EMV bei Photovoltaik: Störungen bei Radio & WLAN vermeiden

Knackt es im Radio oder ist das WLAN-Signal merklich schwächer, seit die neue Photovoltaikanlage auf dem Dach ist? In seltenen Fällen können PV-Anlagen tatsächlich elektronische Geräte stören – ein Phänomen, das als elektromagnetische Unverträglichkeit bekannt ist. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Planung und einer fachgerechten Installation lassen sich solche Störungen zuverlässig vermeiden. Dieser Beitrag erklärt die Ursachen und zeigt, worauf es dabei ankommt.

Was ist Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV)?

Stellen Sie sich vor, all Ihre elektronischen Geräte unterhalten sich in einem Raum. Solange jedes Gerät in seiner eigenen „Sprache“ spricht und nicht zu laut wird, funktioniert alles reibungslos. Die Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) sorgt für genau diese Ordnung: Sie stellt sicher, dass sich elektrische Geräte nicht gegenseitig durch unerwünschte Effekte stören.

Eine Photovoltaikanlage ist eine komplexe elektrische Installation. Komponenten wie der Wechselrichter arbeiten mit hohen Frequenzen und können bei suboptimaler Auslegung oder Installation zu einer Störquelle werden – quasi zu einem „Störsender“, der andere Geräte im Haus beeinträchtigt.

Die häufigsten Ursachen für Störungen durch PV-Anlagen

Störungen sind zwar selten, doch wenn sie auftreten, liegen die Ursachen meist in der Installation oder der Komponentenqualität. Die Erfahrung zeigt dabei vor allem drei Problemquellen.

Der Wechselrichter als Herz der Anlage

Der Wechselrichter ist die zentrale Komponente, die den Gleichstrom (DC) der Solarmodule in den für Ihr Hausnetz nutzbaren Wechselstrom (AC) umwandelt. Dafür schaltet seine interne Elektronik viele tausend Mal pro Sekunde. Dieser schnelle Schaltvorgang erzeugt unweigerlich elektromagnetische Felder. Während hochwertige Geräte so konstruiert und abgeschirmt sind, dass diese Felder die zulässigen Grenzwerte nicht überschreiten, können günstige oder schlecht konstruierte Modelle Störsignale aussenden, die sich auf andere Geräte auswirken.

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Ungünstige Kabelführung

Die Kabel Ihrer PV-Anlage können wie Antennen wirken. Insbesondere die DC-Kabel vom Modul zum Wechselrichter können bei unsachgemäßer Verlegung die Störfrequenzen des Wechselrichters aufnehmen und im ganzen Haus abstrahlen.

Das passiert beispielsweise, wenn DC-Leitungen parallel zu Antennen- oder Netzwerkkabeln verlegt werden. Ohne ausreichenden Abstand oder Abschirmung kommt es hier leicht zu einer direkten Übertragung der Störsignale. Als Faustregel gilt daher, DC- und AC-Leitungen getrennt voneinander und mit möglichst großem Abstand zu installieren.

Fehlende oder mangelhafte Erdung

Eine lückenlose und korrekt ausgeführte Erdung aller metallischen Komponenten – von den Modulen über das Montagesystem bis zum Wechselrichtergehäuse – ist nicht nur für die Sicherheit entscheidend, sondern auch für die EMV. Sie leitet potenzielle Störströme sicher in die Erde ab und verhindert so, dass sich diese über das Stromnetz oder andere Leitungen ausbreiten.

So sichern Sie eine störungsfreie PV-Anlage

Der beste Schutz vor EMV-Problemen ist eine sorgfältige Planung und eine Installation, die sich an bewährten Standards orientiert. Wenn Sie hier von Anfang an auf Qualität achten, müssen Sie sich später keine Sorgen machen.

1. Auf zertifizierte Komponenten setzen

Achten Sie beim Kauf darauf, dass alle Komponenten – insbesondere der Wechselrichter und eventuelle Leistungsoptimierer – das CE-Zeichen tragen. Mit diesem Zeichen bescheinigt der Hersteller die Einhaltung der europäischen EMV-Normen (wie der EN 61000-Reihe). Renommierte Hersteller investieren ohnehin viel in das Design ihrer Geräte, um Störaussendungen auf ein Minimum zu reduzieren.

