Amortisationsrechnung für ein Balkonkraftwerk: Ab wann sparen Sie wirklich Geld?

Die Vorstellung, eigenen Strom auf dem Balkon zu erzeugen und damit die Stromrechnung zu senken, ist für viele Mieter verlockend. Doch nach dem anfänglichen Enthusiasmus stellt sich die entscheidende Frage: Rechnet sich die Investition in ein Balkonkraftwerk? Die gute Nachricht vorweg: Die Anschaffung macht sich oft schneller bezahlt als gedacht. Wir führen Sie Schritt für Schritt durch die Berechnung und zeigen, welche Faktoren entscheidend sind, damit sich Ihr Balkonkraftwerk von Anfang an rechnet.

Ein was ist ein balkonkraftwerk ist mehr als nur ein technisches Gadget – es ist Ihr praktischer Einstieg in die persönliche Energiewende. So können Sie die Wirtschaftlichkeit für Ihre individuelle Situation realistisch einschätzen.

Die Grundlagen: Was beeinflusst die Amortisation Ihres Balkonkraftwerks?

Die Amortisationszeit ist der Zeitraum, den Ihre Anlage benötigt, um durch die eingesparten Stromkosten ihre Anschaffungskosten zu decken. Von diesem Punkt an erwirtschaftet Ihr Balkonkraftwerk reinen Gewinn. Vier Faktoren bestimmen, wie schnell dieser Zeitpunkt erreicht ist.

1. Die Anschaffungskosten

Die Kosten für ein komplettes Set sind in den letzten Jahren deutlich gesunken. Laut Untersuchungen von Stiftung Warentest bewegen sich die Preise für qualitativ hochwertige Komplettsets in der Regel zwischen 400 und 1.000 €. Diese Kosten umfassen meist Solarmodule, Wechselrichter und die wichtigsten Anschlusskabel. Planen Sie zusätzlich Kosten für eine passende und sichere Halterung ein, die je nach Balkontyp variieren. Die Erfahrung zeigt: Eine Investition in langlebige Komponenten von etablierten Anbietern zahlt sich aus – durch höhere Erträge und eine längere Lebensdauer.

2. Der jährliche Stromertrag

Wie viel Strom Ihre Anlage produziert, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Standort: In Süddeutschland ist die Sonneneinstrahlung im Schnitt höher als im Norden, was zu etwa 10–15 % mehr Ertrag führen kann.
  • Ausrichtung: Ein nach Süden ausgerichteter Balkon ohne Verschattung ist ideal. Aber auch eine Ost- oder Westausrichtung kann sich lohnen, um den Stromverbrauch morgens oder abends zu decken.
  • Leistung der Anlage: Gängige Anlagen haben eine Leistung von 300 bis 600 Watt. Eine 600-Watt-Anlage erzeugt in Deutschland je nach Standort und Ausrichtung jährlich zwischen 500 und 650 Kilowattstunden (kWh) Strom.
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3. Ihr aktueller Strompreis

Dies ist einer der größten Hebel für eine schnelle Amortisation. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst erzeugen und verbrauchen, müssen Sie nicht mehr teuer bei Ihrem Energieversorger einkaufen. Je höher Ihr Arbeitspreis pro kWh ist (z. B. 35 oder 40 Cent), desto größer ist die Ersparnis und desto schneller rechnet sich Ihre Anlage.

4. Die Eigenverbrauchsquote

Da Sie als Betreiber eines Balkonkraftwerks in der Regel keine Vergütung für überschüssigen Strom erhalten, der ins Netz eingespeist wird, ist der direkte Eigenverbrauch entscheidend. Die Eigenverbrauchsquote beschreibt, wie viel Prozent des erzeugten Solarstroms Sie unmittelbar im eigenen Haushalt nutzen. Eine hohe Quote erreichen Sie, wenn Stromerzeugung und Stromverbrauch zeitlich zusammenfallen. Geräte mit konstanter Grundlast wie Kühlschrank, Gefriertruhe, WLAN-Router oder Stand-by-Geräte sind dafür ideal.

Schritt-für-Schritt: Berechnen Sie Ihre persönliche Amortisationszeit

Mit einer einfachen Beispielrechnung lässt sich Ihre voraussichtliche Amortisationszeit schnell ermitteln. Passen Sie die Werte einfach an Ihre persönliche Situation an.

Schritt 1: Gesamtkosten ermitteln

Addieren Sie alle einmaligen Ausgaben für Ihr Projekt.

  • Balkonkraftwerk-Komplettset: 550 €
  • Passende Balkonhalterung: 80 €
  • Gesamtkosten: 630 €
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Schritt 2: Jährlichen Stromertrag schätzen

Nutzen Sie realistische Werte. Der Stecker-Solar-Simulator der HTW Berlin ist hierfür eine hervorragende, unabhängige Quelle.

  • Anlage: 600 Watt, Südausrichtung in Mitteldeutschland
  • Geschätzter Jahresertrag: 580 kWh

Schritt 3: Jährliche Ersparnis berechnen

Hier kommen Ihr Strompreis und eine realistische Eigenverbrauchsquote ins Spiel. Für einen Haushalt, in dem tagsüber nicht immer jemand zu Hause ist, sind 60–70 % ein guter Schätzwert.

