Montagekosten Photovoltaik: Was die Installation auf Garage, Carport & Co. wirklich kostet

Das Dach Ihres Hauses ist für eine Photovoltaikanlage ungeeignet, aber Ihre Garage oder Ihr Carport badet den ganzen Tag in der Sonne? Das ist eine hervorragende Ausgangslage. Immer mehr Eigenheimbesitzer erkennen das Potenzial ungenutzter Flächen auf Nebengebäuden, um eigenen Solarstrom zu erzeugen. Doch während die Module selbst oft im Fokus stehen, sind es bei solchen Projekten die Montagekosten, die den entscheidenden Unterschied machen. Vor allem die Anbindung an das Wohnhaus birgt Kosten, die oft unterschätzt werden.

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche spezifischen Kostenfaktoren bei der Installation auf Garage, Carport oder Gartenhaus anfallen und wie Sie die Gesamtkosten realistisch einschätzen können.

Warum Nebengebäude eine attraktive Alternative sind

Nicht jedes Hausdach bietet optimale Bedingungen für eine PV-Anlage. Verschattung durch Bäume, eine ungünstige Ausrichtung oder komplexe Dachlandschaften mit Gauben und Fenstern können die Planung erschweren. Nebengebäude bieten hier oft eine ideale Lösung:

  • Optimale Ausrichtung: Eine freistehende Garage kann perfekt nach Süden ausgerichtet sein, selbst wenn das Haupthaus eine Ost-West-Lage hat.
  • Ungenutztes Potenzial: Flächen, die sonst brachliegen, werden zu kleinen Kraftwerken für den Eigenverbrauch.
  • Einfachere Dachstruktur: Flache oder simple Pultdächer auf Garagen und Carports vereinfachen die Montage der Unterkonstruktion im Vergleich zu komplexen Ziegeldächern.

Gerade für die Deckung der Grundlast eines Haushalts – also des Stromverbrauchs, der rund um die Uhr anfällt (z. B. für Kühlschrank, Router, Stand-by-Geräte) – ist eine kleinere Anlage auf einem Nebengebäude oft ideal dimensioniert.

Die entscheidenden Kostenfaktoren im Überblick

Die Gesamtkosten einer PV-Anlage setzen sich aus dem Material (Module, Wechselrichter etc.) und der Montage zusammen. Bei Nebengebäuden verschiebt sich das Verhältnis oft zugunsten der Montage, da hier besondere Herausforderungen entstehen.

Die Größe der Anlage: Mehr als nur die Modulanzahl

Grundsätzlich gilt in der Photovoltaik: Je größer die Anlage, desto geringer die spezifischen Kosten pro Kilowatt-Peak (kWp). Das liegt daran, dass Fixkosten wie die Planung, die Anfahrt des Elektrikers oder die Gerüststellung auf mehr Leistung verteilt werden.

Eine typische Garagenanlage mit 3 bis 5 kWp hat daher höhere relative Montagekosten pro kWp als eine 10-kWp-Anlage auf einem Einfamilienhaus. Die Erfahrung zeigt, dass die reinen Installationskosten für eine Kleinanlage auf einem Nebengebäude zwischen 400 € und 700 € pro kWp liegen können, je nach den örtlichen Gegebenheiten.

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Das Montagesystem: Das Fundament Ihrer Stromerzeugung

Die Art des Daches bestimmt das Montagesystem und damit einen wesentlichen Kostenblock.

  • Garage mit Flachdach: Hier kommen meist aufgeständerte Systeme zum Einsatz, die mit Gewichten (z. B. Betonplatten) beschwert werden. Das vermeidet eine Durchdringung der Dachhaut, erfordert aber eine Prüfung der Statik. Das Garagendach muss die zusätzliche Last der Anlage samt Ballastierung tragen können.
  • Carport (Flach- oder Pultdach): Ähnlich wie bei Garagen, doch Carports sind oft in leichterer Bauweise ausgeführt. Eine sorgfältige Statikprüfung ist hier unerlässlich, um die Tragsicherheit zu gewährleisten.
  • Gartenhaus (Satteldach): Bei Dächern mit Eindeckungen wie Bitumenschindeln oder Trapezblech werden spezielle Dachhaken oder Stockschrauben verwendet. Die Montage ist hier oft aufwendiger als bei einem klassischen Ziegeldach.