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2. Die fachgerechte Installation ist entscheidend

Selbst die besten Komponenten können bei unsachgemäßer Montage Probleme verursachen. Die Anlage professionell installieren zu lassen, ist daher der wichtigste Schritt zur Vermeidung von Störungen. Achten Sie auf folgende Punkte:

  • Korrekte Kabelführung: Die Plus- und Minus-Leitungen der DC-Seite sollten immer eng beieinander oder verdrillt geführt werden. Dadurch heben sich ihre Magnetfelder gegenseitig auf und die „Antennenwirkung“ wird drastisch reduziert.
  • Verwendung geschirmter Kabel: Insbesondere für die DC-Verkabelung sind hochwertige, geschirmte Solarkabel eine sinnvolle Investition. Der Schirm fängt Störstrahlungen ab und leitet sie über die Erdung ab.
  • Sorgfältige Erdung: Der Installateur sollte sicherstellen, dass das Montagesystem und alle Modulrahmen durchgehend und fachgerecht geerdet sind.

Viele entscheiden sich für Komplettsets, wie sie auch auf Photovoltaik.info angeboten werden. Diese enthalten bereits aufeinander abgestimmte und zertifizierte Komponenten und legen so die Basis für eine EMV-gerechte Installation.

3. Der richtige Standort für den Wechselrichter

Platzieren Sie den Wechselrichter möglichst nicht in unmittelbarer Nähe zu empfindlichen Geräten. Ein Standort im Keller oder Hauswirtschaftsraum ist oft besser geeignet als ein Platz direkt neben dem Schreibtisch mit Computer und Radio oder dem WLAN-Router im Flur. Schon ein Abstand von wenigen Metern kann hier einen großen Unterschied machen.

Häufige Fragen zur EMV bei Photovoltaikanlagen (FAQ)

Sind Störungen durch PV-Anlagen ein häufiges Problem?

Nein, es handelt sich um ein seltenes Problem. Bei Anlagen, die mit hochwertigen Komponenten von einem Fachbetrieb installiert wurden, treten EMV-Störungen praktisch nicht auf. Sie sind meist ein Indiz für Mängel bei der Installation oder der Produktauswahl.

Welche Geräte sind am ehesten betroffen?

Besonders empfindlich reagieren oft Geräte, die Funksignale empfangen. Dazu gehören klassische Radios (insbesondere auf Lang-, Mittel- und Kurzwelle), WLAN-Router, Funk-Fernbedienungen für Garagentore oder Smart-Home-Systeme. Auch Funkamateure bemerken Störungen oft als Erste.

Kann ich EMV-Probleme nachträglich beheben?

Ja, in vielen Fällen ist das möglich. Ein erster einfacher Schritt können sogenannte Ferritkerne sein. Das sind kleine, aufklappbare Magnetkerne, die um die betroffenen Kabel (z.B. das Netzkabel des Radios) geklemmt werden und hochfrequente Störungen filtern. Bei gravierenden Problemen, die auf die Verkabelung oder Erdung zurückzuführen sind, muss jedoch ein Fachmann die Installation überprüfen und nachbessern.

Verursacht ein Stromspeicher zusätzliche Risiken?

Ein Stromspeicher enthält ebenfalls einen Batteriewechselrichter, der wie der Hauptwechselrichter der PV-Anlage eine potenzielle Störquelle sein kann. Hier gelten dieselben Grundsätze: Achten Sie auf Qualitätsprodukte und eine fachgerechte Installation, um die EMV zu gewährleisten.

Fazit: Qualität und Fachwissen sind der beste Schutz

Elektromagnetische Störungen durch eine Photovoltaikanlage sind selten, aber ärgerlich. Glücklicherweise sind sie durch eine sorgfältige Planung und die Einhaltung technischer Standards fast vollständig vermeidbar. Der Schlüssel liegt in der Auswahl hochwertiger, zertifizierter Komponenten und in einer professionellen Installation durch einen erfahrenen Fachbetrieb. So stellen Sie sicher, dass Ihre Anlage nicht nur sauberen Strom produziert, sondern auch im Einklang mit all Ihren anderen elektronischen Geräten arbeitet.

Sie möchten Ihre individuelle Situation besser einschätzen oder suchen nach passenden Komponenten? Im Shop von Photovoltaik.info finden Sie Komplettsets und Einzelteile, die auf typische Anlagengrößen abgestimmt sind und den geltenden Normen entsprechen.

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OLEKSANDR PUSHKAR
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