Wenn die Sonne nicht reicht: PV-Inselanlage mit Notstromgenerator kombinieren

Wenn die Sonne nicht reicht: PV-Inselanlage mit Notstromgenerator kombinieren

Der Traum von vollständiger Energieautarkie fasziniert viele Besitzer von Eigenheimen oder abgelegenen Grundstücken. Eine Photovoltaik-Inselanlage, die unabhängig vom öffentlichen Netz arbeitet, scheint der ideale Weg dorthin zu sein.

Doch die Praxis offenbart oft eine entscheidende Schwachstelle: In den dunklen Wintermonaten oder bei tagelangem schlechten Wetter reicht die Sonnenenergie allein nicht immer aus, um den Strombedarf zu decken und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Dieser Beitrag erklärt, wie Sie diese Versorgungslücke schließen, indem Sie Ihre PV-Inselanlage mit einem Notstromgenerator kombinieren. So entsteht ein robustes, ganzjährig zuverlässiges System für maximale Unabhängigkeit.

Das Dilemma der Wintermonate: Warum eine reine PV-Inselanlage an ihre Grenzen stößt

Eine Photovoltaikanlage produziert im Winter naturgemäß deutlich weniger Strom als im Sommer. Kürzere Tage, ein flacherer Sonnenstand und häufige dichte Bewölkung oder eine Schneedecke auf den Modulen sind die Ursachen. Besonders in den Monaten von November bis Februar kann der Ertrag einer PV-Anlage auf unter 20 % der Sommerleistung sinken.

Gleichzeitig steigt in dieser Zeit oft der Energiebedarf: für mehr künstliches Licht, die Heizung und weil man sich generell mehr im Haus aufhält. Ein Stromspeicher kann zwar Energie für die Nacht oder einen bewölkten Tag zwischenspeichern, doch bei einer mehrtägigen „Dunkelflaute“ ist auch der größte Akku irgendwann leer.

Die Folge: ein Stromausfall, genau dann, wenn man am wenigsten darauf verzichten kann.

Praxisbeispiel: Ein durchschnittlicher Vierpersonenhaushalt verbraucht etwa 10–12 kWh Strom pro Tag. Während eine 10-kWp-PV-Anlage an einem sonnigen Sommertag mühelos 50 kWh und mehr erzeugt, sinkt ihr Ertrag an einem trüben Wintertag oft auf unter 5 kWh. Das ist zu wenig, um den Tagesbedarf zu decken und gleichzeitig den Speicher für die Nacht zu laden.

Die Lösung: Ein Notstromgenerator als zuverlässiges Backup

Hier kommt der Notstromgenerator ins Spiel. Er ersetzt nicht die Solaranlage, sondern ergänzt sie auf intelligente Weise. Seine einzige Aufgabe besteht darin, bei Bedarf den Batteriespeicher nachzuladen, während das Hausnetz weiterhin stabil und unterbrechungsfrei über den Wechselrichter der Solaranlage versorgt wird.

Dieses Vorgehen hat einen entscheidenden Vorteil: Der Wechselrichter liefert eine saubere und stabile Spannung (Sinuswelle), die für moderne, empfindliche Elektronik wie Computer, Fernseher oder Heizungssteuerungen unerlässlich ist. Der Generator muss diese Qualität nicht selbst erzeugen; er fungiert lediglich als Ladegerät für das Herzstück des Systems, den Stromspeicher.

Wie funktioniert die Integration technisch?

Die Einbindung des Generators ist unkompliziert: Er wird direkt an einen dafür vorgesehenen Eingang des Wechselrichters oder eines separaten Batterieladegeräts angeschlossen. Sobald das System erkennt, dass der Ladezustand der Batterie einen kritischen, zuvor definierten Wert erreicht (z. B. 20 %), startet es den Generator automatisch.

Schema einer PV-Inselanlage mit Notstromgenerator, das die Verbindung zwischen Generator, Wechselrichter und Batteriespeicher zeigt.

Der Generator läuft dann so lange, bis der Speicher wieder einen ausreichenden Ladezustand erreicht hat (z. B. 80 % oder 90 %), und schaltet sich danach von selbst ab. So beschränkt sich der Einsatz von fossilem Brennstoff auf ein Minimum und kommt nur dann zum Tragen, wenn die Sonnenenergie tatsächlich nicht ausreicht.

Den richtigen Generator auswählen: Worauf Sie achten müssen

Nicht jeder Generator ist für diesen Zweck geeignet. Die Auswahl hängt von der Leistung des Systems und den Komfortansprüchen ab.

Leistung richtig dimensionieren: Eine Faustregel

Die Leistung des Generators muss ausreichen, um den Stromverbrauch des Haushalts zu decken und gleichzeitig den Akku zügig zu laden. Eine bewährte Faustregel lautet:

Generatorleistung (in kW) ≈ Leistung des Wechselrichters (in kW)

Betreiben Sie beispielsweise eine Inselanlage mit einem 5-kW-Wechselrichter, ist ein Generator mit ebenfalls rund 5 kW Leistung eine sinnvolle Wahl. So stellen Sie sicher, dass auch bei laufenden Verbrauchern noch genügend Energie für das Laden der Batterie zur Verfügung steht.

