Börsenstrompreis einfach erklärt: Warum Strom nachts oft günstiger ist als am Abend

Vielleicht haben Sie schon einmal gehört, dass der Strompreis an der Börse ständig schwankt. Während Ihr Stromanbieter Ihnen einen festen Preis pro Kilowattstunde berechnet, sieht die Realität an den Handelsplätzen ganz anders aus. Besonders auffällig ist dabei ein Phänomen: Nachts, wenn die meisten Menschen schlafen, ist Strom oft extrem günstig, während er am frühen Abend zur besten Sendezeit ein Preishoch erreicht.

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Dieses Auf und Ab ist kein Zufall, sondern das Ergebnis des einfachen Marktprinzips von Angebot und Nachfrage. Zu verstehen, wie diese beiden Kräfte den Strompreis formen, ist der Schlüssel, um die Vorteile moderner Energielösungen wie eines Balkonkraftwerks mit Speicher voll zu erkennen. Wer das Spielfeld kennt, kann mit der richtigen Ausrüstung zum Gewinner werden.

Das tägliche Auf und Ab: Wie der Strommarkt funktioniert

Stellen Sie sich den europäischen Strommarkt, die European Energy Exchange (EEX) in Leipzig, wie einen riesigen Wochenmarkt vor. Auf der einen Seite stehen die Erzeuger wie Kraftwerke, die ihren Strom anbieten, und auf der anderen Seite die Abnehmer wie Industrie und Stadtwerke, die Strom für uns alle einkaufen. Wie auf jedem Markt bestimmt auch hier das Verhältnis von Angebot und Nachfrage den Preis.

European Energy Exchange (EEX) in Leipzig

Die Nachfrageseite: Der vorhersehbare Rhythmus unseres Alltags

Die Stromnachfrage folgt einem recht stabilen Muster, das von unserem täglichen Leben geprägt wird:

  • Morgens (ca. 6–9 Uhr): Deutschland wacht auf. Licht, Kaffeemaschinen, Durchlauferhitzer und die anlaufende Industrie sorgen für eine erste Nachfragespitze.
  • Mittags (ca. 12–14 Uhr): Die Nachfrage bleibt hoch, flacht aber leicht ab. In Büros und Betrieben läuft alles auf Hochtouren.
  • Abends (ca. 18–20 Uhr): Die zweite, oft höchste Spitze des Tages. Menschen kommen von der Arbeit nach Hause, kochen und schalten Fernseher und Beleuchtung ein. Der private Verbrauch erreicht sein Maximum.
  • Nachts (ca. 0–5 Uhr): Die Nachfrage bricht ein. Die Industrie drosselt ihre Produktion und die meisten Haushalte verbrauchen nur noch Strom für Stand-by-Geräte und Kühlschränke.

Dieser typische Tagesverlauf ist für die Netzbetreiber gut planbar. Die eigentliche Variable, die für die Preisdynamik sorgt, ist die Angebotsseite.

Die Angebotsseite: Der unberechenbare Einfluss von Sonne und Wind

Auf der Angebotsseite stehen verschiedene Kraftwerkstypen, die Strom zu sehr unterschiedlichen Kosten produzieren:

  1. Erneuerbare Energien (Sonne & Wind): Sie sind die günstigsten Anbieter. Wenn der Wind weht oder die Sonne scheint, produzieren sie Strom fast zum Nulltarif, da die Anlagenkosten bereits investiert sind. An der Börse haben sie immer Vorrang und speisen ihren Strom als Erste ein.
  2. Konventionelle Kraftwerke (Kohle, Gas): Diese Kraftwerke sind im Betrieb teurer, weil sie Brennstoffe benötigen. Sie werden nur dann zugeschaltet, wenn die erneuerbaren Energien die Nachfrage nicht allein decken können. Gaskraftwerke sind dabei besonders teuer und oft die letzten, die ans Netz gehen, um die Spitzenlast zu bedienen.

Genau hier entsteht die Preisdynamik: Der Preis für alle richtet sich nach dem teuersten Kraftwerk, das gerade noch zur Deckung der Nachfrage benötigt wird. Wenn also viel günstiger Wind- und Solarstrom verfügbar ist, verdrängt dieser die teuren Gaskraftwerke aus dem Markt und der Preis sinkt für alle.

Der Aha-Moment: Warum der Abend teuer und die Nacht billig ist

Führt man nun beide Seiten – Nachfrage und Angebot – zusammen, wird die Logik hinter den Preisschwankungen klar:

Szenario 1: Der frühe Abend (19 Uhr an einem Wintertag)

  • Nachfrage: Sehr hoch. Ganz Deutschland ist zu Hause, kocht, heizt und nutzt elektronische Geräte.
  • Angebot: Die Sonne ist untergegangen, die Photovoltaikanlagen liefern keinen Strom mehr. Weht gleichzeitig wenig Wind, muss die gesamte Nachfrage durch konventionelle Kraftwerke gedeckt werden. Um die Bedarfsspitze zu bedienen, müssen auch die teuersten Gaskraftwerke zugeschaltet werden.
  • Ergebnis: Der Strompreis an der Börse erreicht sein Tageshoch.

