Bodenmontage für Balkonkraftwerke: Wenn Dach und Balkon keine Option sind

Sie möchten eigenen Solarstrom erzeugen, aber Ihr Balkongeländer ist ungeeignet? Verbietet der Vermieter die Montage an der Fassade oder liegt das Dach im Schatten? Das ist noch lange kein Grund, auf ein Balkonkraftwerk zu verzichten.
Eine oft übersehene, aber äußerst flexible Alternative ist die Montage am Boden. So können Sie die Solarmodule genau dort platzieren, wo die Sonne am intensivsten scheint – sei es im Garten, auf der Terrasse oder auf einem Flachdach.
Warum eine Bodenmontage die ideale Lösung sein kann
Eine Aufständerung am Boden bietet entscheidende Vorteile, die eine feste Installation am Gebäude oft nicht bieten kann. Der größte Pluspunkt ist die Freiheit bei der Standortwahl: Sie sind nicht an bauliche Gegebenheiten gebunden und können Ihre Mini-Solaranlage perfekt zur Sonne ausrichten.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- Maximale Flexibilität: Platzieren Sie die Module dort, wo der Ertrag am höchsten ist – im Garten, auf einer ungenutzten Terrasse oder dem Dach der Garage.
- Optimaler Ertrag: Im Gegensatz zur starren Montage am Balkon lassen sich Neigungswinkel und Himmelsrichtung exakt anpassen. Eine optimale Ausrichtung kann den Jahresertrag im Vergleich zu einer senkrechten Installation um bis zu 15 % steigern.
- Einfache Installation: In den meisten Fällen ist kein Bohren in die Bausubstanz notwendig. Das schont nicht nur das Gebäude, sondern ist auch ideal für Mieter.
- Sicherheit und Wartung: Die Module sind für Reinigung oder Wartungsarbeiten leicht zugänglich und lassen sich sicher am Boden verankern oder mit Gewichten beschweren.
Praxisbeispiel: Ein Eigenheimbesitzer hat einen nach Norden ausgerichteten Balkon, der für eine Solaranlage ungeeignet ist. In seinem Garten gibt es jedoch eine freie, sonnige Rasenfläche. Mit einer Bodenmontage kann er dort ein Balkonkraftwerk installieren und den ganzen Tag über von optimaler Sonneneinstrahlung profitieren.

Verschiedene Systeme für die Aufständerung am Boden
Für die Bodenmontage gibt es verschiedene Halterungssysteme, die sich in Flexibilität, Aufwand und Kosten unterscheiden. Die Auswahl des richtigen Systems hängt von Ihrem Untergrund und Ihren Wünschen zur Ertragsoptimierung ab.
Feste Aufständerung (Dreieckständer)
Die einfachste und gängigste Variante sind sogenannte Dreieckständer. Sie bestehen meist aus zwei Aluminium- oder Stahlprofilen, die ein stabiles Dreieck bilden und das Solarmodul in einem festen Winkel halten. Diese kostengünstigen und robusten Systeme sind schnell montiert und eignen sich hervorragend für Rasenflächen, Flachdächer oder Terrassen. Ihr Neigungswinkel ist in der Regel auf einen optimalen Jahresmittelwert voreingestellt, meist zwischen 20 und 35 Grad.
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Wer den Ertrag seiner Anlage maximieren möchte, kann auf Halterungen mit verstellbarem Neigungswinkel setzen. Damit lassen sich die Module an den saisonal unterschiedlichen Sonnenstand anpassen: im Sommer flacher, im Winter steiler. Diese saisonale Justierung kann den Jahresertrag um zusätzliche 5 bis 10 % steigern. Die Suche nach der passenden Balkonkraftwerk Halterung ist entscheidend, um das Potenzial Ihrer Anlage voll auszuschöpfen.
Praxisbeispiel: Ein technikaffiner Nutzer stellt seine Module im Frühjahr auf einen Winkel von ca. 30 Grad ein. Im Winter, wenn die Sonne tiefer steht, erhöht er den Winkel auf ca. 50 Grad, um auch in der dunkleren Jahreszeit einen möglichst hohen Ertrag zu sichern.
Bodenwannen und beschwerte Systeme
Für Standorte, an denen eine feste Verankerung im Boden nicht möglich oder erwünscht ist, bieten sich beschwerte Systeme an. Hierbei stellt man die Halterungen in spezielle Wannen oder montiert sie auf Rahmen, die anschließend mit Gehwegplatten, Sandsäcken oder anderen Gewichten beschwert werden. Diese Lösung ist ideal für Terrassen, Balkone mit Bodenfläche oder Flachdächer, deren Dachhaut nicht durchdrungen werden darf. Solche Systeme sind besonders bei Mietern beliebt, da sie sich bei einem Umzug rückstandslos entfernen lassen.

