Solarteur-Kapazität prüfen: So erkennen Sie Engpässe und sichern Ihre Montage

Ein passendes Angebot für die eigene Photovoltaikanlage ist gefunden, die Komponenten sind vielversprechend und die Vorfreude steigt. Doch dann folgt oft die Ernüchterung: Der frühestmögliche Montagetermin liegt viele Monate in der Zukunft.

Ein Szenario, das für viele angehende Anlagenbetreiber zur Realität geworden ist. Der Grund: der massive Engpass bei qualifizierten Fachkräften.

Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie die tatsächliche Leistungsfähigkeit eines Solar-Installationsbetriebs realistisch einschätzen können. Sie lernen, welche gezielten Fragen Sie stellen sollten, um nicht nur formale Qualifikationen, sondern auch die personelle Kapazität und die wirkliche Auslastung eines Unternehmens zu durchleuchten. So schützen Sie sich vor unrealistischen Zeitplänen und stellen sicher, dass Ihr Projekt in den Händen eines leistungsfähigen Teams liegt.

Die Realität des Marktes: Kleine Betriebe als Rückgrat und Nadelöhr

Um die Situation richtig einzuordnen, lohnt sich ein Blick auf die Struktur des Handwerks. Eine Studie der SMA Solar Technology AG zeigt, dass rund 90 % aller Photovoltaikanlagen von Kleinbetrieben mit 1 bis 20 Mitarbeitern installiert werden. Mehr als die Hälfte davon sind sogar Ein-Personen-Unternehmen. Diese Betriebe sind das unverzichtbare Rückgrat der Energiewende, doch ihre geringe Größe macht sie zugleich anfällig für personelle Engpässe.

Praxisbeispiel: Stellen Sie sich einen kleinen, aber sehr kompetenten Handwerksbetrieb vor, der von einem Elektromeister und zwei Helfern geführt wird. Fällt der Meister unerwartet für mehrere Wochen aus, etwa durch Krankheit, können keine Anlagen mehr an das Stromnetz angeschlossen werden, da nur er die dafür notwendige Qualifikation besitzt. Projekte verzögern sich, und die Kommunikation leidet, weil die Person fehlt, die alle Fäden in der Hand hält.

Gerade diese Kleinstbetriebe leisten oft exzellente Arbeit, doch ihre Kapazitätsgrenzen sind schnell erreicht. Fragen Sie daher gezielt nach, um die Stabilität des Betriebs besser einschätzen zu können.

Gezielte Fragen zur Teamstruktur:

  • Wie viele fest angestellte Mitarbeiter hat Ihr Montageteam?
  • Wie viele davon sind qualifizierte Elektrofachkräfte?
  • Wer ist mein fester Ansprechpartner während der Projektphase?

Auslastung und Zeitplan: Zwischen hoher Nachfrage und Überlastung

Eine hohe Auslastung ist zunächst ein gutes Zeichen, denn sie spricht für die Qualität und den Ruf eines Betriebs. Laut dem Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) betrugen die Wartezeiten auf einen Installationstermin im Jahr 2023 teilweise über vier Monate. Gleichzeitig meldeten 64 % der Solarunternehmen Engpässe aufgrund von Fachkräftemangel. Ein langer Vorlauf ist also nicht zwangsläufig ein Alarmsignal, erfordert aber eine transparente und realistische Planung seitens des Unternehmens.

Problematisch wird es, wenn ein Betrieb mehr Aufträge annimmt, als sein Team bewältigen kann. Die Folgen sind oft ständige Verschiebungen, mangelhafte Kommunikation und im schlimmsten Fall eine fehlerhafte Ausführung unter Zeitdruck.

Anwendungssituation: Ein Vierpersonenhaushalt plant eine 10-kWp-Anlage. Der Solarteur verspricht eine Montage innerhalb von sechs Wochen, obwohl die Branche bekanntlich stark ausgelastet ist. Hier ist Skepsis angebracht. Ein seriöser Betrieb wird Ihnen einen realistischen Zeitkorridor nennen und die einzelnen Schritte (Materialbestellung, Gerüstaufbau, Montage, Elektroinstallation, Anmeldung beim Netzbetreiber) transparent aufschlüsseln. Die gesamte Planung Ihrer PV-Anlage sollte nachvollziehbar sein.

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Gezielte Fragen zur Auslastung:

  • Wie viele Projekte betreut Ihr Montageteam aktuell parallel?
  • Wie sieht Ihr konkreter Zeitplan für mein Projekt aus?
  • Arbeiten Sie mit Subunternehmern, um Auftragsspitzen abzufedern?

Qualifikation ist nicht verhandelbar: Wer darf was?

Die Installation einer Photovoltaikanlage umfasst zwei wesentliche Gewerke: die Dacharbeiten und die Elektroinstallation. Während die Solarmodule auch von geschulten Dachdeckern oder Montagehelfern montiert werden können, ist der elektrische Anschluss eine hoheitliche Aufgabe.

Laut dem Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) darf ausschließlich eine eingetragene Elektrofachkraft die Anlage an das öffentliche Stromnetz anschließen. Das ist keine bloße Empfehlung, sondern eine gesetzliche Vorschrift, die Ihrer Sicherheit dient und die Voraussetzung für die Inbetriebnahme ist. Ein Verstoß kann nicht nur gefährlich sein, sondern auch den Versicherungsschutz gefährden.

