Photovoltaik auf Schiefer- & Biberschwanzdächern: So gelingt die Befestigung

Photovoltaik auf Schiefer- & Biberschwanzdächern: So gelingt die Befestigung

Ein Schieferdach oder ein Dach mit Biberschwanzziegeln ist oft ein architektonisches Highlight und verleiht einem Haus einen besonderen Charakter. Viele Hausbesitzer befürchten jedoch, dass diese traditionellen Eindeckungen eine Photovoltaikanlage unmöglich machen – ein weitverbreiteter Irrtum.

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Mit dem richtigen Wissen und speziellen Befestigungslösungen lässt sich auch auf diesen anspruchsvollen Dächern sicher, dicht und dauerhaft Solarstrom erzeugen. Wir zeigen Ihnen, worauf es dabei ankommt.

Warum Schiefer- und Biberschwanzdächer eine besondere Herausforderung sind

Im Gegensatz zu robusten Betondachsteinen wie der Frankfurter Pfanne sind Schieferplatten und Biberschwanzziegel spröde und bruchanfällig. Die besondere Schwierigkeit liegt in ihrer Beschaffenheit und Verlegeart:

  • Bruchgefahr: Bereits geringer, punktueller Druck kann zu Brüchen oder feinen Haarrissen führen. Ein Standard-Dachhaken übt durch sein Gewicht und die Hebelwirkung genau diesen unzulässigen Druck aus.

  • Überlappende Verlegung: Sowohl Schiefer als auch Biberschwanzziegel, oft in Doppeldeckung, werden in mehreren, sich überlappenden Schichten verlegt. Dieses System sorgt für die Regensicherheit, macht aber das einfache Einhaken von Standardhaken unmöglich.

  • Dichtigkeit: Jede Durchdringung der Dacheindeckung ist ein potenzielles Risiko für Wassereintritt. Bei diesen empfindlichen Materialien ist es entscheidend, die Wasserführung nach der Montage des Hakens wieder lückenlos herzustellen.

Stellen Sie sich vor, Sie würden versuchen, einen normalen Haken unter eine dünne Schieferplatte zu zwängen. Im besten Fall hebt er die darüberliegende Platte an, was ein Einfallstor für Regen schafft. Im schlimmsten Fall bricht die Platte – ein Schaden, der oft erst später durch Feuchtigkeit im Dachstuhl bemerkt wird.

Die Lösung: Spezielle Dachhaken für empfindliche Dacheindeckungen

Für diese anspruchsvollen Dächer wurden spezielle Befestigungssysteme entwickelt. Der Markt bietet dafür hoch spezialisierte Lösungen, die den besonderen Eigenschaften von Schiefer und Biberschwanz Rechnung tragen.

Befestigung auf Schieferdächern

Die Montage auf einem Schieferdach erfordert Präzision und das richtige Material. Standardhaken sind hier absolut tabu. Stattdessen verwendet man spezielle Schieferdachhaken.

Diese Haken zeichnen sich durch einen langen, sehr flachen Ausleger (Steg) aus. Dieser wird nicht auf, sondern unter den Schieferplatten direkt auf der Dachlattung oder der Schalung verschraubt. Der schmale Hakenarm wird dann durch die Fuge zwischen zwei benachbarten Schieferplatten nach außen geführt.

Schieferdach Befestigung

Der Prozess in der Praxis:

  1. Der Installateur lokalisiert die Position für den Haken über einer Dachlatte.
  2. Die darüberliegende Schieferplatte wird vorsichtig mit einem speziellen Werkzeug, dem Hakenheber, angehoben.
  3. Der Dachhaken wird auf der Lattung verschraubt.
  4. Oft muss die darüberliegende Platte an der Unterseite minimal bearbeitet werden, damit sie wieder plan aufliegt.

