Gründach und Photovoltaik kombinieren: Die Vorteile der Biosolar-Anlage

Ein Dach ist heute oft mehr als nur Schutz vor Wind und Wetter – es kann zu einem aktiven Teil Ihres Hauses werden. Stellen Sie sich vor, Ihr Dach produziert nicht nur sauberen Strom, sondern ist gleichzeitig ein kleiner Garten, der die Umwelt kühlt und die Artenvielfalt fördert. Diese Vision wird mit einem Biosolar-Dach Realität: einer intelligenten Kombination aus Gründach und Photovoltaik-Anlage.

Wir zeigen Ihnen, wie sich diese beiden Technologien gegenseitig verstärken und welche Vorteile daraus für Sie, Ihr Gebäude und die Umwelt entstehen.

Was ist ein Biosolar-Dach?

Ein Biosolar-Dach vereint zwei nachhaltige Systeme auf einer Fläche: eine Dachbegrünung und eine Photovoltaik-Anlage. Anstatt sich für eines von beiden zu entscheiden, nutzt man die Synergien, die aus dieser Kombination entstehen. Die Pflanzen schaffen ein kühleres Mikroklima, das die Leistung der Solarmodule verbessert, während die Module den Pflanzen Schatten spenden und sie vor dem Austrocknen schützen. Es ist eine Win-Win-Situation, die aus einem einfachen Dach zugleich ein kleines Ökosystem und Kraftwerk macht.

Die Synergien: Warum Gründach und PV-Anlage perfekt zusammenpassen

Die Verbindung von Natur und Technik auf dem Dach bietet mehr als nur die Summe ihrer Teile. Die Vorteile sind messbar und wirken sich positiv auf den Ertrag Ihrer Anlage, die Langlebigkeit Ihres Daches und die Umwelt aus.

Höherer Stromertrag durch natürliche Kühlung

Einer der größten Feinde der Effizienz von Solarmodulen ist Hitze. An heißen Sommertagen können sich Dächer auf über 80 °C aufheizen, und herkömmliche PV-Module verlieren bei Temperaturen über 25 °C an Leistung. Hier kommt das Gründach ins Spiel: Durch die Verdunstung von Wasser kühlen die Pflanzen ihre Umgebung aktiv.

Pflanzen auf dem Dach können die Umgebungstemperatur nachweislich um bis zu 3 °C reduzieren. Diese natürliche Klimaanlage sorgt dafür, dass die Solarmodule kühler bleiben und effizienter arbeiten. In der Praxis steigert die Begrünung durch diesen Kühleffekt die Modulleistung um bis zu 4 %. Über die Lebensdauer der Anlage von 20 bis 30 Jahren summiert sich dieser Mehrertrag deutlich.

Ein typisches Einfamilienhaus könnte so jährlich mehrere hundert Kilowattstunden zusätzlichen Strom erzeugen – nur durch die clevere Kombination mit einer Dachbegrünung.

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Schutz für Ihr Dach und Ihr Gebäude

Ein Gründach ist eine natürliche Schutzschicht für Ihre Dachabdichtung. Es schirmt sie vor extremen Witterungseinflüssen wie UV-Strahlung, Hagel und starken Temperaturschwankungen ab, wodurch sich die Lebensdauer der Dachhaut verdoppeln kann.

Zusätzlich dient das Gründach als wertvoller Wasserspeicher. Es kann bis zu 90 % des Niederschlagswassers aufnehmen und langsam wieder an die Umgebung abgeben. Das entlastet die Kanalisation bei Starkregen und schützt Ihr Gebäude vor Wasserschäden. Im Sommer kühlt die verdunstende Feuchtigkeit zusätzlich das gesamte Gebäude, was den Bedarf an Klimaanlagen senken kann.

Beitrag für Umwelt und Mikroklima

Neben den direkten Vorteilen für Ihr Haus leisten Sie mit einem Biosolar-Dach auch einen wertvollen Beitrag für die Umwelt. Die Bepflanzung schafft neuen Lebensraum für Insekten wie Bienen und Schmetterlinge und fördert so die Artenvielfalt in städtischen Gebieten.

Ein Gründach verbessert auch die Luftqualität, da die Pflanzen Staub und Schadstoffe filtern – nachweislich bis zu 80 % pro Jahr. Gerade in dicht besiedelten Gebieten ist das ein spürbarer Beitrag zu einem gesünderen Wohnumfeld.

Einfachere Montage ohne Dachdurchdringung

Ein entscheidender technischer Vorteil ergibt sich bei der Installation auf Flachdächern. Normalerweise müssen die Halterungen für eine PV-Anlage im Dach verankert werden, was immer ein Risiko für Undichtigkeiten birgt. Bei einem Gründach kann auf diese Verankerung oft verzichtet werden.

Das Substrat der Begrünung dient als Auflast, die die Photovoltaik-Konstruktion beschwert und sichert. In nassem Zustand wiegt es zwischen 100 und 150 kg pro Quadratmeter – genug Masse, um die Anlage auch bei starkem Wind sicher an ihrem Platz zu halten. Eine Dachdurchdringung wird somit überflüssig, was die Installation vereinfacht und die Dachhaut schont. Dieses Verfahren ist bei der Installation von Photovoltaik auf Flachdächern gängige Praxis.

Worauf müssen Sie bei der Planung achten?

