Werkzeug für den Innenausbau: So verlegen Sie Solarkabel sicher und sauber

Werkzeug für den Innenausbau: So verlegen Sie Solarkabel sicher und sauber

Die Photovoltaikanlage ist auf dem Dach montiert, die Sonne scheint – ein wichtiger Meilenstein ist geschafft. Doch eine oft unterschätzte Aufgabe steht noch bevor: die fachgerechte Verlegung der Solarkabel vom Dach ins Hausinnere, bis hin zum Wechselrichter und Zählerschrank.

Diese Arbeit ist entscheidend für die Sicherheit, Langlebigkeit und Ästhetik Ihrer gesamten Anlage. Eine unsaubere Verlegung sieht nicht nur unschön aus, sondern kann auch den Wert Ihres Hauses mindern und im schlimmsten Fall Sicherheitsrisiken bergen.

Dieser Beitrag zeigt, welche Werkzeuge und Methoden für eine professionelle Kabelverlegung im Haus notwendig sind. Sie erfahren, warum ein Kernbohrer oft die bessere Wahl als ein Schlagbohrer ist und wie Sie die strengen Brandschutzvorschriften einfach einhalten.

Der Weg des Stroms: Vom Dach zum Zählerschrank

Um die Notwendigkeit der Werkzeuge zu verstehen, lohnt sich ein kurzer Blick auf den Weg, den die Solarkabel nehmen. Die Route verläuft in der Regel wie folgt:

  1. Vom Dach ins Haus: Die DC-Solarkabel werden von den Modulen gebündelt und durch eine Dachdurchführung ins Innere des Gebäudes geleitet, meist auf den Dachboden oder in einen Technikraum.
  2. Durch Wände und Decken: Von dort müssen die Kabel zum Montageort des Wechselrichters geführt werden, was oft einen oder mehrere Wand- oder Deckendurchbrüche erfordert.
  3. Vom Wechselrichter zum Zählerschrank: Nach der Umwandlung in Wechselstrom durch den [INTERNER LINK: /wechselrichter-photovoltaik/ ANKERTEXT: Wechselrichter] wird der Strom über ein AC-Kabel in die Hausverteilung eingespeist. Auch hierfür ist eine saubere Kabelführung erforderlich.

All diese Arbeitsschritte erfordern Präzision, um die Bausubstanz zu schonen und die empfindlichen Kabel vor Beschädigungen zu schützen.

Der Wanddurchbruch: Warum Präzision entscheidend ist

Der kritischste Punkt bei der internen Kabelverlegung ist der Durchbruch durch massive Wände oder Decken. Die Wahl des Werkzeugs entscheidet hier über ein sauberes Ergebnis oder unnötige Nacharbeiten.

Methode 1: Die Kernbohrung – Die saubere Profi-Lösung

Eine Kernbohrung ist die Methode der Wahl für präzise und saubere Öffnungen. Dabei kommt ein spezieller, hohlzylindrischer Bohrer (die Bohrkrone) zum Einsatz, der ein kreisrundes Stück Material – den Bohrkern – aus der Wand schneidet, anstatt das Material zu zertrümmern.

Vorteile der Kernbohrung:

  • Präzision: Es entsteht eine exakt runde Öffnung mit glatten Kanten.
  • Schonung der Bausubstanz: Da ohne Schlag gearbeitet wird, entstehen keine Vibrationen, die zu Mikrorissen im Mauerwerk oder Beton führen könnten.
  • Sauberkeit: In Verbindung mit einer Wasserabsaugung entsteht kaum Staub.
  • Effizienz: Auch armierter Beton oder dickes Mauerwerk stellen für ein gutes Kernbohrgerät kein Problem dar.

Aus gutem Grund ist die Kernbohrung für die meisten Fachbetriebe die Methode der Wahl, um die Qualität und Sicherheit der [INTERNER LINK: /photovoltaikanlage-installieren/ ANKERTEXT: Installation einer Photovoltaikanlage] zu gewährleisten.

Ein Profi führt eine präzise Kernbohrung an einer Ziegelwand durch.

