Kostenfaktor Montagesystem: Was Dachhaken und Klemmen für Ihre PV-Anlage wirklich kosten

Wenn Sie über eine Photovoltaikanlage nachdenken, rücken meist Solarmodule und Wechselrichter in den Fokus. Doch das eigentliche Fundament für eine sichere und langlebige Stromerzeugung auf dem Dach bildet das Montagesystem. Dessen oft unscheinbare Komponenten – Dachhaken, Stockschrauben, Schienen und Klemmen – entscheiden nicht nur über die Stabilität, sondern bergen zugleich unerwartete Kostenunterschiede. Wer hier nur auf den Preis achtet, riskiert die Sicherheit einer Investition, die für Jahrzehnte ausgelegt ist.

Die unsichtbaren Helden: Warum das Montagesystem entscheidend ist

Das Montagesystem ist die entscheidende Verbindung zwischen Ihrem Dach und den wertvollen Solarmodulen. Es muss über 25 Jahre oder länger extremen Belastungen standhalten: starkem Wind, Schneelasten im Winter und ständigen Temperaturschwankungen. Seine Hauptaufgabe: diese Kräfte sicher in die Dachkonstruktion abzuleiten, ohne die Dacheindeckung zu beschädigen.

Ein typisches Photovoltaik-Montagesystem für ein Ziegeldach besteht aus drei Hauptkomponenten:

  1. Dachbefestigung: Dachhaken oder Stockschrauben, die an den Dachsparren verankert werden.
  2. Unterkonstruktion: Montageschienen aus Aluminium, die auf den Dachhaken befestigt werden und die Module tragen.
  3. Modulbefestigung: Mittel- und Endklemmen, die die Solarmodule sicher auf den Schienen fixieren.

Die Erfahrung zeigt: Die Wahl des richtigen Systems ist nicht nur eine Frage des Preises, sondern hängt vor allem von der Dachbeschaffenheit und der geforderten Langlebigkeit ab.

Dachhaken vs. Stockschrauben: Zwei Wege, ein Ziel

Für die Verankerung im Dachstuhl haben sich bei Ziegeldächern zwei Methoden etabliert, die jeweils eigene Vor- und Nachteile bei Kosten und Montageaufwand haben.

Der Klassiker: Der Dachhaken

Dachhaken sind die traditionelle Lösung für die meisten Pfannendächer. Sie werden direkt auf den Dachsparren verschraubt und über den darunterliegenden Dachziegel gehängt. Der darüber liegende Ziegel muss oft an der Unterseite leicht bearbeitet (geflext) werden, damit er wieder plan aufliegt und keine Spannungen entstehen.

  • Material: Hochwertige Dachhaken bestehen aus korrosionsbeständigem Edelstahl (meist A2).
  • Kosten: Ein einzelner, verstellbarer Dachhaken kostet zwischen 5 und 15 Euro. Günstigere, nicht verstellbare Modelle sind bereits ab 4 Euro erhältlich, bieten aber weniger Flexibilität bei der Ausrichtung.
  • Praxisbeispiel: Bei einem Standarddach mit „Frankfurter Pfannen“ sind Dachhaken eine bewährte und stabile Lösung. Da der Montageaufwand gut kalkulierbar ist, können Sie pro Kilowatt-Peak (kWp) Leistung mit etwa 6 bis 8 Befestigungspunkten rechnen.
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Die flexible Alternative: Die Stockschraube

Eine Stockschraube ist eine Schraube mit zwei Gewinden: einem Holzgewinde für den Dachsparren und einem metrischen Gewinde für die Aufnahme einer Adapterplatte. Sie wird durch den Dachziegel hindurch direkt im Sparren verankert. Eine Gummidichtung sorgt für die nötige Abdichtung gegen Feuchtigkeit.

  • Material: Stockschrauben bestehen ebenfalls aus Edelstahl. Die Adapterplatten sind meist aus Aluminium.
  • Kosten: Eine Stockschraube ist mit 3 bis 8 Euro pro Stück zwar günstiger als ein Dachhaken, hinzu kommen jedoch die Kosten für die Adapterplatte zur Aufnahme der Montageschiene.
  • Praxisbeispiel: Bei alten, spröden Biberschwanzziegeln kann die Bearbeitung für einen Dachhaken riskant sein. Hier ist die Stockschraube eine schonendere Alternative, da nur ein sauberes Loch gebohrt werden muss. Die Montage ist oft schneller, was die Lohnkosten senken kann.

Schienen und Klemmen: Das Bindeglied zwischen Dach und Modul

Sobald die Verankerung im Dachstuhl steht, wird die eigentliche Unterkonstruktion für die Module montiert.

Die Basis: Montageschienen

Auf den Dachhaken oder Adapterplatten werden Montageschienen aus Aluminium befestigt. Sie bilden ein stabiles Gerüst, verteilen das Gewicht der Module gleichmäßig und ermöglichen eine präzise Ausrichtung.

