Zerbrochenes Solarmodul: Was tun bei Glasbruch auf dem Dach?

Zerbrochenes Solarmodul: Was tun bei Glasbruch auf dem Dach?

Ein schwerer Hagelsturm, ein herabfallender Ast oder ein unglücklicher Unfall – Solarmodule sind zwar für ihre Langlebigkeit bekannt, doch in seltenen Fällen kann es zu einem Glasbruch kommen.

Der Anblick eines beschädigten Moduls auf dem eigenen Dach wirft verständlicherweise Fragen auf: Sind die austretenden Materialien giftig? Wie geht man sicher vor und wie wird das defekte Modul korrekt entsorgt? Dieser Beitrag liefert Ihnen klare und praxisnahe Antworten, damit Sie im Fall der Fälle sicher und richtig handeln.

Die wahren Risiken: Eher Schnittwunden als Giftstoffe

Die größte Sorge vieler Anlagenbetreiber gilt potenziell giftigen Substanzen. Hier lässt sich für die allermeisten Dachanlagen in Deutschland jedoch Entwarnung geben. Eine umfassende Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) aus dem Jahr 2020 bestätigt: Bei den weit verbreiteten kristallinen Silizium-Solarmodulen besteht im Falle eines Bruchs kein nennenswertes Gesundheitsrisiko durch toxische Materialien.

Die darin enthaltenen Stoffe sind fest gebunden und werden nicht in relevanten Mengen freigesetzt. Die eigentliche Gefahr geht von den scharfen Kanten des zerbrochenen Glases und den Bruchstücken selbst aus. Schnittverletzungen sind das mit Abstand größte Risiko beim Umgang mit einem defekten Modul.

Zerbrochenes Solarmodul: Was tun bei Glasbruch auf dem Dach?

Wichtig zu unterscheiden: Sogenannte Dünnschichtmodule, insbesondere solche mit Cadmium-Tellurid (CdTe), enthalten umweltrelevante Stoffe. Auf privaten Hausdächern sind diese Modultypen jedoch äußerst selten. Die Erfahrung zeigt, dass über 95 % der Installationen auf Wohnhäusern die unbedenkliche Silizium-Technologie nutzen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Sichere Reinigung nach einem Schaden

Wenn Sie ein zerbrochenes Modul auf Ihrem Dach entdecken, ist überlegtes Vorgehen entscheidend. Panik ist unangebracht, Vorsicht jedoch geboten. Führen Sie die folgenden Schritte nur durch, wenn Sie sich den sicheren Zugang zum Dach zutrauen. Im Zweifel ist die Beauftragung eines Fachbetriebs immer die beste Wahl.

1. Anlage vom Netz trennen

Bevor Sie mit den Aufräumarbeiten beginnen, müssen Sie die Photovoltaikanlage unbedingt spannungsfrei schalten. Betätigen Sie den DC-Trennschalter, der sich meist in der Nähe des Wechselrichters befindet. Dies unterbricht den Stromfluss von den Modulen und minimiert das elektrische Risiko.

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2. Persönliche Schutzausrüstung anlegen

Ihre Sicherheit hat oberste Priorität. Tragen Sie unbedingt schnittfeste Arbeitshandschuhe, um Ihre Hände vor den scharfkantigen Glassplittern zu schützen. Eine Schutzbrille verhindert, dass kleine Partikel in Ihre Augen gelangen. Festes Schuhwerk ist auf dem Dach ohnehin eine Selbstverständlichkeit.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Sichere Reinigung nach einem Schaden

3. Scherben und Modulreste sicher entfernen

Sammeln Sie zunächst alle größeren Bruchstücke sorgfältig auf. Kehren Sie anschließend kleinere Splitter zusammen. Falls das Modul stark zerbrochen ist, kann es hilfreich sein, die Reste mit einer stabilen Plane oder Folie abzudecken, um zu verhindern, dass weitere Teile herabfallen, bevor das Modul demontiert wird.

Praxisbeispiel: Nach einem Hagelschaden bei einem Kunden war ein Modul auf dem Garagendach zerbrochen. Nach dem Abschalten der Anlage entfernte der Hausbesitzer die groben Splitter vom Dach sowie aus der Regenrinne und deckte das beschädigte Modul mit einer Gewebeplane ab, bis der Installateur eine Woche später für den Austausch kam.

