Fachbetrieb für die Nachrüstung: So finden Sie den richtigen Solarteur für Ihre PV-Erweiterung

Ihre Photovoltaik-Anlage leistet seit Jahren treue Dienste und hat Ihre Stromrechnung zuverlässig gesenkt. Doch die Zeiten ändern sich: Ein Elektroauto steht in der Garage, eine Wärmepumpe ist geplant oder die Einspeisevergütung für Ihre Altanlage läuft bald aus. Plötzlich reicht der selbst erzeugte Strom nicht mehr aus.

Die logische Konsequenz ist eine Erweiterung der Anlage oder die Nachrüstung eines Stromspeichers. Doch genau hier beginnt für viele Anlagenbesitzer eine unerwartet schwierige Suche, denn eine bestehende Anlage zu erweitern, ist eine Aufgabe für Spezialisten.

Dieser Artikel beleuchtet, warum die Nachrüstung besondere Anforderungen an einen Fachbetrieb stellt und wie Sie den richtigen Partner für Ihr Vorhaben finden.

Warum die Nachrüstung einer PV-Anlage eine besondere Expertise erfordert

Eine neue Photovoltaik-Anlage auf einem leeren Dach zu installieren, ist für einen erfahrenen Solarteur ein Routineprojekt. Alle Komponenten sind neu, perfekt aufeinander abgestimmt und stammen aus der gleichen technologischen Generation. Bei einer Erweiterung ist die Ausgangslage völlig anders. Hier gibt die Bestandsanlage die Spielregeln vor.

Man kann es sich wie den Anbau an ein bestehendes Haus vorstellen: Die neue Architektur muss zur alten passen, die Statik neu bewertet und die Haustechnik nahtlos integriert werden. Ähnlich verhält es sich bei der PV-Anlage. Der beauftragte Fachbetrieb muss nicht nur die aktuelle Technik beherrschen, sondern auch die Technologie von vor zehn oder fünfzehn Jahren kennen. Er agiert als Integrator, der zwei Systeme zu einem funktionierenden Ganzen verbindet.

Die häufigsten Herausforderungen bei der Erweiterung einer Solaranlage

Die Komplexität einer Nachrüstung wird in mehreren Bereichen deutlich. Ein qualifizierter Fachbetrieb wird diese Punkte von sich aus ansprechen und mit Ihnen gemeinsam Lösungen erarbeiten.

Technische Kompatibilität: Alt trifft Neu

Das größte Hindernis ist die reibungslose Zusammenarbeit von alten und neuen Komponenten. Fehler an dieser Stelle können die Leistung der gesamten Anlage mindern oder zu technischen Defekten führen.

  • Der Wechselrichter: Das Herzstück Ihrer Anlage ist oft der limitierende Faktor. Ein vor zehn Jahren installierter Wechselrichter ist in der Regel nicht für eine deutlich höhere Modulleistung ausgelegt. Zudem harmonieren die elektronischen Eingänge (MPP-Tracker) alter Wechselrichter oft nicht mit den Kennlinien moderner Hochleistungsmodule. In vielen Fällen ist daher ein zusätzlicher, neuer Wechselrichter nur für die neuen Module oder der Austausch des Altgeräts gegen einen größeren, modernen Hybrid-Wechselrichter die beste Lösung.

  • Die Solarmodule: Die Modultechnologie hat sich rasant entwickelt. Neue Module haben nicht nur mehr Leistung, sondern auch andere elektrische Eigenschaften (Spannung, Stromstärke) und oft auch andere Maße. Werden neue Module einfach in einen bestehenden Strang alter Module geschaltet, bremst das schwächste Modul die Leistung aller anderen aus. Ein erfahrener Solarteur wird daher fast immer einen separaten, neuen Stromkreis (String) für die neuen Module einrichten.

  • Das Montagesystem: Auch die Befestigung auf dem Dach muss passen. Die Klemmen und Schienen von vor einem Jahrzehnt sind möglicherweise nicht mit den Rahmenhöhen heutiger Module kompatibel.