Der richtige Standort: Sonne, Neigung und Ausrichtung
Der Erfolg Ihres bodenmontierten Balkonkraftwerks steht und fällt mit dem richtigen Standort. Drei Faktoren sind hier entscheidend: Verschattung, Neigung und Himmelsrichtung.
Den Sonnenplatz finden
Suchen Sie einen Ort, der den ganzen Tag über möglichst schattenfrei bleibt. Beobachten Sie dafür den Sonnenverlauf und achten Sie auf mögliche Schattenquellen wie Bäume, Nachbargebäude oder den eigenen Schornstein. Schon eine Teilverschattung eines Moduls kann die Leistung der gesamten Anlage spürbar reduzieren. Die optimale Ausrichtung Ihres Balkonkraftwerks ist daher der Schlüssel zu einem hohen Eigenverbrauchsanteil.
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12.999,00 €Der optimale Neigungswinkel
Für einen ganzjährig guten Ertrag gilt in Deutschland ein fester Neigungswinkel von etwa 30 bis 35 Grad als idealer Kompromiss. In diesem Winkel treffen die Sonnenstrahlen im Jahresdurchschnitt möglichst senkrecht auf die Moduloberfläche, was die Energieausbeute maximiert.
Die Himmelsrichtung: Süden ist nicht immer Pflicht
Eine reine Südausrichtung liefert zwar über den Tag verteilt den höchsten Gesamtertrag, ist aber nicht immer die beste Wahl für den Eigenverbrauch. Für Berufstätige kann eine Ost-West-Ausrichtung sinnvoller sein. Ein Modul nach Osten fängt die Morgensonne ein und deckt den Strombedarf beim Frühstück, während das zweite Modul nach Westen am späten Nachmittag und Abend produziert – genau dann, wenn gekocht wird oder die Unterhaltungselektronik läuft. Auf diese Weise nutzen Sie den erzeugten Strom direkt selbst, anstatt ihn ins Netz einzuspeisen.
Sicherheit geht vor: Die richtige Befestigung und Ballastierung
Ein aufgeständertes Solarmodul bietet dem Wind eine große Angriffsfläche. Eine unzureichende Sicherung kann dazu führen, dass die Anlage bei einem Sturm verrutscht, umkippt oder sogar wegfliegt. Die sichere Befestigung Ihres Balkonkraftwerks ist daher unerlässlich.
Befestigung im Erdreich
Auf Rasen- oder Erdflächen ist eine feste Verankerung die sicherste Methode. Dafür eignen sich Bodenschrauben oder Erdanker, die tief in den Boden getrieben werden. Wer maximale Stabilität wünscht, kann zusätzlich kleine Punktfundamente aus Beton gießen.
Ballastierung auf festem Untergrund
Auf Terrassen oder Flachdächern sichern Sie die Anlage mit Ballast. Als Faustregel gilt: Pro Solarmodul sollten je nach Windlastzone und Montagesystem mindestens 50 bis 80 kg Gewicht eingeplant werden. Dafür eignen sich handelsübliche Gehwegplatten aus Beton (z. B. 50×50 cm), die günstig und leicht zu beschaffen sind. Da die Windkräfte oft unterschätzt werden, ist eine sorgfältige Sicherung für den langfristig sicheren Betrieb entscheidend.

Häufige Fragen zur Bodenmontage (FAQ)
Brauche ich eine Baugenehmigung für ein aufgeständertes Balkonkraftwerk?
In der Regel ist für Anlagen unter einer bestimmten Größe und Höhe keine Baugenehmigung erforderlich, da sie als nicht fest mit dem Gebäude verbunden gelten. Die Vorschriften können sich jedoch je nach Bundesland und Kommune unterscheiden, weshalb ein kurzer Anruf beim örtlichen Bauamt schnell Klarheit schafft.
Wie weit muss das Balkonkraftwerk vom Nachbargrundstück entfernt sein?
Eine bundesweit einheitliche Regelung gibt es hierfür nicht. Oftmals orientiert man sich an den landesrechtlichen Abstandsregeln für Zäune und Hecken (häufig 0,5 bis 1 Meter). Um Konflikte zu vermeiden, ist es ratsam, das Vorhaben kurz mit dem Nachbarn abzusprechen.
Kann ich die Kabel einfach über den Rasen legen?
Davon ist dringend abzuraten. Um es vor Witterung, Tieren und mechanischer Beschädigung (z. B. durch einen Rasenmäher) zu schützen, sollte das Solarkabel in einem UV-beständigen Leerrohr verlegt werden.
Welchen Ertrag kann ich erwarten?
Ein typisches 800-Watt-Balkonkraftwerk mit zwei Modulen und optimaler Bodenaufständerung kann in Deutschland je nach Standort und Sonneneinstrahlung einen Jahresertrag zwischen 700 und 850 kWh Strom erzeugen. Damit lassen sich bis zu 20 % des durchschnittlichen Stromverbrauchs eines Haushalts decken.
Fazit: Mehr Freiheit und Ertrag durch Bodenmontage
Die Bodenmontage ist eine hervorragende und oft unterschätzte Alternative für alle, denen kein geeignetes Dach oder passender Balkon zur Verfügung steht. Sie bietet die Freiheit, Standort und Ausrichtung für einen maximalen Solarertrag selbst zu bestimmen. Ob im Garten, auf der Terrasse oder dem Garagendach – mit der richtigen Aufständerung können auch Sie unkompliziert und effizient Ihren eigenen Sonnenstrom produzieren.
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