Amortisationsrechnung bei Finanzierung: Wie ein Solarkredit die Rendite beeinflusst

Für viele Hausbesitzer ist eine eigene Photovoltaikanlage ein großer Wunsch, doch nicht immer sind die Mittel für eine Barzahlung sofort verfügbar. Ein Solarkredit ist hier eine naheliegende Lösung. Doch wie wirkt sich die Finanzierung auf die Wirtschaftlichkeit und Amortisationszeit aus? Dieser Beitrag zeigt Ihnen, wie Zinsen und Kreditlaufzeit die Gesamtrechnung verändern und wann sich eine finanzierte Anlage dennoch lohnt.
Die grundlegende Rechnung: Barzahlung vs. Finanzierung
Im einfachsten Fall – der Barzahlung – ist die Amortisationszeit einer Photovoltaikanlage simpel berechnet: Die gesamten Anschaffungskosten werden durch die jährliche Ersparnis geteilt, die sich aus der reduzierten Stromrechnung und der Einspeisevergütung zusammensetzt.
Beispiel bei Barzahlung:
- Anschaffungskosten: 15.000 €
- Jährliche Ersparnis: 1.800 €
- Amortisationszeit: 15.000 € / 1.800 € = ca. 8,3 Jahre
Bei einer Finanzierung kommt jedoch eine entscheidende Variable hinzu: die Zinskosten. Sie werden zu den Anschaffungskosten addiert und erhöhen damit Ihre Gesamtinvestition. So steigen die tatsächlichen Kosten einer Photovoltaikanlage über die Laufzeit des Kredits.
Wie Zinskosten die Amortisationszeit verlängern
Jeder Euro, den Sie für Zinsen zahlen, verlängert den Zeitraum, bis Ihre Anlage ihre Kosten eingespielt hat. Die Gesamtkosten setzen sich also nicht mehr nur aus dem Kaufpreis zusammen, sondern aus dem Kaufpreis zuzüglich aller gezahlten Zinsen.
Nehmen wir das obige Beispiel und ergänzen es um einen typischen Solarkredit:
- Anschaffungskosten: 15.000 €
- Kreditsumme: 15.000 €
- Zinssatz: 5,0 % p.a.
- Laufzeit: 10 Jahre
- Gezahlte Zinsen insgesamt: ca. 4.050 €
- Gesamtkosten der Anlage: 15.000 € + 4.050 € = 19.050 €
Die neue Amortisationsrechnung sieht nun so aus:
- Neue Amortisationszeit: 19.050 € / 1.800 € = ca. 10,6 Jahre
Die Erfahrung zeigt, dass die Amortisation einer Photovoltaikanlage bei Barzahlung oft zwischen 8 und 12 Jahren liegt. Durch eine Finanzierung kann sich dieser Zeitraum auf 12 bis 16 Jahre verlängern.
Der Schlüssel zum Erfolg: Positiver Cashflow von Anfang an
Obwohl sich die Amortisationszeit verlängert, kann eine Finanzierung wirtschaftlich sehr sinnvoll sein. Entscheidend ist der monatliche Cashflow. Idealerweise fällt die monatliche Kreditrate niedriger aus als die Ersparnis, die Sie durch Ihre PV-Anlage erzielen.
Praxisbeispiel:
- Ihre monatliche Stromkostenersparnis + Einspeisevergütung beträgt 150 €.
- Ihre monatliche Kreditrate für die Anlage beträgt 130 €.
In diesem Szenario haben Sie ab dem ersten Tag einen positiven Cashflow von 20 € pro Monat. Sie sparen also sofort Geld, ohne Eigenkapital einsetzen zu müssen. Ihre Anlage finanziert sich quasi von selbst und erwirtschaftet sogar einen kleinen Überschuss.
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Der Markt für Photovoltaik-Finanzierungen ist vielfältig. Eine der bekanntesten Optionen ist der KfW-Kredit 270 („Erneuerbare Energien – Standard“). Die Zinssätze hierfür starten oft bei rund 5 %, sind aber von Bonität und Marktlage abhängig. Eine typische PV-Anlage für ein Einfamilienhaus mit 8 bis 10 kWp Leistung kostet zwischen 12.000 € und 18.000 €. Die meisten Kredite sind darauf ausgelegt, diese Summe vollständig zu finanzieren.