Die Kabelverlegung: Der unsichtbare Preistreiber

Dies ist der kritischste und oft teuerste Punkt bei der Installation auf Nebengebäuden. Der erzeugte Solarstrom muss sicher und vorschriftsgemäß zum Zählerschrank im Haupthaus transportiert werden. Das bedeutet fast immer: Erdarbeiten.

Für die Verlegung des Solarkabels muss ein Graben vom Nebengebäude zum Wohnhaus ausgehoben werden. Die Kosten dafür können erheblich sein und setzen sich zusammen aus:

  • Ausheben des Grabens: je nach Bodenbeschaffenheit und Zugänglichkeit
  • Verlegen von Leerrohren: für den Schutz der Kabel
  • Wiederverfüllen und Verdichten: um den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen

Als Faustregel können Sie mit Kosten von 40 € bis 80 € pro laufendem Meter für die Erdarbeiten rechnen. Bei einer Entfernung von 15 Metern zwischen Garage und Hausanschlussraum können allein für die Kabelverlegung zusätzliche Kosten von 600 € bis über 1.200 € entstehen. Eine fachgerechte Installation einer Photovoltaikanlage ist entscheidend, um die Sicherheit und Langlebigkeit des Systems zu gewährleisten.

Elektrische Arbeiten und der Zählerschrank

Die PV-Anlage muss von einem zertifizierten Elektriker an das Hausnetz angeschlossen werden. Doch bevor das geschehen kann, muss der Zählerschrank geprüft werden. In vielen älteren Gebäuden entspricht der Zählerschrank nicht mehr den aktuellen technischen Anschlussbedingungen (TAB).

Sollte ein Umbau oder gar ein kompletter Austausch des Zählerschranks notwendig sein, können dadurch zusätzliche Kosten von 1.000 € bis 2.500 € entstehen. Dieser Posten wird in der Erstkalkulation oft übersehen, ist aber für einen sicheren Betrieb unerlässlich.

Kostenbeispiele: Was kostet die Montage in der Praxis?

Um die Preisunterschiede zu verdeutlichen, folgen hier drei typische Szenarien. Bitte beachten Sie, dass dies Schätzungen sind, die regional und je nach ausführendem Betrieb variieren können.

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Fall 1: PV-Anlage auf der Garage (Flachdach, 4 kWp)

  • Ausgangslage: Massivgarage, 10 Meter Entfernung zum Haus
  • Montagesystem (Aufständerung & Ballast): ca. 800 €
  • Kabelverlegung (10 m Graben): ca. 500 €
  • Elektriker (Anschluss, Anmeldung): ca. 1.000 €
  • Gerüst / Sicherung: ca. 400 €
  • Geschätzte Montagekosten gesamt: ca. 2.700 €

Fall 2: PV-Anlage auf dem Carport (Pultdach, 3 kWp)

  • Ausgangslage: Holz-Carport, 20 Meter Entfernung zum Haus
  • Montagesystem (Schienenmontage): ca. 500 €
  • Statikprüfung (empfohlen): ca. 300 €
  • Kabelverlegung (20 m Graben): ca. 1.000 €
  • Elektriker (Anschluss, Anmeldung): ca. 900 €
  • Geschätzte Montagekosten gesamt: ca. 2.700 €

Fall 3: PV-Anlage auf dem Gartenhaus (Satteldach, 2 kWp)

  • Ausgangslage: Gartenhaus am Ende des Grundstücks, 30 Meter Entfernung
  • Montagesystem (Dachhaken für Bitumen): ca. 300 €
  • Kabelverlegung (30 m Graben, Rasenfläche): ca. 1.800 €
  • Elektriker (Anschluss, Anmeldung): ca. 800 €
  • Geschätzte Montagekosten gesamt: ca. 2.900 €

Diese Beispiele zeigen deutlich: Die Entfernung zum Haupthaus ist oft ein größerer Kostenfaktor als die Anlagengröße selbst. Für eine genaue Kalkulation Ihrer individuellen Photovoltaik Kosten ist ein detailliertes Angebot eines Fachbetriebs unerlässlich.