Eine sorgfältige Planung ist der Schlüssel zum Erfolg eines Biosolar-Daches. Nicht jedes Dach ist ohne Weiteres geeignet, und es gibt einige wichtige technische Aspekte zu berücksichtigen.

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Die Statik des Daches

Die wichtigste Voraussetzung ist eine ausreichende Tragfähigkeit des Daches. Die zusätzliche Last durch das Gründach (Substrat, Pflanzen, Wassersättigung) und die PV-Anlage ist erheblich. Lassen Sie die Statik Ihres Daches daher unbedingt von einem qualifizierten Bauingenieur prüfen. Gerade bei der Nachrüstung eines bestehenden Daches ist das ein unverzichtbarer Schritt. Bei Neubauten kann die zusätzliche Last von vornherein eingeplant werden.

Die richtige Aufständerung für das Gründach

Standard-Montagesysteme sind für Gründächer nicht geeignet. Die PV-Module müssen auf speziellen Aufständerungen montiert werden, die ausreichend Abstand zur Bepflanzung gewährleisten. So bekommen die Pflanzen genügend Licht und wachsen nicht so hoch, dass sie die Module verschatten. Gleichzeitig muss der Zugang für Wartungsarbeiten an der Begrünung und den Modulen gewährleistet sein.

In der Praxis haben sich Systeme bewährt, die das Gewicht flächig verteilen und eine einfache Integration in das Gründach-System ermöglichen.

Pflege und Wartung

Ein Biosolar-Dach ist pflegeleicht, aber nicht völlig wartungsfrei. Ein bis zwei Wartungsgänge pro Jahr sind empfehlenswert. Dabei werden die Abflüsse kontrolliert, unerwünschter Aufwuchs entfernt und die PV-Module auf Verschmutzungen geprüft. Die Auswahl der richtigen Bepflanzung, meist trockenheitsresistente Sedum-Arten, minimiert den Pflegeaufwand erheblich.

Für wen lohnt sich ein Biosolar-Dach?

Grundsätzlich ist die Kombination für jeden Betreiber einer Flachdach-PV-Anlage eine Überlegung wert. Besonders sinnvoll ist sie in folgenden Szenarien:

  • Neubauten: Hier können Statik, Dachaufbau und Entwässerung von Anfang an optimal auf die Doppelfunktion ausgelegt werden.
  • Dachsanierungen: Wenn die Dachabdichtung ohnehin erneuert werden muss, ist das der ideale Zeitpunkt, um über eine Begrünung in Kombination mit Photovoltaik nachzudenken.
  • Gewerbeimmobilien und Mehrfamilienhäuser: Große, ungenutzte Flachdachflächen bieten enormes Potenzial. Unternehmen können damit nicht nur Energiekosten senken, sondern auch ihr ökologisches Engagement sichtbar machen.
  • Eigenheime mit Flachdach (z. B. Bungalows, Garagen): Auch auf kleineren Flächen lassen sich die Vorteile nutzen, um die Energieeffizienz und den Wohnkomfort zu steigern.

Mit einem Photovoltaik-Rechner können Sie abschätzen, wie sich der potenzielle Mehrertrag durch den Kühleffekt auf die Wirtschaftlichkeit Ihrer geplanten Anlage auswirkt.

FAQ – Häufige Fragen zur Kombination von Gründach und Photovoltaik

Wie viel mehr Ertrag bringt ein Gründach wirklich?

Studien und Praxiserfahrungen zeigen einen Mehrertrag von bis zu 4 % im Jahresdurchschnitt. An besonders heißen Tagen kann der Leistungsgewinn sogar noch höher ausfallen.

Ist die Installation komplizierter als bei einer normalen PV-Anlage?

Die Planung erfordert mehr Sorgfalt, insbesondere bei der Statik und der Auswahl des passenden Montagesystems. Die Installation selbst führen spezialisierte Fachbetriebe aber routiniert durch. Der Verzicht auf eine Dachdurchdringung kann den Vorgang sogar vereinfachen.

Welche Pflanzen eignen sich für ein Gründach unter PV-Modulen?

Ideal sind extensive Begrünungen mit anspruchslosen, trockenheitsresistenten und niedrig wachsenden Pflanzen. Dazu gehören vor allem verschiedene Sedum-Arten (Fetthenne), aber auch Kräuter und Gräser, die mit den wechselnden Lichtverhältnissen unter den Modulen gut zurechtkommen.

Kann ich mein bestehendes Gründach mit PV nachrüsten?

Ja, das ist grundsätzlich möglich. Der entscheidende Faktor ist auch hier die Statik. Ein Experte muss prüfen, ob das Dach die zusätzliche Last der PV-Anlage tragen kann. Außerdem muss das Montagesystem auf die bestehende Begrünung abgestimmt werden.


Ein Biosolar-Dach ist eine zukunftsorientierte Lösung, die Ökologie und Ökonomie auf intelligente Weise verbindet. Sie steigern nicht nur den Ertrag Ihrer Solaranlage, sondern werten Ihr Gebäude nachhaltig auf.

Sie möchten Ihre individuelle Situation besser einschätzen? Weitere praxisnahe Informationen zur Auswahl der richtigen Komponenten und Komplettsets finden Sie direkt auf Photovoltaik.info.

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OLEKSANDR PUSHKAR
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