Kosten für den DC-Anschluss: Ein oft unterschätzter Faktor Ihrer PV-Anlage

Bei der Planung einer Photovoltaikanlage konzentrieren sich die meisten zukünftigen Betreiber auf die Kosten für Solarmodule und den Wechselrichter. Verständlich, denn diese Komponenten bilden das Herzstück der Anlage. Doch ein wesentlicher Kostenfaktor wird dabei oft übersehen: die Verbindung zwischen diesen beiden Elementen – der sogenannte DC-seitige Anschluss. Der Weg, den der Solarstrom vom Dach in den Keller zurücklegt, kann die Gesamtkosten stärker beeinflussen, als viele annehmen.

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Faktoren die Kosten für die DC-Verkabelung bestimmen und warum eine vorausschauende Planung Ihnen helfen kann, unerwartete Ausgaben zu vermeiden.

Was bedeutet „DC-seitiger Anschluss“ überhaupt?

Um die Kosten zu verstehen, ist es wichtig, den Aufbau einer Photovoltaikanlage zu kennen. Die Solarmodule auf Ihrem Dach erzeugen Gleichstrom (Direct Current, DC). Ihr Haushaltsstromnetz und die öffentlichen Netze arbeiten jedoch mit Wechselstrom (Alternating Current, AC). Die Aufgabe, den Gleichstrom in Wechselstrom umzuwandeln, übernimmt der [INTERNAL LINK: Text ‚Wechselrichter‘ to /wechselrichter-funktion-und-arten].

Der „DC-seitige Anschluss“ bezeichnet also die gesamte elektrische Verbindung zwischen den Solarmodulen und dem Eingang des Wechselrichters. Dazu gehören die speziellen Solarkabel, Steckverbinder und alle notwendigen Schutz- und Sicherheitseinrichtungen auf diesem Weg.

Der unsichtbare Preistreiber: Kabellänge und Verlegeweg

Der entscheidende Faktor für die Kosten des DC-Anschlusses ist nicht nur der Preis des Kabels selbst, sondern vor allem der Arbeitsaufwand für dessen Verlegung. Der Standort des Wechselrichters spielt hierbei die zentrale Rolle.

Materialkosten für Solarkabel

Spezielle, witterungs- und UV-beständige Solarkabel kosten je nach Querschnitt und Qualität zwischen 2 und 5 Euro pro Meter. Für eine typische Installation benötigen Sie immer zwei Leitungen (Plus und Minus). Bei einem Weg von 25 Metern vom Dach zum Wechselrichter im Keller sind das bereits 50 Meter Kabel. Allein das Material kann hier also mit 100 bis 250 Euro zu Buche schlagen.

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Arbeitsaufwand für die Installation

Der weitaus größere Kostenfaktor ist die Arbeitszeit des Elektrikers, die je nach Region und Betrieb zwischen 60 und 90 Euro pro Stunde liegt.

  • Einfaches Szenario: Der Wechselrichter wird direkt unter dem Dach im Dachboden montiert. Der Kabelweg ist kurz (5-10 Meter) und erfordert kaum Wanddurchbrüche. Die Installation dauert oft nur zwei bis drei Stunden.
  • Komplexes Szenario: Der Wechselrichter soll im Keller oder Hausanschlussraum platziert werden. Das Kabel muss vom Dach über mehrere Stockwerke, durch Decken und Brandschutzwände geführt werden. Eine solche Verlegung kann einen ganzen Arbeitstag (bis zu 8 Stunden) dauern.

Ein konkretes Beispiel:

Angenommen, der Elektriker kostet 75 Euro pro Stunde.

  • Einfache Installation (3 Stunden): 3 × 75 € = 225 € Arbeitskosten.
  • Komplexe Installation (8 Stunden): 8 × 75 € = 600 € Arbeitskosten.

Allein durch den Installationsort des Wechselrichters kann sich der Preis mehr als verdoppeln.

![Eine schematische Darstellung, die den Weg der DC-Kabel vom Dach zum Wechselrichter im Keller zeigt, mit Hervorhebung der potenziellen Hindernisse wie Wände und Decken.]

Ein Sonderfall sind Installationen auf Nebengebäuden wie einer Garage oder einem Carport. Muss das Kabel unterirdisch zum Haupthaus verlegt werden, kommen Kosten für Erdarbeiten hinzu, was den Aufwand nochmals deutlich erhöht.

Sicherheit, die ihren Preis hat: Notwendige Schutzvorrichtungen

Neben der reinen Kabelverlegung schreiben Normen und Vorschriften bestimmte Schutzeinrichtungen vor, um die Anlage und das Gebäude zu sichern. Diese Komponenten sind nicht optional und stellen einen weiteren Kostenpunkt dar.

Überspannungsschutz (SPD): Schutz vor Blitzeinschlägen

Ein Überspannungsschutzgerät (Surge Protection Device, SPD) schützt den Wechselrichter und die angeschlossene Hauselektronik vor Schäden durch Blitzeinschläge in der Nähe. Ob ein DC-seitiger Überspannungsschutz Pflicht ist, hängt unter anderem davon ab, ob Ihr Gebäude über einen äußeren Blitzschutz (einen Blitzableiter) verfügt. Die Kosten für ein solches Schutzgerät vom Typ 1+2 liegen zwischen 150 und 400 Euro, hinzu kommen die Kosten für die Installation.

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DC-Freischalter und Feuerwehrschalter: Sicherheit im Brandfall

Im Brandfall müssen die Rettungskräfte sicher sein, dass die Solaranlage keine Gefahr darstellt. Da die Module bei Lichteinfall weiterhin hohe Gleichspannungen erzeugen, ist eine Abschaltvorrichtung oft erforderlich oder zumindest empfohlen. Ein sogenannter Feuerwehrschalter (oder DC-Freischalter) trennt die Module direkt auf dem Dach vom Rest der Leitung.

