Der Antrag für den KfW-Kredit 270: Ein detaillierter Leitfaden vom Bankgespräch bis zur Auszahlung

Die Entscheidung für eine eigene Photovoltaikanlage ist ein wichtiger Schritt in Richtung Unabhängigkeit und nachhaltiger Energieversorgung. Doch neben der technischen Planung stellt die Finanzierung für viele Eigenheimbesitzer eine zentrale Hürde dar. Der Förderkredit 270 „Erneuerbare Energien – Standard“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist eines der bekanntesten Instrumente. Dieser Leitfaden führt Sie detailliert durch den gesamten Prozess – von der ersten Idee über das entscheidende Bankgespräch bis hin zur finalen Auszahlung.

Was ist der KfW-Kredit 270 und für wen eignet er sich?

Der KfW-Kredit 270 ist kein direkter Zuschuss, sondern ein zinsgünstiges Darlehen zur Finanzierung von Anlagen, die Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien erzeugen. Er richtet sich an Privatpersonen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen, die in nachhaltige Technologien investieren möchten.

Für Eigenheimbesitzer kommt er insbesondere bei der Finanzierung folgender Anlagen infrage:

  • Photovoltaikanlagen auf Dächern, an Fassaden oder auf Freiflächen
  • zugehörige Stromspeicher, um den Eigenverbrauch zu maximieren
  • Anlagen zur Erzeugung von Wärme, wie Solarthermieanlagen

Der große Vorteil liegt in den meist günstigeren Zinsen im Vergleich zu einem herkömmlichen Ratenkredit und den langen Laufzeiten, die eine überschaubare monatliche Belastung ermöglichen. Eine solide Finanzierung legt den Grundstein für eine rentable Photovoltaikanlage, die über Jahrzehnte hinweg Stromkosten spart.

Der Weg zum Kredit: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Der Antragsprozess für den KfW-Kredit folgt einer klaren Struktur. Das Wichtigste vorab: Der Antrag wird nicht direkt bei der KfW gestellt, sondern immer über einen Finanzierungspartner – in der Regel Ihre Hausbank. Diese leitet den Antrag an die KfW weiter.

Schritt 1: Die Vorbereitung – Das Fundament Ihres Antrags

Bevor Sie überhaupt an ein Bankgespräch denken, benötigen Sie eine solide Planungsgrundlage. Der erste und wichtigste Schritt ist, ein detailliertes Angebot von einem qualifizierten Fachbetrieb einzuholen.

Dieses Angebot sollte folgende Punkte umfassen:

  • Gesamtkosten: Aufschlüsselung der Kosten für Module, Wechselrichter, Montagesystem, Installation und optional einen Stromspeicher.
  • Technische Daten: Genaue Angaben zur Anlagengröße (in kWp), zu den verwendeten Komponenten und zur prognostizierten Jahresstromerzeugung.
  • Wirtschaftlichkeitsberechnung: Eine seriöse Prognose, wie viel Stromkosten Sie sparen und welche Einnahmen Sie durch die Einspeisevergütung erzielen können.

Eine typische 10-kWp-Anlage für ein Einfamilienhaus kostet je nach Komponenten und Installationsaufwand zwischen 15.000 und 20.000 Euro. Mit diesem konkreten Angebot haben Sie eine verlässliche Basis für das Bankgespräch.

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Schritt 2: Das Gespräch mit Ihrer Hausbank

Mit dem finalen Angebot in der Hand vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrer Hausbank. Sie ist Ihr offizieller Ansprechpartner und prüft Ihre Bonität sowie die Förderfähigkeit des Vorhabens.

Bringen Sie zu diesem Gespräch folgende Unterlagen mit:

  • Das vollständige Angebot des Installateurs
  • Eine Aufstellung der Gesamtkosten
  • Ihre persönlichen Finanzunterlagen (Gehaltsnachweise, Kontoauszüge etc.)

Ihr Bankberater wird gemeinsam mit Ihnen den Kreditantrag für die KfW ausfüllen. Erläutern Sie Ihr Vorhaben klar und zeigen Sie, dass Sie sich mit der Thematik auseinandergesetzt haben. Gut vorbereitete Gespräche führen erfahrungsgemäß schneller zu einer positiven Entscheidung. Eine Übersicht über die KfW Förderung für Photovoltaik kann Ihnen zusätzliche Argumente für Ihr Gespräch liefern.

Schritt 3: Der offizielle Antrag und die Zusage

Nachdem Ihre Hausbank alle Unterlagen geprüft und Ihre Bonität bestätigt hat, leitet sie den Antrag an die KfW weiter. Die KfW prüft nun, ob das Vorhaben den Förderrichtlinien entspricht. Dieser Prozess dauert in der Regel einige Wochen.