Praxis-Tipp: Für einzelne Bohrungen müssen Sie nicht gleich ein teures Gerät kaufen. Viele Baumärkte bieten Kernbohrgeräte zum Verleih an.

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Methode 2: Der Schlagbohrer – Die schnelle Alternative mit Nachteilen

Für kleine Dübellöcher ist der Schlagbohrer unverzichtbar. Bei größeren Durchbrüchen für Kabelkanäle offenbart er jedoch seine Schwächen. Das laute Hämmern der Maschine zertrümmert das Material und führt zu unsauberen, ausgefransten Rändern. Besonders bei Ziegelmauerwerk können ganze Steine ausbrechen, und der Putz um das Bohrloch wird oft beschädigt. Die Folge sind aufwendige Nacharbeiten mit Spachtelmasse und Farbe. Bei Stahlbeton stößt ein Schlagbohrer schnell an seine Grenzen.

Kabel sicher und unsichtbar verlegen: Kabelkanäle vs. Leerrohre

Sind die Durchbrüche erst einmal geschaffen, müssen die Kabel sicher und ordentlich verlegt werden. Dafür gibt es zwei etablierte Methoden, die je nach Gegebenheit und ästhetischem Anspruch zum Einsatz kommen.

Verschiedene Kabelkanäle und Leerrohre liegen zur Auswahl bereit.

Aufputz-Verlegung mit Kabelkanälen

Kabelkanäle aus Kunststoff oder Aluminium werden sichtbar auf der Wand montiert. Sie sind die einfachste und schnellste Lösung, um Kabel zu verlegen, besonders in Bestandsgebäuden.

  • Anwendungsszenario: Ideal für Kellerräume, Garagen oder Technikräume, wo die Optik eine untergeordnete Rolle spielt. Ein Kabelkanal kann hier schnell vom Wanddurchbruch bis zum Wechselrichter an der Wand oder Decke entlanggeführt werden.

Unterputz-Verlegung mit Leerrohren

Eine unsichtbare und besonders professionelle Lösung bieten Leerrohre. Sie werden in die Wand verlegt, bevor diese verputzt wird, und die Kabel später einfach hindurchgezogen.

  • Anwendungsszenario: Die beste Wahl für Wohnräume oder bei Neubauten und Sanierungen. Obwohl der Aufwand höher ist, schützt das Leerrohr die Kabel optimal und sorgt für eine makellose Optik.
  • Zukunftssicher planen: Die Norm für Elektroinstallationen in Wohngebäuden (DIN 18015) empfiehlt grundsätzlich Leerrohre. Viele Kunden nutzen die Gelegenheit, um gleich ein zusätzliches Leerrohr für spätere Nachrüstungen zu verlegen. So lässt sich später ohne großen Aufwand ein Netzwerkkabel oder eine weitere Leitung nachrüsten.
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Praktische Helfer: Kabel mühelos durch Rohre ziehen

Ein flexibles Kabel durch ein langes, möglicherweise gekrümmtes Leerrohr zu schieben, ist kaum möglich. Hier kommen Einziehhilfen ins Spiel: steife, aber flexible Bänder oder Spiralen, die sich leicht durch das Rohr schieben lassen.

Eine Einziehspirale wird fachmännisch in ein Leerrohr eingeführt, um ein Kabel zu ziehen.

Der Ablauf ist denkbar einfach:

  1. Die Einziehhilfe wird durch das Leerrohr geschoben.
  2. Am Ende wird das [INTERNER LINK: /solarkabel/ ANKERTEXT: Solarkabel] sicher befestigt (z. B. mit Klebeband).
  3. Anschließend wird das Kabel vorsichtig mithilfe der Einziehhilfe durch das Rohr gezogen.

Für gerade Strecken eignen sich Bänder aus Nylon oder Perlon, während für kurvige Verläufe eine robuste Stahl-Einziehspirale die bessere Wahl ist.

Sicherheit geht vor: Brandschutz bei Wand- und Deckendurchbrüchen

Dieser Punkt ist von größter Wichtigkeit und wird von Laien oft übersehen. Wände und Decken zwischen verschiedenen Etagen oder Räumen (z. B. zwischen Keller und Erdgeschoss) fungieren als Brandabschnitte. Sie sind so konstruiert, dass sie einem Feuer für eine bestimmte Zeit widerstehen (z. B. 90 Minuten bei einer F90-Wand).