Szenario 2: Die tiefe Nacht (3 Uhr in einer stürmischen Nacht)

  • Nachfrage: Sehr niedrig. Fast niemand verbraucht aktiv Strom.
  • Angebot: Starker Wind lässt die Windräder auf Hochtouren laufen, die riesige Mengen günstigen Stroms ins Netz einspeisen. Dieses Angebot übersteigt die geringe Nachfrage bei Weitem.
  • Ergebnis: Der Börsenstrompreis fällt ins Bodenlose. Manchmal wird er sogar negativ, was bedeutet, dass Abnehmer Geld dafür bekommen, wenn sie dem Netz Strom entziehen, um es zu stabilisieren.

Sturm und Windenergie

Dieses Verständnis ist die Grundlage für eine intelligente Energienutzung. Mit einem Standard-Stromvertrag bemerken Sie von diesen Schwankungen nichts, denn Sie zahlen einen über das Jahr gemittelten Preis. Doch die Preisunterschiede sind real und bieten enorme Einsparpotenziale für jeden, der flexibel darauf reagieren kann.

Ihr Weg zum intelligenten Stromnutzer

Die Erkenntnis, dass Strom zu bestimmten Zeiten fast kostenlos, zu anderen aber sehr teuer ist, wirft eine naheliegende Frage auf: Wie kann man davon profitieren?

Die Antwort liegt darin, den eigenen Stromverbrauch von den teuren in die günstigen Stunden zu verlagern. Das größte Einsparpotenzial liegt jedoch darin, den teuren Strombezug aus dem Netz gänzlich zu vermeiden. Genau an diesem Punkt setzen moderne Heimsysteme an. Eine eigene Solaranlage, idealerweise mit einem Stromspeicher, ermöglicht es Ihnen:

  • Tagsüber: Kostenlosen Sonnenstrom zu erzeugen und direkt zu verbrauchen.
  • Überschuss: Überschüssigen Solarstrom in einem Akku zu speichern, anstatt ihn für wenig Geld ins Netz zu speisen.
  • Abends: Den gespeicherten, kostenlosen Solarstrom zu nutzen, wenn der Strom aus dem Netz am teuersten ist.

Intelligentes Energiemanagement mit Balkonkraftwerk und Speicher

Sie kappen damit die teuren Preisspitzen und machen sich unabhängiger von den Schwankungen des Strommarktes. Die Entscheidung, ob sich ein [INTERNAL LINK: /ratgeber/balkonkraftwerk-mit-speicher-oder-ohne | Balkonkraftwerk mit oder ohne Speicher] für Sie lohnt, hängt direkt mit diesem Prinzip zusammen. Ein Speicher verwandelt eine einfache Solaranlage in ein intelligentes Werkzeug für Ihr Energiemanagement.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was genau ist der Börsenstrompreis?

Der Börsenstrompreis, auch Spotmarkt-Preis genannt, ist der Großhandelspreis für Strom. Er wird an der Strombörse für kurzfristige Lieferungen am Folgetag gehandelt und ändert sich stündlich je nach Angebot und Nachfrage.

Warum ist der Strompreis nicht immer gleich?

Der Preis hängt davon ab, welche Kraftwerke zur Deckung der Nachfrage benötigt werden. Wenn günstiger Strom aus Sonne und Wind reichlich vorhanden ist, sinkt der Preis. Wenn teure Gaskraftwerke einspringen müssen, um eine hohe Nachfrage zu bedienen, steigt er.

Wer profitiert von negativen Strompreisen?

Von negativen Strompreisen profitieren vor allem industrielle Großverbraucher, die ihre Produktion flexibel hochfahren und für die Abnahme von Strom bezahlt werden. Mit einem dynamischen Stromtarif könnten künftig auch Privatkunden ihr Elektroauto oder ihren Heimspeicher quasi kostenlos laden.

Spüre ich als normaler Kunde etwas von diesen Preisschwankungen?

Mit einem klassischen Festpreisvertrag spüren Sie die Schwankungen nicht direkt, da Ihr Anbieter diese über das Jahr für Sie ausgleicht. Sie zahlen jedoch indirekt für die teuren Spitzen mit, da diese in Ihren Durchschnittspreis einkalkuliert werden.

Ihr nächster logischer Schritt

Sie verstehen nun das Grundprinzip des Strommarktes und wissen, warum die Preise schwanken. Dieses Wissen ist der Schlüssel, um nicht nur Kosten zu sparen, sondern auch aktiv an der Energiewende teilzuhaben. Indem Sie Ihren eigenen Strom erzeugen und für die teuersten Stunden speichern, handeln Sie wirtschaftlich und ökologisch clever.

Wenn Sie diese Preisvorteile für sich nutzen möchten, sind Speicherlösungen die naheliegende Antwort.

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OLEKSANDR PUSHKAR
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