Photovoltaik-Rendite nach 20 Jahren: Was nach Degradation und Wartung übrig bleibt

Viele, die über eine Photovoltaikanlage nachdenken, sehen sie als einmalige Investition, die nach der Installation jahrzehntelang kostenlosen Strom liefert. Diese Annahme ist im Kern richtig, doch für eine realistische Wirtschaftlichkeitsplanung lohnt sich ein genauerer Blick. Denn wie jede technische Anlage unterliegt auch eine PV-Anlage einem gewissen Alterungsprozess und erfordert ein Minimum an Instandhaltung.

Wir schauen uns an, wie sich der natürliche Leistungsabfall (Degradation) der Solarmodule und die planbaren Wartungskosten auf die Rendite nach 20 Jahren und darüber hinaus auswirken. So wird deutlich: Eine Photovoltaikanlage bleibt auch unter Berücksichtigung dieser Faktoren eine der sichersten und rentabelsten Investitionen für Eigenheimbesitzer.

Der stille Leistungsverlust: Was bedeutet Degradation bei Solarmodulen?

Degradation bezeichnet den langsamen, natürlichen Rückgang der Leistungsfähigkeit von Solarmodulen über ihre Lebensdauer hinweg. Der Prozess ist unumgänglich, doch moderne Technologien haben ihn auf ein Minimum reduziert. Während ältere Module noch Raten von 0,5 % pro Jahr oder mehr aufwiesen, liegt dieser Wert heute deutlich niedriger.

Faktencheck aus der Forschung: Studien des renommierten Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE belegen, dass hochwertige monokristalline Solarmodule heute eine jährliche Degradationsrate von nur etwa 0,1 bis 0,2 % aufweisen. Nach einer etwas höheren Anfangsdegradation im ersten Jahr stabilisiert sich der Wert dann auf diesem sehr niedrigen Niveau.

Führende Hersteller geben darauf sogar eine schriftliche Garantie: Sie sichern in der Regel eine Restleistung von 85 bis 90 % nach 25 Jahren zu.

Ein Praxisbeispiel zur Degradation

Stellen Sie sich eine typische 10-Kilowatt-Peak (kWp) Anlage auf einem Einfamilienhaus vor. Im ersten Jahr erzeugt sie unter optimalen Bedingungen rund 10.000 Kilowattstunden (kWh) Strom.

  • Nach 20 Jahren: Bei einer jährlichen Degradation von 0,2 % hat die Anlage einen Gesamtleistungsverlust von etwa 4 % erlitten. Sie produziert immer noch rund 9.600 kWh pro Jahr – ein im Alltag kaum spürbarer Unterschied.
  • Nach 25 Jahren: Die Leistung liegt immer noch bei beeindruckenden 95 % des ursprünglichen Werts.

Die Degradation ist also ein kalkulierbarer und überschaubarer Faktor, der die grundsätzliche Rentabilität der Anlage nicht gefährdet.

Die planbaren Kosten: Wartung und Komponententausch

Eine Photovoltaikanlage ist extrem wartungsarm. Im Gegensatz zu Heizungsanlagen gibt es kaum bewegliche Teile, die verschleißen. Dennoch gibt es eine zentrale Komponente, die eine kürzere Lebensdauer als die Solarmodule selbst hat: der Wechselrichter.

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Der Austausch des Wechselrichters

Der Wechselrichter ist das Herzstück Ihrer Anlage. Er wandelt den von den Modulen erzeugten Gleichstrom in den im Haushalt nutzbaren Wechselstrom um. Während Solarmodule problemlos 30 Jahre und länger halten, liegt die technische Lebensdauer eines Wechselrichters typischerweise bei 10 bis 15 Jahren.

Für Ihre Kalkulation bedeutet das: Ein einmaliger Austausch des Wechselrichters innerhalb von 20 Jahren ist sehr wahrscheinlich und sollte daher in die Wirtschaftlichkeitsrechnung mit einfließen.

  • Typische Kosten: Die Kosten für einen neuen Wechselrichter für ein Einfamilienhaus liegen je nach Größe und Hersteller zwischen 1.500 und 2.500 Euro.
  • Vorteil des Austauschs: Nach 15 Jahren profitieren Sie von einem technologischen Sprung. Neue Wechselrichter sind oft effizienter, leiser und bieten bessere Monitoring-Funktionen.

Weitere Wartungsposten

Andere Wartungsarbeiten fallen seltener an und sind oft nicht zwingend notwendig. Eine professionelle Reinigung der Module ist beispielsweise nur an Standorten mit extremer Verschmutzung (z. B. nahe Landwirtschaftsbetrieben) sinnvoll. Eine regelmäßige Sichtprüfung durch Sie selbst reicht meist aus. Für eine detaillierte Übersicht empfehlen wir unseren Beitrag zur Wartung einer Photovoltaikanlage.

Die Gesamtrechnung: Realistische Rendite nach 20 Jahren

Ein konkretes Szenario verdeutlicht die langfristige Wirtschaftlichkeit.