Die Notwendigkeit eines solchen Schalters kann von den Vorschriften Ihres Bundeslandes oder der Art des Gebäudes abhängen. Die Erfahrung zeigt, dass diese Anforderung oft erst bei der Detailplanung durch den Elektriker zur Sprache kommt und das Budget belasten kann. Rechnen Sie hier mit Kosten zwischen 200 und 500 Euro plus Einbau.

![Ein Foto eines DC-Überspannungsschutzgeräts (SPD) und eines Feuerwehrschalters, die in einem kleinen Gehäuse montiert sind.]

Kostenbeispiele aus der Praxis: Von einfach bis komplex

Die potenziellen Gesamtkosten für den DC-seitigen Anschluss lassen sich gut in drei typischen Szenarien veranschaulichen:

  • Szenario 1: Der Idealfall

    • Situation: Wechselrichter im Dachgeschoss, kurzer und direkter Kabelweg (ca. 10 m), keine zusätzlichen Schutzschalter erforderlich.
    • Geschätzte Kosten: ca. 400–600 Euro.
  • Szenario 2: Der Standardfall

    • Situation: Wechselrichter im Keller, Kabelweg durch das Haus (ca. 20-25 m), Installation eines standardmäßigen Überspannungsschutzes.
    • Geschätzte Kosten: ca. 700–1.100 Euro.
  • Szenario 3: Der komplexe Fall

    • Situation: PV-Anlage auf der Garage, lange Kabelstrecke mit Erdarbeiten zum Haus, Installation von Überspannungsschutz und Feuerwehrschalter sind vorgeschrieben.
    • Geschätzte Kosten: 1.500 Euro und mehr.

Diese Beispiele zeigen, wie stark die DC-seitigen Anschlusskosten die Gesamtkosten beeinflussen können.

Wie Sie die DC-Kosten bei der Planung berücksichtigen können

Auch wenn die DC-Verkabelung nur einen Teil der Gesamtkosten ausmacht, können Sie durch vorausschauende Überlegungen unerwartete Ausgaben vermeiden.

  1. Standort des Wechselrichters frühzeitig klären: Besprechen Sie mit Ihrem Installateur die Vor- und Nachteile verschiedener Standorte. Ein Platz im Dachgeschoss kann Kosten sparen, muss aber hinsichtlich Belüftung und Zugänglichkeit geeignet sein.
  2. Schutzvorrichtungen gezielt anfragen: Erkundigen Sie sich, welche Schutzmaßnahmen für Ihr Gebäude und an Ihrem Standort gesetzlich vorgeschrieben oder nach Norm erforderlich sind.
  3. Detailliertes Angebot einholen: Ein gutes Angebot listet die Kosten für die Elektroinstallation separat auf. So sehen Sie transparent, welcher Anteil auf die DC-Verkabelung entfällt.

Ein umfassender Überblick über die gesamten [INTERNAL LINK: Text ‚Kosten einer Photovoltaikanlage‘ to /kosten-photovoltaikanlage] ist entscheidend. Wer beim Thema [INTERNAL LINK: Text ‚Photovoltaikanlage planen‘ to /photovoltaikanlage-planen-schritt-fuer-schritt] vorausschauend agiert, ist vor finanziellen Überraschungen besser geschützt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum DC-Anschluss

Warum verwendet man spezielle Solarkabel?
Solarkabel sind für den Außeneinsatz konzipiert. Sie sind extrem widerstandsfähig gegen UV-Strahlung, Hitze, Kälte und Feuchtigkeit und für die hohen Gleichspannungen einer PV-Anlage ausgelegt.

Kann ich den DC-Anschluss selbst vornehmen?
Nein, auf keinen Fall. Auf den DC-Leitungen können lebensgefährliche Spannungen von bis zu 1000 Volt anliegen. Alle Arbeiten an der PV-Anlage dürfen aus Sicherheits- und Gewährleistungsgründen nur von einer zertifizierten Elektrofachkraft durchgeführt werden.

Beeinflusst die Kabellänge die Leistung der Anlage?
Ja, mit zunehmender Länge und abnehmendem Querschnitt eines Kabels steigt sein elektrischer Widerstand. Dies führt zu leichten Leistungsverlusten. Ein Fachbetrieb berechnet den benötigten Kabelquerschnitt aber so, dass diese Verluste minimal bleiben (in der Regel unter 1 %).

Was ist der Unterschied zwischen dem DC- und dem AC-seitigen Anschluss?
Die DC-Seite ist die Strecke von den Solarmodulen zum Wechselrichter (Gleichstrom). Die AC-Seite ist die Strecke vom Wechselrichter zum Zählerschrank und damit zum Hausstromnetz (Wechselstrom).

Fazit: Ein kleiner Posten mit großer Wirkung

Die Kosten für den DC-seitigen Anschluss werden oft unterschätzt, können aber je nach Gegebenheiten vor Ort einen erheblichen Teil des Budgets ausmachen. Die Haupttreiber sind nicht die Materialkosten der Kabel, sondern die Arbeitszeit für die Verlegung und die Notwendigkeit zusätzlicher Schutzkomponenten wie Überspannungsschutz oder Feuerwehrschalter. Eine transparente und detaillierte Planung gemeinsam mit Ihrem Fachbetrieb ist der beste Weg, um die Kosten im Griff zu behalten und die Sicherheit Ihrer Anlage zu gewährleisten.


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OLEKSANDR PUSHKAR
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