Korrekte Entsorgung: Ein Fall für den Wertstoffhof

Ein beschädigtes Solarmodul ist kein normaler Bauschutt oder Hausmüll. Gemäß dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) gelten Solarmodule als Elektroschrott. Das ist eine gute Nachricht, denn so gelangen wertvolle Rohstoffe wie Silizium, Aluminium und Silber wieder in den Recyclingkreislauf.

Sie sind gesetzlich verpflichtet, das defekte Modul bei einer zertifizierten Sammelstelle abzugeben. Das sind in der Regel die kommunalen Wertstoff- oder Recyclinghöfe. Die Abgabe ist für Privatpersonen kostenlos. Verpacken Sie die Bruchstücke und das Modul transportsicher, zum Beispiel in einem stabilen Karton oder in Folie gewickelt, um niemanden zu gefährden. Eine umfassende Übersicht zum gesamten Prozess finden Sie in unserem Leitfaden zum Thema Photovoltaik entsorgen.

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Vorbeugung und Kosten: Wer kommt für den Schaden auf?

Modulbruch ist selten, denn moderne Solarmodule unterliegen strengen Qualitätsprüfungen, etwa durch den TÜV Rheinland. Sie werden auf ihre Widerstandsfähigkeit gegen Hagel (typischerweise bis zu einer Korngröße von 2,5 cm) und hohe Schneelasten getestet.

Sollte es dennoch zu einem Schaden kommen, stellt sich die Frage der Kostenübernahme. Schäden durch Sturm oder Hagel werden oft von der Wohngebäudeversicherung gedeckt. Mehr Sicherheit bietet jedoch eine spezielle Photovoltaik-Versicherung. Diese deckt nicht nur Wetterschäden, sondern oft auch Bedienfehler, Tierbisse oder Diebstahl ab. Ein Blick in Ihre Versicherungspolice schafft hier Klarheit. Viele Kunden entscheiden sich für diesen zusätzlichen Schutz, um im Ernstfall auch den Ertragsausfall ersetzt zu bekommen.

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Häufige Fragen (FAQ) zu beschädigten Solarmodulen

Sind die Materialien in meinem Solarmodul giftig?

Nein, bei den üblichen kristallinen Solarmodulen, die auf fast allen Hausdächern installiert sind, besteht keine Gefahr durch giftige Stoffe. Die eigentliche Gefahr sind Schnittverletzungen durch das Glas.

Kann ich ein zerbrochenes Solarmodul selbst reparieren?

Eine Reparatur ist nicht möglich und auch nicht ratsam. Selbst wenn man die Glasfläche flicken würde, ist die empfindliche Zellstruktur im Inneren bereits zerstört. Das Modul würde keine oder nur noch sehr wenig Leistung erbringen und stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Ein Austausch ist die einzige sinnvolle Lösung.

Deckt meine Versicherung den Schaden durch ein zerbrochenes Modul?

Das hängt von Ihrem Vertrag ab. Elementarschäden wie Sturm und Hagel sind oft Teil der Wohngebäudeversicherung. Eine spezielle Photovoltaik-Versicherung bietet jedoch einen umfassenderen Schutz. Prüfen Sie Ihre Unterlagen oder fragen Sie bei Ihrer Versicherung nach.

Was ist der Unterschied zu Mikrorissen?

Mikrorisse sind winzige, für das Auge oft unsichtbare Haarrisse in den Solarzellen, die die Leistung über Jahre mindern können. Ein Glasbruch hingegen ist ein sofortiger, sichtbarer Schaden, der das Modul unbrauchbar macht.

Ein beschädigtes Solarmodul ist zwar ärgerlich, aber mit dem richtigen Wissen kein Grund zur Sorge. Wenn Sie die Sicherheitsmaßnahmen beachten und für eine fachgerechte Entsorgung sorgen, meistern Sie die Situation souverän.

Benötigen Sie ein Ersatzmodul oder möchten sich weiter informieren? Im Shop von Photovoltaik.info finden Sie hochwertige Komponenten sowie Komplettsets, die auf typische Anlagengrößen abgestimmt sind.

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Patrick Thoma
Patrick Thoma

Patrick Thoma ist Gründer von Mehrklicks.de und JVGLABS.com.
Er entwickelt Systeme für KI-Sichtbarkeit und semantische Architektur – mit Fokus auf Marken, die in ChatGPT, Perplexity und Google SGE sichtbar bleiben wollen.

Mehr über ihn und die Arbeit:
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