Strukturwandel aktiv zu gestalten. Dieser Trend ist Teil des allgemeinen Photovoltaik-Booms in Brandenburg, der die Region zu einem wichtigen Zentrum für erneuerbare Energien macht.

Für die ostdeutsche Automobilindustrie sind die Fortschritte bei Festkörperbatterien von entscheidender Bedeutung. Sie können die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Hersteller sichern und die Abhängigkeit von internationalen Lieferketten und Rohstoffimporten reduzieren. Das Prinzip der Speicherung sauberer Energie ist dabei nicht nur für die Industrie relevant. Auch im privaten Sektor ermöglichen PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets Hausbesitzern, ihre Energieunabhängigkeit zu erhöhen und Kosten zu senken. Selbst für Mieter und Wohnungseigentümer gibt es mit Balkonkraftwerken mit Speicher inzwischen kompakte Lösungen, um an der Energiewende teilzuhaben.

Das Projekt in Schwarze Pumpe ist somit ein wichtiger Baustein für eine nachhaltigere und wettbewerbsfähigere Industrie in Deutschland. Die gemeinsame Förderung durch Land und Bund unterstreicht die strategische Relevanz der Batterietechnologie für die wirtschaftliche Zukunft der Region und des ganzen Landes.

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