Die Erfahrung zeigt, dass sich bei einer fachgerechten Installation die Bruchrate von alten Schieferplatten meist unter 5 % halten lässt. Voraussetzung ist allerdings, dass die Montage von einem erfahrenen Fachbetrieb durchgeführt wird, der mit der nötigen Sorgfalt arbeitet.

Befestigung auf Biberschwanzdächern

Biberschwanzziegel werden meist in Doppeldeckung verlegt, was bedeutet, dass immer zwei Ziegel übereinanderliegen. Ein Standardhaken wäre hier zu kurz und würde den oberen Ziegel anheben oder brechen lassen.

Spezielle Biberschwanz-Dachhaken lösen dieses Problem auf zweierlei Wegen:

  • Längere, verstellbare Haken: Diese Haken verfügen über einen längeren Steg und oft eine verstellbare Grundplatte, um den Höhenunterschied der Doppeldeckung auszugleichen.

  • Ziegelersatzbleche: Eine sehr sichere Methode ist die Verwendung von Ziegelersatzblechen aus Metall, z. B. Aluminium oder Edelstahl. Hierbei wird ein Ziegel komplett entfernt und durch das Blech ersetzt, an dem der Haken bereits vormontiert ist. So ist die Dichtigkeit optimal gewährleistet.

In den meisten Fällen entfernt der Monteur den oberen Ziegel, montiert den Haken und setzt den Ziegel anschließend wieder ein. Damit dieser wieder flach aufliegt, muss an seiner Unterseite mit einem Winkelschleifer eine kleine Aussparung für den Hakensteg geschliffen werden. Solche speziellen Befestigungsmaterialien können die Kosten einer Photovoltaikanlage zwar leicht erhöhen, sind aber für eine sichere und dichte Montage unerlässlich.

Biberschwanzdach Befestigung

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Werkzeuge und Bearbeitung: Präzision ist entscheidend

Die Montage auf Schiefer- und Biberschwanzdächern ist kein Projekt für die Standard-Werkzeugkiste. Sie erfordert spezielles Gerät und das nötige Fingerspitzengefühl.

  • Für Schieferdächer: Ein Schieferhammer mit spitzer und breiter Seite sowie eine Schieferhaubrücke sind unerlässlich, um Schieferplatten fachgerecht zu bearbeiten oder zu ersetzen.

  • Für Biberschwanzdächer: Ein Winkelschleifer mit einer hochwertigen Diamant-Trennscheibe ist notwendig, um saubere und ausbruchsfreie Ausklinkungen an den Ziegeln vorzunehmen.

Selbst handwerklich sehr versierte Kunden überlassen diesen speziellen Teil der Montage lieber einem erfahrenen Dachdecker oder Solarteur. Das Risiko, durch einen kleinen Fehler einen teuren Wasserschaden zu verursachen, ist schlicht zu hoch.

Typische Fehler vermeiden: Worauf Sie achten sollten

Um die Langlebigkeit von Dach und PV-Anlage zu sichern, sollten Sie die folgenden Fehler unbedingt vermeiden:

  1. Verwendung von Standard-Dachhaken: Der häufigste und fatalste Fehler. Führt fast immer zu Bruch und Undichtigkeiten.

  2. Abdichten mit Silikon: Ein häufiger Trugschluss ist die Annahme, dass sich eine unsaubere Montage mit Silikon „retten“ lässt. Dauerhafte Dichtigkeit erreicht man nur durch die mechanische Wasserführung der Ziegel und Platten, nicht durch Dichtstoffe.

  3. Gebrochene Ziegel nicht ersetzen: Jeder beschädigte Ziegel oder jede gebrochene Platte muss sofort durch ein intaktes Exemplar ersetzt werden.

  4. Falsche Lastverteilung: Die Haken müssen exakt über den Sparren positioniert und verschraubt werden, um die Last sicher in die Dachkonstruktion einzuleiten.