  • Kosten: Die Preise für Montageschienen liegen je nach Profilstärke und Länge zwischen 10 und 20 Euro pro Meter. Für höhere Schneelasten sind verstärkte Profile notwendig, die entsprechend teurer sind. Die Planung Ihrer PV-Anlage sollte diese regionalen Anforderungen unbedingt berücksichtigen.
  • Faustregel: Pro Modulreihe benötigen Sie zwei durchgehende Schienen. Für eine typische Anlage mit 10 kWp kommen so schnell 80 bis 100 Meter Schienenmaterial zusammen.

Der Feinschliff: Mittel- und Endklemmen

Die Solarmodule werden mit speziellen Klemmen auf den Schienen fixiert. Mittelklemmen verbinden zwei benachbarte Module, während Endklemmen die äußeren Module am Rand des Modulfeldes sichern.

  • Kosten: Mit 1 bis 3 Euro pro Stück sind Klemmen die günstigsten Einzelteile. An der Qualität sollte dennoch nicht gespart werden.
  • Praxisbeispiel: Viele Eigenheimbesitzer legen heute Wert auf eine einheitliche Optik. Für schwarze Solarmodule gibt es daher passend schwarz eloxierte Klemmen und Schienen. Sie schaffen ein harmonisches, ästhetisch ansprechendes Gesamtbild. Dieser optische Vorteil ist mit einem geringen Aufpreis verbunden.
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Kosten im Vergleich: Woher kommen die Preisunterschiede?

Die Materialkosten für ein komplettes Montagesystem liegen typischerweise zwischen 80 und 150 Euro pro kWp. Ein System für eine 10-kWp-Anlage kostet also zwischen 800 und 1.500 Euro. Die Preisspanne erklärt sich durch folgende Faktoren:

  • Materialqualität: Edelstahl A2 ist der Standard. In Küstennähe oder bei Industrieanlagen mit aggressiver Luft ist der höherwertige, aber teurere A4-Edelstahl empfehlenswert. Bei Aluminiumschienen entscheidet die Wandstärke über die Stabilität.
  • Systemzertifizierung: Renommierte Hersteller lassen ihre Systeme vom TÜV prüfen und liefern statische Nachweise. Diese geprüfte Sicherheit hat ihren Preis, schützt aber vor bösen Überraschungen bei Sturm oder hoher Schneelast.
  • Komplettsets vs. Einzelteile: Auf Plattformen wie Photovoltaik.info finden Sie oft Komplettsets, deren Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt sind. Der Kauf von Einzelteilen mag auf den ersten Blick günstiger wirken, birgt aber das Risiko von Inkompatibilitäten. Viele Anlagenbetreiber entscheiden sich daher für geprüfte Sets, um Planungssicherheit zu gewinnen.

Häufige Fragen (FAQ) zum Montagesystem

Muss ich für die Montage meine Ziegel anbohren?
Bei der Montage mit Dachhaken werden die Ziegel in der Regel nur angehoben und bei Bedarf an der Unterseite leicht abgeschliffen, aber nicht durchbohrt. Bei Stockschrauben hingegen wird der Ziegel durchbohrt; die Öffnung wird anschließend mit einer speziellen Dichtung (EPDM) dauerhaft wetterfest versiegelt.

Hält mein Dach die zusätzliche Last aus?
Eine Photovoltaikanlage wiegt inklusive Montagesystem etwa 15 bis 20 kg pro Quadratmeter. Die meisten Dächer sind für deutlich höhere Lasten (z. B. Schnee) ausgelegt. Bei älteren Gebäuden oder besonderen Dachkonstruktionen ist eine Prüfung durch einen Statiker dennoch ratsam.

Kann ich das Montagesystem selbst installieren?
Die Installation eines Balkonkraftwerk für Ziegeldach ist für handwerklich begabte Personen oft machbar. Bei einer großen Dachanlage sind jedoch Fachkenntnisse in Bezug auf Statik, Dachsicherheit und Elektrik unerlässlich. Zudem sind Arbeiten auf dem Dach mit erheblichen Risiken verbunden.

Gibt es schwarze Montagesysteme für schwarze Module?
Ja, die meisten Hersteller bieten ihre Schienen und Klemmen sowohl in Aluminium-blank als auch in schwarz eloxiert an. Dies ermöglicht eine besonders harmonische Optik, die bei vielen modernen Gebäuden gewünscht wird.

Fazit: Qualität zahlt sich langfristig aus

Das Montagesystem ist das Rückgrat Ihrer Photovoltaikanlage. Zwar mögen die Einsparungen bei günstigeren, nicht zertifizierten Komponenten auf den ersten Blick verlockend sein, doch das Risiko eines Schadens durch Materialermüdung oder Korrosion ist ungleich höher. Ein hochwertiges, korrekt geplantes Montagesystem ist eine Investition in die Sicherheit und den störungsfreien Betrieb Ihrer Anlage für die nächsten Jahrzehnte. Es sorgt dafür, dass die eigentlichen Stars – Ihre Solarmodule – ihre Arbeit zuverlässig verrichten können.

Weitere praxisnahe Informationen zur Auswahl der richtigen Komponenten finden Sie auf Photovoltaik.info.
Im Shop von Photovoltaik.info finden Sie Komplettsets, die auf typische Anlagengrößen abgestimmt sind und deren Komponenten perfekt zueinander passen.

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OLEKSANDR PUSHKAR
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