Logistik auf der Baustelle: So kommen Ihre Solarmodule sicher aufs Dach

Viele zukünftige Anlagenbetreiber konzentrieren sich bei der Planung ihrer Photovoltaikanlage auf die Auswahl der leistungsstärksten Module oder des effizientesten Wechselrichters. Dabei übersehen sie oft einen entscheidenden Schritt: die Logistik. Wie kommen die empfindlichen Komponenten sicher auf die Baustelle, wo werden sie gelagert und wie gelangen sie unbeschädigt auf das Dach? Eine gut durchdachte Logistik ist das Fundament für eine reibungslose und erfolgreiche Montage.
Die Anlieferung: Mehr als nur ein Paketdienst
Die erste Hürde ist schon die Anlieferung, denn Solarmodule sind sperrig, schwer und zugleich empfindlich. Sie werden daher nicht mit einem normalen Paketdienst, sondern per Spedition auf einer Palette geliefert.
Eine typische Palette für ein Einfamilienhaus kann rund 30 Solarmodule enthalten und wiegt schnell über 700 kg. Die Spedition liefert diese in der Regel „frei Bordsteinkante“ an. Das bedeutet, der Fahrer stellt die Palette am Straßenrand ab; für den weiteren Transport auf das Grundstück sind Sie oder Ihr Montageteam verantwortlich.
Praxisbeispiel: Stellen Sie sicher, dass die Zufahrt zu Ihrem Haus für einen großen LKW befahrbar ist, denn enge Straßen oder tiefhängende Äste können schnell zu Problemen führen. Sprechen Sie den Liefertermin genau mit der Spedition ab und sorgen Sie dafür, dass an diesem Tag jemand vor Ort ist, um die Lieferung entgegenzunehmen und sie auf sichtbare Transportschäden zu prüfen.
Die richtige Lagerung: Schutz vor Wetter und Diebstahl
Da Anlieferung und Montage selten am selben Tag stattfinden, müssen die Komponenten für einige Tage oder Wochen sicher zwischengelagert werden. Eine unsachgemäße Lagerung kann zu dauerhaften Schäden führen und die Leistung Ihrer Anlage mindern.
Die größte Gefahr sind sogenannte Mikrorisse in den Solarzellen. Diese sind mit bloßem Auge oft nicht sichtbar, reduzieren laut Studien aber die Effizienz und Lebensdauer eines Moduls um bis zu 30 %. Sie entstehen durch mechanische Belastung, etwa wenn Module flach liegend gestapelt oder unsachgemäß gehandhabt werden.
Die besten Praktiken für die Lagerung:
- Auf der Palette belassen: Lagern Sie die Module am besten originalverpackt auf der Palette, auf der sie geliefert wurden. Die Verpackung schützt vor Witterungseinflüssen.
- Stehend lagern: Solarmodule sollten immer hochkant gelagert werden, niemals flach liegend. So wird der Druck auf die Zellen minimiert.
- Sicherer und trockener Ort: Ideale Lagerorte sind eine trockene Garage, ein Carport oder ein überdachter, ebener Bereich neben dem Haus. Schützen Sie die Komponenten vor Regen, starker Sonneneinstrahlung und Diebstahl.
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Der Transport der einzelnen Module vom Lagerort auf das Dach ist der kritischste Schritt. Ein einzelnes Modul wiegt je nach Modell zwischen 20 und 25 kg und ist unhandlich. Ein Sturz oder ein harter Stoß kann das Modul irreparabel beschädigen.
Manueller Transport
Bei leicht zugänglichen Dächern, wie bei einem Bungalow, können die Module oft von Hand auf das Dach getragen werden. Diese Aufgabe sollten immer mindestens zwei Personen gemeinsam übernehmen, um das Gewicht sicher zu handhaben und ein Abrutschen zu verhindern.
Einsatz eines Schrägaufzugs
Für höhere Gebäude oder größere Anlagen ist ein Bauschrägaufzug die professionelle und sicherste Lösung. Ein solcher Lift transportiert die Module schonend und effizient nach oben und gehört bei den meisten Photovoltaik-Fachbetrieben zur Standardausrüstung.
Praxisbeispiel: Bei einem zweistöckigen Stadthaus mit steilem Dach ist der Einsatz eines Schrägaufzugs unerlässlich. Der manuelle Transport wäre hier nicht nur extrem anstrengend, sondern auch ein hohes Sicherheitsrisiko für die Monteure und das Material.
Checkliste für eine reibungslose Logistik
Mit einer guten Vorbereitung vermeiden Sie Stress und potenzielle Schäden. Nutzen Sie diese einfache Checkliste, um den Überblick zu behalten.
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- Zufahrt prüfen: Ist die Straße für einen LKW breit genug?
- Lagerplatz festlegen: Einen trockenen, sicheren und ebenen Ort (z. B. Garage) bestimmen.
- Termin abstimmen: Einen festen Liefertermin mit der Spedition vereinbaren.
Bei der Anlieferung
- Sichtprüfung: Die Verpackung auf Risse, Löcher oder Stauchungen kontrollieren.
- Schäden dokumentieren: Jegliche Beschädigung sofort auf dem Lieferschein des Fahrers vermerken und Fotos machen.
Vor der Montage
- Transportweg freihalten: Stellen Sie sicher, dass der Weg vom Lagerplatz zum Dach frei von Hindernissen ist.
- Abstimmung mit Monteuren: Besprechen Sie mit dem Installationsteam, wie der Transport aufs Dach geplant ist.
Häufige Fragen zur Logistik (FAQ)
Was passiert, wenn ein Modul bei der Lieferung beschädigt ist?
Wenn Sie einen Schaden an der Verpackung feststellen, vermerken Sie dies unbedingt sofort auf dem Lieferschein, bevor Sie unterschreiben. Kontaktieren Sie umgehend den Lieferanten. Nur so können Sie Ihre Ansprüche geltend machen.
Kann ich die Module auch ungeschützt im Freien lagern?
Davon ist abzuraten. Die Originalverpackung bietet zwar einen gewissen Schutz, ist aber nicht für eine längere Lagerung im Freien ausgelegt. Feuchtigkeit und große Temperaturschwankungen können sonst die Module und ihre Anschlüsse beschädigen.
Wer ist für den Transport aufs Dach verantwortlich?
Wenn Sie einen Fachbetrieb beauftragen, ist dieser für den sicheren Transport der Komponenten auf das Dach verantwortlich. Wenn Sie Ihre Photovoltaikanlage hingegen selbst installieren, liegt diese Verantwortung bei Ihnen. Detaillierte Anleitungen, die auch auf die Sicherheitsaspekte eingehen, finden Sie auf Photovoltaik.info.
Wie lange können die Komponenten gelagert werden, bevor sie montiert werden?
Bei korrekter, trockener und geschützter Lagerung ist ein Zeitraum von mehreren Wochen in der Regel unproblematisch. Sie sollten jedoch eine monatelange Lagerung vermeiden, um die Komponenten vor Witterungseinflüssen zu schützen.
Fazit: Gute Planung ist der Schlüssel zum Erfolg
Die Logistik ist ein oft übersehener, aber entscheidender Teil jedes Photovoltaik-Projekts. Eine sorgfältige Planung von der Anlieferung über die sachgemäße Lagerung bis hin zum sicheren Transport aufs Dach schützt Ihre Investition vor teuren Schäden und sorgt für einen reibungslosen Ablauf. Wer diese Aspekte von Anfang an berücksichtigt, legt den Grundstein für eine langlebige und ertragreiche Solaranlage.
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