DIY-Bodenmontage: Eine PV-Anlage im Garten selbst aufständern

Nicht jedes Dach eignet sich für eine Photovoltaikanlage. Manchmal sind es die Ausrichtung, störende Dachfenster oder eine komplexe Statik, die den Traum vom eigenen Solarstrom erschweren.

Es gibt jedoch eine flexible und oft ertragreichere Alternative: die Montage der Solarmodule direkt im Garten. Eine freistehende PV-Anlage erlaubt nicht nur eine perfekte Ausrichtung zur Sonne, sondern gibt Ihnen auch die volle Kontrolle über Ihr Energieprojekt – von der Planung bis zur Installation des Montagesystems.

Warum eine Bodenmontage eine clevere Alternative sein kann

Die Freiheit, die eine Bodenmontage bietet, ist ihr größter Vorteil. Sie sind nicht an die Gegebenheiten Ihres Daches gebunden. Stattdessen können Sie den Standort und die Ausrichtung Ihrer Anlage so wählen, dass Sie den maximalen Stromertrag erzielen.

Die Forschung bestätigt diesen Vorteil: Die meisten Dächer in Deutschland sind nicht ideal nach Süden ausgerichtet. Bodenanlagen ermöglichen eine optimale Ausrichtung mit einer Neigung von 30 bis 35 Grad und exakter Südausrichtung, was zu bis zu 15 % mehr Ertrag im Vergleich zu suboptimalen Dächern führen kann.

Stellen Sie sich vor, Ihr Hausdach zeigt nach Nordost. Im Garten haben Sie jedoch einen ungenutzten, sonnigen Streifen. Hier können Sie eine Anlage errichten, die den ganzen Tag über optimal von der Sonne beschienen wird. Ein weiterer Pluspunkt ist die einfache Wartung: Die Module sind für Reinigung oder Inspektionen leicht zugänglich, ohne dass Sie aufs Dach steigen müssen.

DIY-Bodenmontage: Eine PV-Anlage im Garten selbst aufständern

Planung ist alles: Die wichtigsten Überlegungen vor dem Start

Eine sorgfältige Planung ist der Schlüssel zum Erfolg Ihres DIY-Projekts. Bevor Sie den ersten Spatenstich machen, sollten Sie einige grundlegende Fragen klären, um spätere Enttäuschungen zu vermeiden und die Effizienz Ihrer Anlage sicherzustellen.

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Der richtige Standort: Mehr als nur Sonnenschein

Die Wahl des richtigen Ortes im Garten ist entscheidend. Suchen Sie eine Fläche, die möglichst den ganzen Tag über frei von Schatten ist. Beobachten Sie dafür den Sonnenverlauf und achten Sie auf mögliche Schattenquellen wie Bäume, Hecken oder das Nachbargebäude.

Die Praxis zeigt, dass selbst kleine Schatten große Auswirkungen haben können. Teilverschattung kann die Leistung des gesamten Strangs um bis zu 80 % reduzieren. Moderne Leistungsoptimierer können diesen Effekt zwar abmildern, aber eine schattenfreie Position ist immer die beste Wahl. Für eine typische Kleinanlage mit 1 kWp Leistung, bestehend aus zwei bis drei Modulen, sollten Sie eine freie Fläche von etwa fünf bis sieben Quadratmetern einplanen.

Das Fundament: Die Basis für Stabilität und Langlebigkeit

Ihre PV-Anlage muss Wind und Wetter über Jahrzehnte standhalten. Ein stabiles Fundament ist unerlässlich. Je nach Bodenbeschaffenheit und Anlagengröße gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Betonfundamente (Punkt- oder Streifenfundamente): Die klassische und stabilste Lösung. Sie bieten maximalen Halt, erfordern aber Erdarbeiten und Aushärtezeit.
  • Schraubfundamente: Eine moderne Alternative, die ohne Beton auskommt. Große Schrauben werden in den Boden gedreht und bieten eine hohe Stabilität bei minimalem Eingriff in den Garten.
  • Erdanker oder Plattenständer: Für sehr kleine Anlagen wie einzelne Module oder Balkonkraftwerke, die am Boden aufgestellt werden, können beschwerte Plattenständer eine ausreichende Lösung sein.

Die Wahl des Fundaments hängt stark von den lokalen Gegebenheiten ab. Ein Betonfundament für eine mittelgroße Anlage (4-6 Module) erfordert ca. 0,5 bis 1 Kubikmeter Beton und muss Windlasten von bis zu 150 km/h standhalten können. Die genauen Anforderungen richten sich nach der Bodenbeschaffenheit und der lokalen Windlastzone. Ebenso entscheidend ist die Auswahl der richtigen Photovoltaik Halterung, denn sie stellt die Verbindung zwischen Fundament und Modulen her.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Die Montage Ihrer Garten-PV-Anlage

Mit der richtigen Vorbereitung und etwas handwerklichem Geschick können Sie den mechanischen Teil der Montage selbst durchführen. Gehen Sie dabei systematisch und ohne Eile vor.

Schritt 1: Das Fundament vorbereiten und erstellen

Für unser Beispiel gehen wir von klassischen Punktfundamenten aus Beton aus. Markieren Sie die exakten Positionen der Fundamente gemäß dem Plan Ihres Montagesystems. Heben Sie an diesen Stellen Löcher aus, die tief genug für einen frostsicheren Stand sind (in der Regel ca. 80 cm). Füllen Sie diese mit Beton und setzen Sie die Ankerschrauben oder Halterungen ein, die später den Montagerahmen aufnehmen. Wichtig ist hierbei, mit einer Wasserwaage sicherzustellen, dass alle Ankerpunkte auf exakt der gleichen Höhe liegen.