  • Ihr aktueller Strompreis: 0,35 €/kWh
  • Angenommene Eigenverbrauchsquote: 70 % (0,7)
  • Berechnung: 580 kWh 0,7 0,35 €/kWh = 142,10 € Ersparnis pro Jahr

Schritt 4: Amortisationszeit ausrechnen

Teilen Sie nun die Gesamtkosten durch Ihre jährliche Ersparnis.

  • Berechnung: 630 € / 142,10 € pro Jahr = ca. 4,4 Jahre

In diesem realistischen Beispiel hätte sich die Anlage bereits nach weniger als viereinhalb Jahren vollständig bezahlt gemacht. Angesichts einer Lebensdauer der Solarmodule von über 20 Jahren bedeutet das mehr als 15 Jahre lang nahezu kostenlosen Strom für Ihre Grundlast.

Typische Szenarien für Mieter: Wie sieht die Rechnung in der Praxis aus?

Die Theorie ist das eine, der Alltag das andere. Hier sind drei typische Beispiele, die zeigen, wie sich die Lebensumstände auf die Wirtschaftlichkeit auswirken.

Szenario 1: Der Home-Office-Nutzer

Wer tagsüber zu Hause arbeitet, hat eine hohe Eigenverbrauchsquote. Laptop, Bildschirme und andere Geräte laufen genau dann, wenn die Sonne am stärksten scheint. Die Amortisationszeit verkürzt sich hier oft auf unter 5 Jahre, da ein großer Teil des erzeugten Stroms direkt genutzt wird.

Szenario 2: Der Pendler-Haushalt

Verlassen alle Bewohner morgens das Haus und kommen erst abends zurück, ist die Eigenverbrauchsquote naturgemäß niedriger. Die Ersparnis entsteht primär durch die Deckung der Grundlast (Kühlschrank etc.). Hier kann sich die Amortisationszeit auf 6 bis 8 Jahre verlängern. Tipp: Nutzen Sie Zeitschaltuhren für Spül- oder Waschmaschine, um den Eigenverbrauch gezielt zu erhöhen.

Szenario 3: Der Balkon mit Teilverschattung

Wirft ein Baum oder ein Nachbargebäude zeitweise Schatten auf die Module? Das reduziert den Jahresertrag. Hier ist eine ehrliche Kalkulation wichtig. Selbst mit 20 % weniger Ertrag kann sich die Anlage noch lohnen, die Amortisationszeit verlängert sich entsprechend. Eine Investition, die sich zwar später, aber dennoch sicher auszahlt.

Häufige Fragen zur Wirtschaftlichkeit (FAQ)

Was passiert, wenn der Strompreis steigt?

Ein steigender Strompreis ist für Besitzer eines Balkonkraftwerks eine gute Nachricht. Jede selbst erzeugte Kilowattstunde spart Ihnen mehr Geld, was die Amortisationszeit verkürzt.

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk auch bei einem Nordbalkon?

Ein reiner Nordbalkon ist für die Stromerzeugung ungeeignet. Eine Ost- oder Westausrichtung ist jedoch oft rentabel, da hier die Verbrauchsspitzen am Morgen und Abend gut abgedeckt werden können.

Bekomme ich Geld für Strom, den ich nicht verbrauche?

Nein, bei vereinfachten Mini-PV-Anlagen ist in der Regel keine Einspeisevergütung vorgesehen. Der gesamte finanzielle Vorteil entsteht also durch die Reduzierung Ihrer Stromrechnung. Deshalb ist der Eigenverbrauch so entscheidend.

Muss ich das Balkonkraftwerk anmelden?

Ja, eine Anmeldung ist erforderlich, aber unkompliziert. Die balkonkraftwerk anmeldung erfolgt online im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur und bei Ihrem Netzbetreiber. Der Aufwand ist gering und in wenigen Minuten erledigt.

Was bedeutet die Erhöhung auf 800 Watt?

Die gesetzliche Grenze für die Einspeiseleistung von Balkonkraftwerken wird bald von 600 auf 800 Watt angehoben. Mit einem balkonkraftwerk 800w können Sie an sonnigen Tagen mehr Leistung nutzen, was die jährliche Ersparnis weiter erhöht und die Amortisation beschleunigt.

Fazit: Eine lohnende Investition in die eigene Stromrechnung

Die Rechnung zeigt: Ein Balkonkraftwerk ist für Mieter nicht nur ein ökologisches Statement, sondern auch eine finanziell sinnvolle Entscheidung. Mit Amortisationszeiten von oft nur 4 bis 7 Jahren stellt es eine sichere Investition dar, die über viele Jahre die Stromkosten spürbar senkt. Entscheidend für den Erfolg sind eine sorgfältige Auswahl der Komponenten und eine realistische Einschätzung des eigenen Verbrauchsverhaltens. So wird der eigene Balkon zur persönlichen kleinen Energiequelle.

Weitere praxisnahe Informationen zur Auswahl der richtigen Komponenten finden Sie direkt auf Photovoltaik.info.

Im Shop von Photovoltaik.info finden Sie Komplettsets, die auf typische Anlagengrößen für Balkone abgestimmt sind.

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OLEKSANDR PUSHKAR
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