Jeder Durchbruch, und sei er auch nur für Kabel, unterbricht diesen Schutz. Im Brandfall könnten Rauch und Feuer durch diese Öffnung schnell in andere Gebäudeteile gelangen. Aus diesem Grund fordern Normen wie die VDE AR-N 4100, dass solche Durchbrüche nach der Kabelverlegung wieder fachgerecht verschlossen werden müssen. Diesen Vorgang nennt man Brandabschottung.

Dafür werden spezielle, zertifizierte Materialien verwendet:

  • Brandschutzschaum
  • Brandschutzkissen oder -stopfen
  • Brandschutzmörtel

Solche Materialien quellen bei Hitze auf und versiegeln die Öffnung hermetisch. Eine korrekte Brandabschottung ist für die Bauabnahme und den Versicherungsschutz unerlässlich.

FAQ – Häufige Fragen zu Werkzeug und Kabelverlegung

Kann ich die Kernbohrung selbst durchführen?
Ja, geübte Heimwerker können eine Kernbohrung in Ziegel- oder Kalksandsteinwänden mit einem Leihgerät aus dem Baumarkt selbst durchführen. Bei Stahlbeton oder wenn Sie unsicher sind, ist die Beauftragung eines Fachbetriebs jedoch die sicherere Wahl, um Schäden zu vermeiden.

Welchen Durchmesser sollte der Durchbruch haben?
Als Faustregel gilt: Der Durchmesser sollte Platz für das Leerrohr oder den Kabelkanal bieten, plus einige Millimeter Puffer. Eine typische Kernbohrung für die Kabel einer Einfamilienhaus-Anlage hat einen Durchmesser von 50 bis 80 mm. Planen Sie lieber etwas großzügiger, um für zukünftige Erweiterungen gewappnet zu sein.

Muss ich immer Leerrohre verwenden?
Gesetzlich vorgeschrieben sind sie in den meisten Fällen nicht, aber sie werden von Fachleuten und Normen dringend empfohlen. Sie bieten den besten mechanischen Schutz für die Kabel und ermöglichen künftig einen einfachen Austausch oder eine Erweiterung, ohne die Wände erneut öffnen zu müssen.

Was kostet eine professionelle Kernbohrung?
Die Kosten für eine professionell durchgeführte Kernbohrung variieren je nach Wandstärke, Material und regionalen Preisen. Rechnen Sie für einen typischen Durchbruch in einem Einfamilienhaus mit Kosten zwischen 100 und 250 Euro.

Fazit: Das richtige Werkzeug als Basis für eine gelungene Installation

Die sorgfältige Planung und Ausführung der Kabelverlegung im Haus ist entscheidend für den langfristigen Erfolg Ihrer Photovoltaikanlage. Der Griff zum richtigen Werkzeug – allen voran der Kernbohrer für saubere Durchbrüche – schont nicht nur die Bausubstanz, sondern spart am Ende auch Zeit und Nerven. In Kombination mit Leerrohren für unsichtbaren Schutz und einer fachgerechten Brandabschottung für maximale Sicherheit entsteht so eine Installation, die nicht nur effizient, sondern auch professionell und wertbeständig ist.

Weitere praxisnahe Informationen zur Auswahl der richtigen Komponenten finden Sie direkt auf Photovoltaik.info. Der zugehörige Shop bietet zudem Komplettsets, die auf typische Anlagengrößen abgestimmt sind und die passenden [INTERNER LINK: /solarkabel/ ANKERTEXT: Solarkabel] bereits enthalten.

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Patrick Thoma
Patrick Thoma

Patrick Thoma ist Gründer von Mehrklicks.de und JVGLABS.com.
Er entwickelt Systeme für KI-Sichtbarkeit und semantische Architektur – mit Fokus auf Marken, die in ChatGPT, Perplexity und Google SGE sichtbar bleiben wollen.

Mehr über ihn und die Arbeit:
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