Genehmigungen und Statik: Worauf Sie achten müssen

Bevor Sie mit der Planung beginnen, sollten zwei wichtige Punkte geklärt werden:

  1. Statik: Lassen Sie die Tragfähigkeit des Daches prüfen. Insbesondere leichte Konstruktionen wie Carports oder ältere Garagen sind nicht standardmäßig für die Zusatzlast einer PV-Anlage ausgelegt. Ein Statiker gibt hier die nötige Sicherheit.
  2. Genehmigungen: In der Regel sind PV-Anlagen auf Nebengebäuden genehmigungsfrei. Es ist jedoch ratsam, einen Blick in den lokalen Bebauungsplan zu werfen. Manchmal gibt es Vorschriften bezüglich der Sichtbarkeit oder des Abstands zur Grundstücksgrenze.

FAQ – Häufige Fragen zur Montage auf Nebengebäuden

Lohnt sich eine kleine Anlage auf der Garage überhaupt?
Ja, absolut. Bei den heutigen Strompreisen macht sich jede selbst erzeugte und verbrauchte Kilowattstunde bezahlt. Eine kleine Anlage ist ideal, um die Grundlast Ihres Hauses zu decken und Ihre Stromrechnung spürbar zu senken. Die Möglichkeiten, Solarstrom zu nutzen, sind vielfältig – vom Balkonkraftwerk für die Mietwohnung bis zur vollwertigen Dachanlage.

Kann ich die Installation selbst durchführen, um Kosten zu sparen?
Von einer kompletten Eigeninstallation ist dringend abzuraten. Während die Montage der Unterkonstruktion von handwerklich sehr erfahrenen Personen eventuell selbst erledigt werden könnte, ist der elektrische Anschluss eine Aufgabe für den zertifizierten Fachmann. Arbeiten an der Hauselektrik ohne entsprechende Qualifikation sind nicht nur gefährlich, sondern führen auch zum Verlust von Gewährleistungsansprüchen und Versicherungsschutz.

Was ist, wenn mein Garagendach nicht stark genug ist?
Ein Statiker kann prüfen, ob Verstärkungsmaßnahmen möglich und wirtschaftlich sinnvoll sind. Ist dies nicht der Fall, ist der Standort leider ungeeignet. Sicherheit hat hier oberste Priorität.

Muss der Wechselrichter im Nebengebäude oder im Haus installiert werden?
Beides ist möglich. Die Installation im Nebengebäude ist oft einfacher, erfordert aber einen trockenen und gut belüfteten Ort. Wird der Wechselrichter im Haus (z. B. im Keller oder Hauswirtschaftsraum) montiert, ist der Gleichstrom-Kabelweg von den Modulen dorthin länger, was zu geringfügig höheren Leitungsverlusten führen kann.

Fazit: Gut geplant ist halb gewonnen

Die Nutzung von Garagen, Carports und Gartenhäusern für die Photovoltaik ist eine clevere Möglichkeit, ungenutzte Flächen in wertvolle Energiequellen zu verwandeln. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer realistischen Kostenplanung, die über die reinen Modulpreise hinausgeht.

Berücksichtigen Sie von Anfang an die Kosten für die Kabelverlegung, eine eventuell notwendige Modernisierung des Zählerschranks und die spezifischen Anforderungen des Montagesystems. So erleben Sie keine unliebsamen Überraschungen und können sich schon bald über sauberen und kostengünstigen Strom vom eigenen Nebengebäude freuen.

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OLEKSANDR PUSHKAR
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