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Praxisbeispiel: Ein Eigenheimbesitzer mit einer 12 Jahre alten 6-kWp-Anlage möchte diese erweitern, um den Strombedarf seiner neuen Wärmepumpe zu decken. Sein ursprünglicher Solarteur bietet nur noch Neuinstallationen an. Ein spezialisierter Fachbetrieb analysiert die Situation und stellt fest: Der alte Wechselrichter ist am Limit und die neuen, effizienteren Module sind größer als die alten. Die vorgeschlagene Lösung: Die alten Module bleiben an ihrem Wechselrichter. Auf dem Garagendach wird ein neues Feld mit 4 kWp Leistung und einem eigenen, kleineren Wechselrichter installiert. Beide Systeme speisen parallel in das Hausnetz ein.

Stromspeicherintegration: AC- vs. DC-gekoppelte Systeme

Die Nachrüstung eines Stromspeichers ist eine der häufigsten Erweiterungen. Hier gibt es zwei grundlegende technische Ansätze, die ein guter Fachbetrieb beherrschen sollte.

  • AC-gekoppelte Speicher: Dies ist die gängigste Methode zur Nachrüstung. Der Speicher wird über einen eigenen Batteriewechselrichter an das Hausnetz (AC-Seite) angeschlossen. Dadurch arbeitet er unabhängig von der bestehenden PV-Anlage. Der große Vorteil ist die Flexibilität: Das System ist mit nahezu jeder bestehenden PV-Anlage kompatibel. Erfahrungsgemäß entscheiden sich die meisten Nutzer für eine AC-gekoppelte Lösung, da sie den geringsten Eingriff in das bestehende System erfordert.

  • DC-gekoppelte Speicher: Hierbei wird der Speicher direkt an den Gleichstrom-Kreislauf (DC-Seite) der PV-Anlage angeschlossen. Dies erfordert einen sogenannten Hybrid-Wechselrichter, der sowohl die Solarmodule als auch die Batterie managen kann. Diese Lösung ist zwar etwas effizienter, bedeutet aber bei einer Nachrüstung fast immer den kompletten Austausch des alten PV-Wechselrichters.

Wenn Sie einen [Stromspeicher nachrüsten] möchten, ist die Wahl des richtigen Systems entscheidend für Kosten und Aufwand.

Regulatorische und rechtliche Hürden

Jede wesentliche Veränderung an einer netzgekoppelten PV-Anlage ist meldepflichtig. Ein seriöser Fachbetrieb kümmert sich um die notwendige Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Einspeisevergütung: Ihre Altanlage genießt in der Regel Bestandsschutz und erhält weiterhin die damals zugesicherte, höhere Vergütung. Der neu installierte Anlagenteil fällt jedoch unter die aktuellen, niedrigeren Vergütungssätze des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Dies muss technisch oft über separate Zähler oder eine intelligente Steuerung abgebildet werden.

Woran erkennen Sie einen qualifizierten Fachbetrieb für die Nachrüstung?

Da nicht jeder Solarteur diese anspruchsvollen Projekte durchführt, ist eine sorgfältige Auswahl entscheidend. Ein ungeeigneter Betrieb kann hier mehr schaden als nutzen – achten Sie daher auf folgende Qualitätsmerkmale.

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Fragen, die Sie einem potenziellen Solarteur stellen sollten

Mit den richtigen Fragen können Sie schnell die Spreu vom Weizen trennen. Ein kompetenter Experte wird Ihnen klare und verständliche Antworten geben.

  1. ‚Haben Sie bereits Erfahrung mit der Erweiterung von Bestandsanlagen dieses Herstellers/dieses Baujahrs?‘
    Lassen Sie sich Referenzprojekte zeigen. Ein Spezialist kennt die Eigenheiten älterer Systeme und Hersteller.

  2. ‚Wie genau prüfen Sie die Kompatibilität der Komponenten?‘
    Die Antwort sollte Begriffe wie ‚Datenblatt-Abgleich‘, ‚Spannungs- und Strom-Kennlinien‘ oder ’separate String-Planung‘ enthalten. Eine pauschale Antwort wie ‚Das passt schon‘ ist ein Warnsignal.

  3. ‚Welche technischen Lösungen schlagen Sie für mein Vorhaben vor und warum?‘
    Ein guter Betrieb wird Ihnen nicht nur eine, sondern oft mehrere Optionen aufzeigen (z. B. AC- vs. DC-Speicher) und die jeweiligen Vor- und Nachteile für Ihre spezifische Situation erläutern.