Annahmen für eine 10-kWp-Anlage:

  • Anschaffungskosten: 15.000 €
  • Jährliche Stromerzeugung (Start): 10.000 kWh
  • Strompreis (Annahme): 35 ct/kWh
  • Eigenverbrauchsquote: 30 % (3.000 kWh)
  • Einspeisevergütung: 8 ct/kWh (für 7.000 kWh)
  • Degradation: 0,2 % pro Jahr
  • Kosten für Wechselrichtertausch (in Jahr 15): 2.000 €
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Berechnung der Einnahmen und Ersparnisse über 20 Jahre:

  1. Ersparnis durch Eigenverbrauch: 3.000 kWh * 0,35 €/kWh = 1.050 € pro Jahr.
  2. Einnahmen durch Einspeisung: 7.000 kWh * 0,08 €/kWh = 560 € pro Jahr.
  3. Gesamtertrag im ersten Jahr: 1.050 € + 560 € = 1.610 €.

Berücksichtigt man nun die leichte jährliche Degradation, ergibt sich über einen Zeitraum von 20 Jahren ein Gesamtertrag von rund 31.500 Euro.

Wirtschaftlichkeitsbilanz nach 20 Jahren:

  • Gesamtertrag: 31.500 €
  • Anschaffungskosten: -15.000 €
  • Wechselrichtertausch: -2.000 €
  • Reingewinn nach 20 Jahren: 14.500 €

Das Beispiel macht deutlich: Selbst nach Abzug aller relevanten Kosten hat sich die Anlage nicht nur vollständig amortisiert, sondern auch einen beachtlichen Gewinn erwirtschaftet. Ab diesem Zeitpunkt produziert sie praktisch kostenlosen Strom.

Und was kommt nach den 20 Jahren?

Nach 20 Jahren endet die staatlich garantierte Einspeisevergütung (EEG). Das bedeutet jedoch keineswegs das Ende Ihrer Anlage. Im Gegenteil, sie tritt in ihre profitabelste Phase ein.

Ihre Möglichkeiten nach dem Auslaufen der EEG-Förderung:

  1. Voller Eigenverbrauch: Der Strom, den Sie selbst verbrauchen, ist am wertvollsten. Da die Strompreise aus dem Netz tendenziell weiter steigen, maximieren Sie Ihre Ersparnis, indem Sie so viel Solarstrom wie möglich direkt nutzen.
  2. Stromspeicher nachrüsten: Ein Batteriespeicher ist die ideale Ergänzung. Mit einer Photovoltaikanlage mit Speicher können Sie den tagsüber erzeugten Strom für die Abend- und Nachtstunden speichern und Ihre Unabhängigkeit vom Netz auf bis zu 80 % steigern.
  3. Direktvermarktung: Sie können den überschüssigen Strom an spezialisierte Anbieter verkaufen, oft zu Konditionen, die über der alten EEG-Vergütung liegen.

Die Plattform Photovoltaik.info bietet umfassende Informationen, um die für Sie passende Anschlusslösung zu finden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange hält ein Solarmodul wirklich?

Solarmodule sind extrem langlebig. Viele Anlagen aus den frühen 2000er-Jahren laufen heute noch einwandfrei. Hersteller geben Leistungsgarantien von 25 bis 30 Jahren, die tatsächliche Lebensdauer liegt aber oft bei 35 bis 40 Jahren.

Muss ich meine Anlage jährlich professionell warten lassen?

Eine gesetzliche Pflicht zur Wartung gibt es für private Anlagen nicht. Eine regelmäßige Sichtprüfung auf Verschmutzungen oder Beschädigungen, die Sie selbst durchführen können, ist in den meisten Fällen ausreichend. Ein professioneller E-Check alle paar Jahre kann sinnvoll sein, um die Sicherheit und Effizienz zu gewährleisten.

Was passiert mit dem Wechselrichter nach 15 Jahren?

Ein Defekt kündigt sich oft durch Fehlermeldungen oder einen spürbaren Leistungsabfall an. Der Austausch ist für einen Fachbetrieb eine Routineaufgabe und in wenigen Stunden erledigt. Der neue Wechselrichter ist dann wieder auf dem neuesten Stand der Technik.

Lohnt sich die Investition trotz Degradation und Wartungskosten?

Ja, uneingeschränkt. Die Kosten für Degradation und den Wechselrichtertausch sind, wie das Rechenbeispiel zeigt, bereits in einer konservativen Prognose berücksichtigt. Die langfristige Rendite einer Photovoltaikanlage übertrifft die anfallenden Kosten bei Weitem und macht sie zu einer sicheren Investition in Ihre finanzielle und energetische Unabhängigkeit.


Eine langfristige und realistische Planung ist also der Schlüssel zum Erfolg. Degradation und Wartungskosten sind keine unkalkulierbaren Risiken, sondern feste Größen, die der Rentabilität Ihrer Investition keinen Abbruch tun.

Im Shop von Photovoltaik.info finden Sie Komplettsets, die auf typische Anlagengrößen abgestimmt sind und bereits alle notwendigen, langlebigen Komponenten enthalten.

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