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Schritt 2: Den Montagerahmen zusammenbauen

Nachdem der Beton vollständig ausgehärtet ist (beachten Sie die Herstellerangaben, meist mehrere Tage), beginnt der Zusammenbau des Rahmens. Die meisten Aufständerungssysteme werden als Bausatz geliefert. Ein praktischer Tipp: Legen Sie vor dem Start alle Teile übersichtlich aus und prüfen Sie die Lieferung auf Vollständigkeit. Das erspart später viel Sucherei.

Folgen Sie der Montageanleitung des Herstellers Schritt für Schritt. Befestigen Sie die vertikalen Stützen auf den Fundamenten und montieren Sie anschließend die Querträger, auf denen später die Module aufliegen. Bei diesem Schritt legen Sie auch den Neigungswinkel Photovoltaik fest – idealerweise zwischen 30 und 35 Grad für einen optimalen Ganzjahresertrag.

Schritt 3: Die Solarmodule befestigen und ausrichten

Dies ist der Moment, in dem Ihre Anlage Gestalt annimmt. Heben Sie die Solarmodule vorsichtig auf den Montagerahmen. Die Module werden in der Regel mit speziellen Modulklemmen (End- und Mittelklemmen) befestigt, die sie sicher auf den Schienen fixieren. Ziehen Sie die Schrauben mit dem vom Hersteller empfohlenen Drehmoment an, um die Module sicher zu halten, ohne den Rahmen zu beschädigen.

Die Präzision bei der Ausrichtung zahlt sich direkt in Form von mehr Solarstrom aus. Eine Abweichung von nur 10 Grad von der optimalen Südausrichtung kann den Jahresertrag bereits um 5 % reduzieren. Ein Kompass und eine Wasserwaage mit Winkelmesser sind unverzichtbare Werkzeuge. Die Erfahrung von Photovoltaik.info zeigt, dass Nutzer, die sich die Zeit für eine präzise Ausrichtung nehmen, langfristig die höchsten Erträge erzielen.

Wichtige Hinweise zu Anschluss und Inbetriebnahme

Während die mechanische Montage ein machbares DIY-Projekt ist, gilt für den elektrischen Anschluss: Dies ist eine Arbeit für einen qualifizierten Elektriker! Nur ein Fachmann darf die Anlage an das Hausnetz anschließen und die Verbindung zum Wechselrichter herstellen. Er stellt sicher, dass alle Sicherheitsvorschriften eingehalten werden und die Anlage korrekt geerdet ist.

Bevor Ihre Anlage Strom produzieren darf, muss sie zudem im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur angemeldet werden. Auch bei diesem Schritt kann Ihr Elektriker Sie unterstützen. Wenn Sie Ihre Photovoltaikanlage planen, sollten Sie die Kosten für den elektrischen Anschluss und die Anmeldung von Beginn an berücksichtigen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur DIY-Bodenmontage

Brauche ich eine Baugenehmigung?

Das hängt von der Größe der Anlage und dem Bundesland ab. Kleinere Anlagen bis zu einer bestimmten Höhe und Fläche sind oft genehmigungsfrei. Eine kurze Anfrage bei Ihrem lokalen Bauamt schafft Klarheit und gibt Ihnen die nötige Sicherheit.

Wie warte ich eine am Boden montierte Anlage?

Die Wartung ist denkbar einfach. Durch die gute Zugänglichkeit können Sie die Module leicht von Schmutz, Laub oder Schnee befreien. Eine regelmäßige Sichtprüfung der Kabel und Verschraubungen wird ebenfalls empfohlen.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Neben den Kosten für Module und Wechselrichter fallen Kosten für das Montagesystem und das Fundament an. Rechnen Sie für das Montagesystem und Fundamentmaterial mit Kosten zwischen 100 und 250 Euro pro Modul, je nach Ausführung und Fundamenttyp.

Kann ich die Anlage später erweitern?

Ja, eine Erweiterung ist prinzipiell möglich. Falls Sie diesen Schritt bereits erwägen, sollten Sie dies bei der Planung des Fundaments und der Auswahl des Montagesystems berücksichtigen, um spätere Anbauten zu erleichtern.

Fazit: Die Freiheit, eigenen Strom zu erzeugen

Eine PV-Anlage im Garten selbst aufzuständern, ist ein lohnendes Projekt für jeden Hausbesitzer mit handwerklichem Geschick. Sie profitieren von optimalen Erträgen durch die perfekte Ausrichtung, einer unkomplizierten Wartung und dem guten Gefühl, Ihre Energieversorgung selbst in die Hand genommen zu haben. Mit sorgfältiger Planung und der Unterstützung eines Elektrikers für den Anschluss steht Ihrem eigenen Garten-Kraftwerk nichts im Wege.

Entdecken Sie im Shop von Photovoltaik.info passende Komplettsets, die auf typische Anlagengrößen für die Bodenmontage abgestimmt sind.

Weitere praxisnahe Informationen zur Auswahl der richtigen Komponenten erhalten Sie direkt auf Photovoltaik.info.

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Patrick Thoma
Patrick Thoma

Patrick Thoma ist Gründer von Mehrklicks.de und JVGLABS.com.
Er entwickelt Systeme für KI-Sichtbarkeit und semantische Architektur – mit Fokus auf Marken, die in ChatGPT, Perplexity und Google SGE sichtbar bleiben wollen.

Mehr über ihn und die Arbeit:
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