  4. ‚Wie regeln Sie die Gewährleistung für die Gesamtanlage nach der Erweiterung?‘
    Dies ist ein wichtiger Punkt. Der Betrieb sollte klar definieren, wofür er die Gewährleistung übernimmt (für die neuen Komponenten und die korrekte Integration) und wie mit eventuellen Störungen an der Altanlage umgegangen wird.

Anzeichen für einen erfahrenen Betrieb

  • Gründliche Bestandsaufnahme: Der Prozess beginnt immer mit einer detaillierten Analyse Ihrer bestehenden Anlage vor Ort, inklusive Prüfung des Zählerschranks und der vorhandenen Dokumentation.

  • Maßgeschneiderte Planung: Sie erhalten kein Standardangebot, sondern einen Plan, der exakt auf Ihre Altanlage und Ihre neuen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

  • Transparente Kommunikation: Der Betrieb erklärt Ihnen proaktiv die Herausforderungen und Risiken und begründet seine Lösungsansätze.

  • Herstellerunabhängigkeit: Viele Kunden entscheiden sich für Betriebe, die Produkte verschiedener Hersteller anbieten. Dadurch lässt sich die technisch beste und nicht nur die schnellstverfügbare Lösung finden.

FAQ – Häufige Fragen zur PV-Anlagenerweiterung

Lohnt sich die Erweiterung meiner alten Anlage überhaupt?
In den meisten Fällen ja. Wenn Ihr Stromverbrauch gestiegen ist (z. B. durch ein E-Auto oder eine Wärmepumpe), können Sie durch eine Erweiterung Ihren Eigenverbrauchsanteil deutlich steigern. Eine typische 4-kWp-Anlage von 2010 erzeugt rund 3.600 kWh pro Jahr. Eine moderne Erweiterung um weitere 4 kWp kann die Jahresproduktion auf über 7.500 kWh steigern und so den Zukauf von teurem Netzstrom drastisch reduzieren.

Kann ich einfach Module eines anderen Herstellers hinzufügen?
Das ist technisch möglich, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Der Fachbetrieb muss sicherstellen, dass die elektrischen Kennwerte übereinstimmen. Die sicherste und leistungsstärkste Methode ist fast immer, für die neuen Module einen eigenen Stromkreis mit einem passenden [Wechselrichter] zu bilden.

Was passiert mit meiner alten Einspeisevergütung?
Der Bestandsschutz sorgt dafür, dass Ihr ursprünglicher Anlagenteil die alte Vergütung bis zum Ende der 20-jährigen Laufzeit behält. Der neue Anlagenteil wird nach den aktuellen, niedrigeren Sätzen vergütet. Der Fachbetrieb muss dies bei der Anmeldung korrekt berücksichtigen.

Warum wollen viele Solarteure keine Bestandsanlagen erweitern?
Der Planungsaufwand ist deutlich höher als bei einer Neuinstallation. Zudem besteht ein Haftungsrisiko: Tritt nach der Erweiterung ein Fehler an der Altanlage auf, ist die Ursachenforschung oft komplex. Viele Betriebe konzentrieren sich daher auf das einfachere und standardisierte Geschäft mit Neuanlagen. Umso wichtiger ist es, einen spezialisierten Partner zu finden.

Fazit: Mit dem richtigen Partner wird die Nachrüstung zum Erfolg

Eine bestehende Photovoltaik-Anlage zu erweitern, ist eine sinnvolle Investition in Ihre Energieunabhängigkeit. Der Erfolg des Projekts steht und fällt jedoch mit der Expertise des ausführenden Fachbetriebs. Nehmen Sie sich Zeit für die Auswahl und prüfen Sie die Erfahrung des Solarteurs im Umgang mit Bestandsanlagen.

Ein Spezialist für Nachrüstungen wird die technischen Hürden kennen, die Kompatibilität sicherstellen und Sie transparent beraten. So stellen Sie sicher, dass Ihre alte und neue Anlage als leistungsstarkes Team über Jahrzehnte hinweg sauberen Strom für Sie produzieren.

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Patrick Thoma
Patrick Thoma

Patrick Thoma ist Gründer von Mehrklicks.de und JVGLABS.com.
Er entwickelt Systeme für KI-Sichtbarkeit und semantische Architektur – mit Fokus auf Marken, die in ChatGPT, Perplexity und Google SGE sichtbar bleiben wollen.

Mehr über ihn und die Arbeit:
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