Photovoltaik auf dem Flachdach: Kosten der Montagesysteme im Vergleich

Ein Flachdach gilt oft als idealer Standort für eine Photovoltaikanlage
Es bietet viel Platz und erlaubt eine optimale Ausrichtung zur Sonne. Doch bevor die Solarmodule montiert werden, steht eine grundlegende Entscheidung an: Wird das Montagesystem fest mit der Dachkonstruktion verschraubt oder durch Ballast auf dem Dach gehalten? Die Wahl zwischen einer Montage mit oder ohne Dachdurchdringung beeinflusst die Kosten, die Sicherheit und den Installationsaufwand erheblich.
Dieser Beitrag vergleicht beide Systeme, analysiert die jeweiligen Kostenfaktoren und hilft Ihnen, die beste Lösung für Ihr Flachdach zu finden.
Die Grundlagen: Zwei Wege, eine PV-Anlage auf dem Flachdach zu befestigen
Um den Energieertrag zu maximieren, werden Solarmodule auf einem Flachdach nicht einfach flach hingelegt. Sie werden mit speziellen Gestellen, den [INTERNAL_LINK: Anchor: „Montagesystem Photovoltaik“], in einem Winkel von 10 bis 15 Grad aufgeständert. Das verbessert die Sonneneinstrahlung und fördert die Selbstreinigung durch Regen. Die entscheidende Frage ist, wie diese Gestelle sicher auf dem Dach befestigt werden.
Die ballastierte Montage: Sicherheit ohne Bohren
Bei diesem System wird die gesamte Konstruktion allein durch ihr Gewicht auf dem Dach gehalten. Die Gestelle werden in Wannen oder auf Grundplatten montiert, die anschließend mit Ballast wie Betonplatten oder Kies beschwert werden. So entsteht ein stabiles System, das auch starken Windlasten standhält, ohne dass auch nur eine einzige Schraube in die Dachhaut getrieben wird.
Voraussetzung dafür ist eine ausreichende Traglastreserve des Daches. Eine Statikprüfung durch einen Fachmann ist daher unerlässlich.
Praxisszenario
Ein Supermarkt mit einem großen, modernen Flachdach. Die Dachabdichtung ist neu und hat eine lange Herstellergarantie. Um diese Garantie nicht zu gefährden und jegliches Risiko von Undichtigkeiten auszuschließen, entscheidet sich der Eigentümer für ein ballastiertes Montagesystem. Das zusätzliche Gewicht ist für die Stahlbetonkonstruktion unproblematisch.
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Hierbei wird das Montagesystem durch die Dachhaut hindurch direkt mit der tragenden Unterkonstruktion (z. B. Betondecke, Holzbalken oder Stahltrapezblech) verankert. Dies erfordert eine sorgfältige Planung und eine absolut professionelle Abdichtung jedes einzelnen Bohrlochs, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern. Diese Methode wird vor allem dann gewählt, wenn das Dach keine hohen zusätzlichen Lasten durch Ballast aufnehmen kann.
Praxisszenario
Eine Doppelgarage aus den 1980er-Jahren mit einem Flachdach. Die Statik erlaubt keine zusätzliche Last von mehreren Tonnen Ballast. Die Holzbalken der Dachkonstruktion bieten jedoch stabile Ankerpunkte. Ein erfahrener Dachdecker bohrt gezielt durch die Dachhaut und dichtet die Befestigungspunkte mit speziellen Manschetten und Dichtmassen fachgerecht ab.
Kostenanalyse: Was kostet die Montage auf dem Flachdach wirklich?
Die gesamten [INTERNAL_LINK: Anchor: „Photovoltaikanlage Kosten“] setzen sich aus vielen Komponenten zusammen. Das Montagesystem macht dabei nur einen Teil aus, doch die Wahl der Methode beeinflusst vor allem die Arbeitszeit und damit die Endsumme erheblich.
Kostenfaktor Material: Das Montagesystem
Auf den ersten Blick könnte man annehmen, dass ein System ohne Bohren günstiger ist. Die Erfahrung zeigt jedoch oft das Gegenteil.
- Ballastierte Systeme: Die Materialkosten sind tendenziell höher. Benötigt werden spezielle Wannen oder Grundschienen, die den Ballast aufnehmen können. Zudem sind oft Windleitbleche an den Rändern und Rückseiten der Modulreihen nötig, um die Windlast zu reduzieren. Der Ballast selbst (z. B. Gehwegplatten) fällt ebenfalls ins Gewicht.
- Fest verankerte Systeme: Die reinen Befestigungselemente wie Dachanker oder Stockschrauben sind oft günstiger als die aufwendigen Wannenkonstruktionen. Hinzu kommen jedoch die Kosten für hochwertige Dichtmaterialien.
Als Faustregel liegen die reinen Materialkosten für ein Flachdach-Montagesystem je nach Hersteller und Komplexität zwischen 90 € und 160 € pro Kilowattpeak (kWp). Ballastierte Systeme liegen dabei eher am oberen Ende dieser Spanne.
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Hier spielt das ballastierte System seine Stärken aus.
- Bei ballastierten Systemen geht die Installation deutlich schneller. Die Komponenten werden nach Plan auf dem Dach ausgelegt und mit Ballast beschwert, anschließend werden die [INTERNAL_LINK: Anchor: „PV-Module“] montiert. Da keine Dachdurchdringung erfolgt, ist kein spezialisierter Dachdecker für die Abdichtung notwendig.
- Bei fest verankerten Systemen ist der Zeitaufwand erheblich höher. Jeder Ankerpunkt muss exakt ausgemessen, gebohrt und anschließend sorgfältig abgedichtet werden. Diese Arbeit erfordert höchste Präzision und oft die Koordination zwischen dem Solarteur und einem Dachdecker. Fehler bei der Abdichtung können teure Folgeschäden nach sich ziehen.