Werkzeuge und Bearbeitung

FAQ – Häufige Fragen zur PV-Montage auf Schiefer und Biberschwanz

Ist mein altes Schieferdach überhaupt für eine PV-Anlage geeignet?
Das hängt weniger von den Schieferplatten selbst als vom Zustand des darunterliegenden Dachstuhls und der Lattung ab. Vor der Installation sollte unbedingt ein Statiker oder ein erfahrener Dachdeckermeister die Tragfähigkeit prüfen.

Erlischt die Garantie meines Daches bei der Installation einer PV-Anlage?
Wenn die Montage unsachgemäß erfolgt, kann dies der Fall sein. Wird die Installation jedoch von einem zertifizierten Fachbetrieb nach Herstellervorgaben durchgeführt, bleibt die Gewährleistung für das Dach in der Regel unberührt. Klären Sie dies vorab mit Ihrem Dachdecker.

Wie viel teurer ist die Montage auf diesen Dächern?
Rechnen Sie mit einem Mehraufwand von etwa 20 bis 30 Minuten pro Dachhaken im Vergleich zu einer Standardmontage. Je nach Anlagengröße erhöhen sich die Montagekosten dadurch um 15 % bis 30 %. Eine detaillierte Planung Ihrer PV-Anlage hilft, solche Kostenfaktoren von Anfang an zu berücksichtigen.

Kann ich die Montage selbst durchführen?
Hiervon ist bei diesen Dachtypen dringend abzuraten, es sei denn, Sie sind selbst Dachdecker oder haben tiefgehende Erfahrung mit Schiefer- oder Biberschwanzeindeckungen. Die Gefahr von teuren Folgeschäden ist zu groß.

Fazit: Mit der richtigen Technik wird jedes Dach zum Kraftwerk

Ein Dach aus Schiefer oder Biberschwanzziegeln ist kein Hindernis für eine moderne Photovoltaikanlage, sondern eine Aufgabe, die spezielle Lösungen verlangt. Mit den richtigen Dachhaken, dem passenden Werkzeug und dem nötigen Know-how lässt sich auch auf einem traditionellen Dach sicher und effizient Sonnenstrom produzieren.

Die Investition in eine fachgerechte Montage durch Experten zahlt sich hier durch eine jahrzehntelange, sorgenfreie Nutzung und ein dichtes Dach doppelt aus. Die Plattform Photovoltaik.info hat es sich zur Aufgabe gemacht, verständliche Informationen auch für solche speziellen Anwendungsfälle zu liefern.

Sie sehen, auch ein traditionelles Dach muss kein Hindernis für moderne Solartechnik sein. Die sorgfältige Auswahl der Befestigung ist der Schlüssel zum Erfolg.

Im Shop von Photovoltaik.info finden Sie passende Komplettsets, die Sie auch für spezielle Dacheindeckungen konfigurieren können.

Möchten Sie Ihre individuelle Situation besser einschätzen? Unsere Experten beraten Sie gerne und finden die passende Lösung für Ihr Dach.

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Patrick Thoma
Patrick Thoma

Patrick Thoma · Gründer & Hauptautor von Photovoltaik.info
20+ Jahre PV Praxis · 3.000+ Anlagen · eigene 20 kWp Anlage mit zwei Speichern

Hallo, ich bin Patrick. Ich habe die damals größte PV Modulproduktion Bayerns geleitet, mehr als 3.000 Photovoltaikanlagen mit aufgebaut und betreibe heute selbst eine 20 kWp Anlage mit zwei Speichern. Auf Photovoltaik.info teile ich meine Erfahrung aus über zwei Jahrzehnten PV Praxis, unabhängig, verständlich und ohne Verkaufsdruck. Mein Ziel ist es, Hausbesitzern ehrliche Informationen zu Photovoltaik, Stromspeichern und Balkonkraftwerken zu geben, damit sie bessere Entscheidungen treffen können, ohne Verkaufsmaschen und Marketing Bla.


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