Der wichtigste Grundsatz lautet: Beginnen Sie nicht mit dem Vorhaben, bevor Sie die schriftliche Kreditzusage erhalten haben! Das bedeutet: Unterschreiben Sie keine Liefer- oder Leistungsverträge und leisten Sie keine Anzahlungen. Ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn ist der häufigste Grund für die Ablehnung einer Förderung.

Schritt 4: Projektstart und Nachweisführung

Sobald Sie die Zusage von der KfW über Ihre Hausbank erhalten haben, können Sie grünes Licht geben. Beauftragen Sie den Installateur und starten Sie den Bau Ihrer Photovoltaikanlage.

Sammeln Sie während der gesamten Installationsphase sorgfältig alle Rechnungen und Zahlungsbelege. Diese Dokumente dienen später als Nachweis für die ordnungsgemäße Verwendung der Kreditmittel. Ihre Hausbank teilt Ihnen mit, welche Nachweise für die Auszahlung konkret erforderlich sind.

Schritt 5: Die Auszahlung des Kredits

Sobald die Anlage installiert und in Betrieb genommen ist, reichen Sie alle erforderlichen Rechnungen bei Ihrer Hausbank ein. Diese prüft die Unterlagen und fordert die Kreditsumme bei der KfW an. Die Auszahlung erfolgt dann auf Ihr Konto oder nach Absprache direkt an den Installationsbetrieb. Der Kredit wird in der Regel zu 100 % der förderfähigen Kosten ausgezahlt.

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Typische Fallstricke und wie Sie diese vermeiden

Der Antragsprozess ist standardisiert, dennoch gibt es einige Hürden, die Sie kennen sollten.

  • Vorzeitiger Maßnahmenbeginn: Wie bereits erwähnt, führt die Unterzeichnung eines Vertrags vor Kreditzusage unweigerlich zur Ablehnung. Warten Sie immer auf das offizielle Dokument.
  • Unvollständige Unterlagen: Ein fehlendes technisches Datenblatt oder eine ungenaue Kostenaufstellung kann den Prozess erheblich verzögern. Nehmen Sie sich Zeit für eine lückenlose Vorbereitung.
  • Falsche Kostenkalkulation: Planen Sie einen kleinen Puffer für unvorhergesehene Ausgaben ein. Eine nachträgliche Erhöhung des Kreditrahmens ist oft kompliziert.
  • Unterschätzung des Zeitaufwands: Vom ersten Angebot bis zur Auszahlung können durchaus zwei bis drei Monate vergehen. Planen Sie diesen Zeitrahmen realistisch in Ihr Vorhaben ein.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum KfW-Kredit 270

Kann ich den Kredit mit anderen Förderungen kombinieren?
Ja, eine Kombination mit anderen Förderprogrammen (z. B. Zuschüssen von Bundesländern oder Kommunen) ist grundsätzlich möglich. Allerdings darf die Summe aller Förderungen die Investitionskosten nicht übersteigen. Erhaltene Zuschüsse müssen Sie daher vom beantragten Kreditbetrag abziehen.

Was genau wird gefördert?
Gefördert werden die Kosten für die Anschaffung und Installation der Anlage. Dazu gehören die Solarmodule, der Wechselrichter, das Montagesystem sowie die Kosten für Planung und Montage. Wenn Sie sich für Photovoltaik mit Speicher entscheiden, sind auch die Kosten für den Batteriespeicher förderfähig.

Wie lange dauert die Bearbeitung des Antrags?
Die Dauer hängt von der Auslastung Ihrer Hausbank und der KfW ab. Rechnen Sie nach Einreichung des vollständigen Antrags bei Ihrer Bank mit einer Bearbeitungszeit von etwa vier bis acht Wochen bis zur endgültigen Zusage.

Muss ich Eigenkapital einbringen?
Der KfW-Kredit 270 kann bis zu 100 % der förderfähigen Investitionskosten finanzieren. Eigenkapital ist nicht zwingend erforderlich, wird von Ihrer Hausbank im Rahmen der Bonitätsprüfung aber oft positiv bewertet.

Fazit: Gute Vorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg

Der KfW-Kredit 270 ist ein hervorragendes Instrument, um die Investition in eine Photovoltaikanlage zu finanzieren. Der administrative Prozess mag auf den ersten Blick komplex erscheinen, ist aber mit einer strukturierten Vorgehensweise und sorgfältiger Vorbereitung gut zu bewältigen. Entscheidend sind vor allem ein detailliertes Angebot eines Fachbetriebs und ein transparentes Gespräch mit Ihrer Hausbank. Wenn Sie die vorgestellten Schritte befolgen und typische Fehler vermeiden, steht einer erfolgreichen Finanzierung nichts im Wege.

Weitere praxisnahe Informationen zur Auswahl der richtigen Komponenten und zur Planung Ihrer Anlage finden Sie direkt hier auf Photovoltaik.info.
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OLEKSANDR PUSHKAR
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