Die Erfahrung zeigt, dass die Montage mit Dachdurchdringung pro installiertem kWp etwa 1,5 bis 2 Stunden länger dauern kann. Bei einer typischen 10-kWp-Anlage für ein Einfamilienhaus bedeutet dies schnell einen zusätzlichen Personentag.
Vor- und Nachteile im direkten Vergleich
| Eigenschaft | System ohne Dachdurchdringung (Ballastierung) | System mit Dachdurchdringung (Feste Verankerung) |
|---|---|---|
| Dachsicherheit | Sehr hoch, da die Dachhaut unversehrt bleibt. | Geringer, da jeder Bohrpunkt ein potenzielles Leck darstellt. |
| Montagezeit | Geringer, da keine Abdichtungsarbeiten nötig sind. | Höher, durch präzises Bohren und Abdichten. |
| Gewicht | Hoch, erfordert eine hohe Traglastreserve des Daches. | Gering, ideal für Dächer mit begrenzter Statik. |
| Materialkosten | Eher höher (Wannen, Windbleche, Ballast). | Eher geringer (einfache Anker, Schrauben). |
| Flexibilität | Hoch, die Anlage kann rückstandslos entfernt werden. | Gering, die Ankerpunkte bleiben im Dach. |
| Geeignet für | Dächer mit hoher Traglast und intakter Dachhaut (z. B. Neubauten). | Dächer mit geringer Traglastreserve oder in sehr windreichen Regionen. |
Praxistipps: Welches System ist für Sie das richtige?
Die Entscheidung hängt von drei zentralen Faktoren ab: der Statik, dem Zustand des Daches und Ihrer persönlichen Risikobereitschaft.
- Die Statik ist entscheidend: Der erste und wichtigste Schritt ist immer die Prüfung der Dachstatik durch einen Fachmann. Er kann Ihnen genau sagen, wie viel zusätzliches Gewicht Ihr Dach tragen kann. Diese Analyse entscheidet oft schon darüber, welche Montageart überhaupt infrage kommt.
- Dachart und Garantie prüfen: Handelt es sich um ein Foliendach oder ein Bitumendach? Besteht noch eine Herstellergarantie auf die Dichtigkeit? Viele Dachdecker und Hersteller von Dachbahnen schließen eine Haftung aus, sobald die Dachhaut durchdrungen wird. In solchen Fällen ist ein ballastiertes System die sicherere Wahl.
- Langfristige Sicherheit abwägen: Die etwas höheren Anfangskosten eines ballastierten Systems lassen sich als eine Art Versicherung für die Dichtigkeit Ihres Daches betrachten. Eine feste Verankerung ist nur dann eine gute Option, wenn sie von einem nachweislich erfahrenen Fachbetrieb mit entsprechenden Referenzen und Versicherungen ausgeführt wird.
Auch für kleinere Anlagen wie ein [INTERNAL_LINK: Anchor: „Balkonkraftwerk“] auf einer Terrasse oder einem Garagendach kommen fast ausschließlich ballastierte Systeme zum Einsatz, um die Bausubstanz zu schonen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist, wenn mein Dach nicht komplett flach ist?
Die meisten Montagesysteme für Flachdächer können Neigungen von bis zu 5 Grad problemlos ausgleichen. Bei stärkerer Neigung kommen spezielle Lösungen oder Systeme für Schrägdächer infrage.
Wie viel Gewicht bringt eine ballastierte Anlage auf mein Dach?
Die zusätzliche Flächenlast hängt von der Windzone und der Gebäudehöhe ab. Typische Werte liegen zwischen 20 und 40 kg/m². Ein Statiker berechnet den exakten Bedarf für Ihr Gebäude.
Wer haftet, wenn es nach der Montage mit Dachdurchdringung undicht wird?
In der Regel haftet der Installationsbetrieb für die von ihm durchgeführten Arbeiten. Achten Sie darauf, einen seriösen Fachbetrieb zu beauftragen, der über eine entsprechende Betriebshaftpflichtversicherung verfügt und Ihnen eine Gewährleistung auf die Dichtigkeit gibt.
Kann ich die Montage selbst durchführen?
Während die mechanische Montage eines ballastierten Systems für handwerklich begabte Personen noch denkbar ist, stellt die Planung (insbesondere die Ballastberechnung) eine Aufgabe für Experten dar. Von einer Selbstmontage mit Dachdurchdringung wird dringend abgeraten. Die Risiken von Folgeschäden durch Undichtigkeiten sind zu hoch.
Fazit: Eine Frage der Balance zwischen Kosten, Sicherheit und Statik
Es gibt kein pauschal „bestes“ System für die PV-Montage auf dem Flachdach. Die Entscheidung ist immer eine individuelle Abwägung.
Das ballastierte System ist die erste Wahl, wenn die Statik es zulässt und die Unversehrtheit der Dachhaut oberste Priorität hat. Es ist schneller zu installieren und birgt langfristig die geringsten Risiken.
Die feste Verankerung ist eine gute und oft die einzige Lösung für Dächer mit geringer Traglastreserve. Sie erfordert jedoch absolutes Vertrauen in die ausführende Firma, da die Qualität der Abdichtung über die Langlebigkeit und Sicherheit der gesamten Installation entscheidet.
Letztendlich sollten die Montagekosten nicht das alleinige Kriterium sein. Die Sicherheit und der Werterhalt Ihres Gebäudes stehen im Vordergrund.
Weitere praxisnahe Informationen zur Auswahl der richtigen Komponenten finden Sie direkt auf Photovoltaik.info. Im Shop von Photovoltaik.info finden Sie zudem Komplettsets, die auf typische Anlagengrößen abgestimmt sind.