Die Wahl der richtigen Laufzeit ist entscheidend:
- Kurze Laufzeit (z. B. 5 Jahre): Führt zu hohen monatlichen Raten, senkt aber die gesamten Zinskosten. Ein positiver Cashflow ist schwerer zu erreichen.
- Lange Laufzeit (z. B. 15 Jahre): Senkt die monatliche Rate und erleichtert einen positiven Cashflow. Dafür steigen die gesamten Zinskosten über die Jahre deutlich an.
In der Praxis hat sich eine Laufzeit von rund 10 Jahren als guter Kompromiss aus tragbaren Raten und überschaubaren Zinskosten erwiesen.
Der steuerliche Vorteil: Zinsen als Betriebsausgaben absetzen
Ein oft übersehener Vorteil: Betreiben Sie Ihre PV-Anlage mit Gewinnerzielungsabsicht – speisen also Strom ein und erzielen Einnahmen –, können Sie die Kreditzinsen in der Regel als Betriebsausgaben steuerlich geltend machen. Dies reduziert Ihr zu versteuerndes Einkommen und kann die Gesamtkosten der Finanzierung spürbar senken.
Wichtiger Hinweis: Da das deutsche Steuerrecht komplex ist, sollten Sie diese Möglichkeit unbedingt mit Ihrem Steuerberater besprechen, um Ihre individuelle Situation korrekt zu bewerten. Photovoltaik.info bietet fundierte Informationen, kann aber keine steuerliche Beratung ersetzen.
FAQ – Häufige Fragen zur Amortisation mit Finanzierung
Ist eine Finanzierung immer schlechter als eine Barzahlung?
Nein, nicht zwangsläufig. Rein wirtschaftlich ist die Barzahlung aufgrund der fehlenden Zinskosten rentabler. Ist das Eigenkapital jedoch nicht verfügbar oder kann es für andere Investitionen mit höherer Rendite genutzt werden, stellt die Finanzierung eine sehr gute Alternative dar. Entscheidend ist, dass die monatliche Ersparnis die Kreditrate übersteigt.
Was passiert, wenn die Zinsen sehr hoch sind?
Hohe Zinsen verlängern die Amortisationszeit erheblich und machen es schwieriger, einen positiven monatlichen Cashflow zu erzielen. In einem Hochzinsumfeld ist eine genaue Kalkulation noch wichtiger. Eventuell lohnt es sich, einen Teil der Summe aus Eigenkapital beizusteuern, um die Kreditsumme und damit die Zinslast zu senken.
Kann ich den Kredit vorzeitig zurückzahlen?
Die meisten Solarkredite ermöglichen Sondertilgungen. Wenn Sie unerwartet über freie Mittel verfügen, können Sie durch eine Sondertilgung die Restschuld verringern, die Laufzeit verkürzen und somit Zinskosten sparen. Prüfen Sie die genauen Konditionen in Ihrem Kreditvertrag.
Wie berechne ich meinen monatlichen Überschuss?
Die Formel dafür ist einfach:
(Monatliche Stromersparnis + Einnahmen aus Einspeisevergütung) – Monatliche Kreditrate = Ihr monatlicher Überschuss.
Für die Berechnung Ihrer voraussichtlichen Ersparnis helfen Ihnen die Experten von Photovoltaik.info gerne weiter.
Fazit: Eine finanzierte PV-Anlage ist eine kluge Rechenaufgabe
Eine Photovoltaikanlage per Kredit zu finanzieren, verlängert zwar die Amortisationszeit, macht die Investition aber nicht per se unwirtschaftlich. Entscheidend ist eine sorgfältige Planung, die sicherstellt, dass die monatlichen Ersparnisse die Kreditrate von Anfang an übersteigen.
So profitieren Sie vom ersten Tag an von günstigerem Strom und leisten einen Beitrag zur Energiewende, ohne Ihr Erspartes auf einmal investieren zu müssen. Die Finanzierung wird damit zu einem Werkzeug, das den Traum von der eigenen Solaranlage für deutlich mehr Menschen erreichbar macht.
Weitere praxisnahe Informationen zur Auswahl der richtigen Komponenten und zur Planung Ihrer Anlage finden Sie direkt auf Photovoltaik.info. Im Shop von Photovoltaik.info finden Sie zudem Komplettsets, die auf typische Anlagengrößen abgestimmt sind und Ihnen eine erste Orientierung für die Kosten geben.