Diesel, Benzin oder Inverter-Technologie?

Für den stationären Einsatz als Backup für eine PV-Anlage haben sich Dieselgeneratoren bewährt.

  • Dieselgeneratoren: Sie sind für den Dauerbetrieb ausgelegt, langlebiger und ihr Kraftstoff (Diesel oder Heizöl) lässt sich sicherer lagern als Benzin. Sie gelten daher als bevorzugte Lösung für fest installierte Backup-Systeme.
  • Benzinmotoren: Diese eignen sich eher für den mobilen oder sehr seltenen Einsatz.
  • Inverter-Generatoren: Unabhängig vom Kraftstoff ist die Inverter-Technologie empfehlenswert. Sie erzeugt eine saubere Spannung, die den Wechselrichter und die Batterieelektronik schont. Die meisten hochwertigen, schallgedämmten Modelle nutzen heute diese Technik.
Ein moderner Diesel-Notstromgenerator, schallgedämmt und für den stationären Einsatz geeignet.

Der Komfort einer automatischen Startfunktion

Für eine wartungsarme und lückenlose Versorgungssicherheit ist eine automatische Startfunktion unerlässlich. Sie stellt sicher, dass die Batterie nie tiefentladen wird – auch dann nicht, wenn Sie abwesend sind.

Dafür muss der Generator über eine passende Schnittstelle (oft als ATS-Port bezeichnet) verfügen, die vom Wechselrichter oder Batteriemanagementsystem angesteuert werden kann. Diese Funktion macht manuelle Eingriffe überflüssig und sorgt dafür, dass das System wirklich autonom arbeitet.

Praktische Überlegungen und Kosten

Bevor Sie sich für ein System entscheiden, sollten Sie einige praktische Aspekte und die damit verbundenen Kosten bedenken.

  • Kraftstoffverbrauch und Lagerung: Ein moderner 5-kW-Dieselgenerator verbraucht unter Last etwa 1,5 Liter pro Stunde. Für die Überbrückung längerer Schlechtwetterperioden ist ein ausreichend großer und sicher installierter Kraftstofftank erforderlich. Ein 100-Liter-Tank würde beispielsweise für über 60 Betriebsstunden ausreichen.
  • Installationsort und Lärmemission: Der Generator benötigt einen gut belüfteten, wettergeschützten und idealerweise frostfreien Aufstellort (z. B. Garage, Schuppen oder ein eigenes kleines Gehäuse). Achten Sie auf schallgedämmte Modelle, um die Lärmbelästigung für sich und Ihre Nachbarn gering zu halten.
  • Kosten des Backup-Systems: Ein hochwertiger, schallgedämmter Dieselgenerator mit 5 bis 10 kW Leistung und automatischer Startfunktion kostet in der Anschaffung zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Installation und den Anschluss an die Photovoltaik-Inselanlage. Es ist also eine gezielte Investition in absolute Versorgungssicherheit.

FAQ: Häufige Fragen zur Kombination von PV-Inselanlage und Generator

Kann der Generator mein Haus auch direkt versorgen?
Technisch ist das bei vielen Modellen möglich, es ist aber nicht die empfohlene Betriebsart. Der Wechselrichter der PV-Anlage liefert eine deutlich stabilere und sauberere Stromqualität als die meisten Generatoren. Die primäre und effizienteste Aufgabe des Generators ist es, den Stromspeicher zu laden, während der Wechselrichter die Versorgung des Hauses übernimmt.

Wie oft wird der Generator im Winter laufen?
Das hängt stark von der Dimensionierung Ihrer PV-Anlage, der Größe Ihres Speichers, Ihrem Verbrauchsverhalten und dem Wetter ab. An sonnigen Wintertagen wird er gar nicht benötigt. Während einer langen, trüben Periode ohne Sonne kann es sein, dass er alle ein bis zwei Tage für wenige Stunden läuft, um den Speicher auf einem gesunden Niveau zu halten.

Gibt es Alternativen zum Stromgenerator?
Die naheliegendste Alternative ist eine massive Überdimensionierung der PV-Anlage und des Batteriespeichers. Dies ist jedoch mit erheblich höheren Investitionskosten verbunden (oft ein Vielfaches dessen, was ein Generator kostet) und bietet dennoch keine hundertprozentige Garantie, eine mehrwöchige Dunkelflaute im tiefsten Winter zu überbrücken. Für dieses Szenario bleibt der Generator die wirtschaftlichste und zuverlässigste Lösung.

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Fazit: Maximale Autarkie bei jedem Wetter

Eine reine PV-Inselanlage ist eine hervorragende Lösung für die Sommermonate und Übergangszeiten. Um jedoch eine ganzjährige, lückenlose Stromversorgung sicherzustellen, ist die Kombination mit einem Notstromgenerator die bewährteste und wirtschaftlichste Strategie.

Er fungiert als verlässliche Versicherung gegen die Unwägbarkeiten des Wetters und macht aus Ihrer Inselanlage ein echtes, vollautarkes Kraftwerk – bereit, Sie unter allen Umständen zuverlässig mit Energie zu versorgen.

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