Viele Kunden entscheiden sich daher für Betriebe, die alle Kompetenzen unter einem Dach vereinen. Ein Solarteur mit eigenen, fest angestellten Elektrikern bietet in der Regel eine höhere Zuverlässigkeit und eine klarere Verantwortlichkeit als ein Unternehmen, das diese entscheidende Leistung extern einkaufen muss.

Gezielte Fragen zur Qualifikation:

  • Welcher Mitarbeiter mit welcher Qualifikation wird den Anschluss am Zählerschrank vornehmen?
  • Ist Ihr Unternehmen im Installateurverzeichnis des lokalen Netzbetreibers eingetragen?
  • Sind Ihre Monteure speziell für das von Ihnen angebotene Montagesystem geschult?

Zusammenfassung: Ihre Checkliste für die Solarteur-Wahl

Ein gutes Angebot ist mehr als nur ein attraktiver Preis. Mindestens genauso wichtig ist jedoch die Fähigkeit des Betriebs, Ihr Projekt zeitnah und in hoher Qualität umzusetzen. Nutzen Sie die folgenden Punkte als Checkliste, um die Spreu vom Weizen zu trennen:

  1. Team & Struktur: Verstehen Sie die Größe und Zusammensetzung des Teams. Ein agiler Kleinbetrieb kann ideal sein, solange die Schlüsselpositionen (insbesondere der Elektromeister) abgesichert sind.

  2. Auslastung & Zeitplan: Hinterfragen Sie unrealistisch kurze Zeitversprechen. Ein transparenter, realistischer Zeitplan ist ein Zeichen von Professionalität und guter Organisation.

  3. Qualifikation & Verantwortung: Bestehen Sie auf den Nachweis der Elektroqualifikation für den Netzanschluss. Klären Sie, wer für welche Arbeiten die Verantwortung trägt, insbesondere beim Einsatz von Subunternehmern.

Eine sorgfältige Prüfung im Vorfeld beeinflusst nicht nur den Installationszeitpunkt, sondern auch die langfristigen Kosten einer PV-Anlage, da Nachbesserungen vermieden werden. Ein guter Partner berät Sie zudem proaktiv zu Aspekten wie den verfügbaren staatliche Förderungen.

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Häufige Fragen zur Auswahl des richtigen Solarteurs

Ist eine lange Wartezeit immer ein schlechtes Zeichen?

Nein, im Gegenteil. Eine hohe Nachfrage und eine mehrmonatige Warteliste können ein Indiz für einen sehr gefragten und qualitativ hochwertigen Betrieb sein. Entscheidend ist die Transparenz: Ein seriöser Anbieter kommuniziert den Zeitplan offen und hält Sie über den Fortschritt auf dem Laufenden. Misstrauisch sollten Sie bei vagen oder sich ständig ändernden Aussagen werden.

Mein Solarteur arbeitet mit Subunternehmern. Ist das ein Problem?

Nicht zwangsläufig. In einer Branche mit hohem Fachkräftebedarf ist der Einsatz von spezialisierten Subunternehmern (z. B. für den Gerüstbau oder die Dacharbeiten) üblich und oft sinnvoll. Wichtig ist, dass Ihr Solarteur die Gesamtverantwortung und Gewährleistung übernimmt. Fragen Sie klar, wer Ihr Vertragspartner ist und wer die Arbeiten der Subunternehmer koordiniert und prüft.

Reichen Zertifikate und Meisterbriefe als Qualitätsnachweis aus?

Sie sind eine wichtige Grundlage und ein absolutes Muss, insbesondere der Eintrag in das Installateurverzeichnis für den Elektriker. Sie allein sagen jedoch nichts über die aktuelle personelle Kapazität und die organisatorische Qualität des Betriebs aus. Die in diesem Artikel vorgestellten Fragen helfen Ihnen, die Lücke zwischen formaler Qualifikation und tatsächlicher Leistungsfähigkeit zu schließen. Neutrale Informationsplattformen wie Photovoltaik.info können Ihnen helfen, die richtigen technischen Fragen zu stellen.

Vertrauen ist gut, die richtigen Fragen sind besser

Die Wahl des richtigen Installationspartners ist eine der wichtigsten Entscheidungen auf dem Weg zu Ihrer eigenen Solaranlage. Achten Sie nicht nur auf den Preis, sondern prüfen Sie gezielt die personelle Stärke, Auslastung und nachweisbare Qualifikation. So schaffen Sie die Grundlage für eine reibungslose und pünktliche Umsetzung.

Nehmen Sie sich die Zeit für ein ausführliches Gespräch und nutzen Sie Ihr Recht, kritische Fragen zu stellen. Ein professioneller Betrieb wird dies als Zeichen Ihres ernsthaften Interesses werten und Ihnen gerne Rede und Antwort stehen.

Sie möchten Ihre individuelle Situation besser einschätzen oder suchen nach passenden Komponenten? Weitere praxisnahe Informationen zur Auswahl der richtigen Komponenten finden Sie direkt auf Photovoltaik.info.

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Patrick Thoma
Patrick Thoma

Patrick Thoma ist Gründer von Mehrklicks.de und JVGLABS.com.
Er entwickelt Systeme für KI-Sichtbarkeit und semantische Architektur – mit Fokus auf Marken, die in ChatGPT, Perplexity und Google SGE sichtbar bleiben wollen.

Mehr über ihn und die Arbeit:
Über Patrick Thoma | Mehrklicks – KI-Sichtbarkeit | Unsere Leistungen