PV-Anlage auf Trapezblech: So gelingt die Montage auf Garage und Carport

Viele Dächer von Garagen, Carports oder Gartenhäusern sind mit Trapezblech gedeckt – Flächen, die oft ungenutzt bleiben, obwohl sie sich hervorragend für die Gewinnung von Solarstrom eignen. Trapezblech ist leicht, stabil und schnell montiert. Gerade bei der Installation einer Photovoltaikanlage kommt es jedoch auf die Details an: Eine fachgerechte Befestigung und absolut dichte Montage sind entscheidend, damit Sie langfristig Freude an Ihrer Anlage haben und teure Bauschäden vermeiden.

Dieser Beitrag beleuchtet die Besonderheiten der PV-Montage auf Trapezblechdächern. Sie erfahren, welche Befestigungsmethoden es gibt, warum die Dichtigkeit oberste Priorität haben muss und worauf es bei der Planung ankommt.

Die Voraussetzungen: Statik und Unterkonstruktion sind das Fundament

Bevor auch nur ein Modul montiert wird, steht eine entscheidende Prüfung an: die Tragfähigkeit des Daches. Trapezblechdächer sind oft für eine geringe Last ausgelegt – meist nur für ihr Eigengewicht und eine typische Schneelast. Eine Photovoltaikanlage bringt jedoch eine dauerhafte Zusatzlast mit sich, weshalb vor allem die Tragfähigkeit der Unterkonstruktion entscheidend ist. Das Trapezblech allein kann die kombinierte Last aus PV-Modulen, Montagesystem und Schnee oft nicht sicher tragen.

Ein einzelnes Solarmodul wiegt beispielsweise 20 bis 25 kg. Eine kleine Anlage für ein Garagendach mit acht Modulen bringt also schon 160 bis 200 kg auf die Waage – plus das Gewicht des Montagesystems. Im Winter kann eine hohe Schneeschicht diese Last mehr als verdoppeln.

Prüfen Sie daher unbedingt die Bauunterlagen Ihrer Garage oder Ihres Carports. Im Zweifel ist die Rücksprache mit einem Statiker unerlässlich. Achten Sie auch auf die Materialstärke des Blechs: Dünne Bleche unter 0,75 mm Stärke erfordern oft spezielle, lastverteilende Montagesysteme. Sie sehen: Die sorgfältige Planung ist der erste und wichtigste Schritt zum Erfolg.

Zwei bewährte Methoden zur Befestigung

Für die Montage von Solarmodulen auf Trapezblech haben sich zwei Systeme etabliert. Die Wahl hängt von der Unterkonstruktion und den statischen Gegebenheiten ab.

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Methode 1: Die Befestigung mit Stockschrauben

Stockschrauben sind die robusteste und sicherste Methode, um eine PV-Anlage auf einem Dach mit Holz-Unterkonstruktion zu befestigen. Sie leiten die auftretenden Kräfte direkt in die tragenden Balken des Daches ein.

Eine Stockschraube ist eine spezielle Schraube, die an einem Ende ein Holzgewinde und am anderen ein metrisches Gewinde besitzt. Sie wird durch die Hochsicke (den „Berg“) des Trapezblechs direkt in den darunterliegenden Holzbalken geschraubt. Auf das metrische Gewinde wird anschließend die Montageschiene für die Solarmodule befestigt. Unerlässlich ist hier die Abdichtung: Jede Stockschraube muss mit einer hochwertigen EPDM-Dichtung versehen sein, die das Bohrloch zuverlässig vor eindringendem Wasser schützt.

Vorteil: Maximale Stabilität, da die Last direkt in die Dachkonstruktion eingeleitet wird.Nachteil: Erfordert präzises Bohren, um die Unterkonstruktion exakt zu treffen.

Methode 2: Klemmsysteme und Kurzschienen

Eine Alternative zu Stockschrauben sind spezielle Montageschienen oder Klemmsysteme, die direkt auf den Hochsicken des Trapezblechs befestigt werden. Diese Systeme sind oft schneller zu montieren, da nicht in die tiefere Dachkonstruktion gebohrt werden muss.

Die Befestigung erfolgt hier mit zugelassenen Dünnblechschrauben, die sich selbst in das Blech schneiden. Auch sie müssen mit einer Dichtung versehen sein, um die Wasserdichtigkeit zu gewährleisten. Die Last wird über das Blech auf die darunterliegende Konstruktion verteilt. Daher eignet sich diese Methode besonders gut, wenn die Unterkonstruktion nicht aus Holz, sondern beispielsweise aus Metallprofilen besteht.

Vorteil: Schnellere Montage und keine Notwendigkeit, tragende Balken exakt zu treffen.Nachteil: Die Lastübertragung erfolgt indirekt über das Trapezblech, was eine ausreichende Blechstärke voraussetzt.

Der kritischste Punkt: Dichtigkeit ist nicht verhandelbar

Unabhängig von der gewählten Methode ist die sorgfältige Abdichtung jeder einzelnen Bohrung das A und O bei der Montage. Ein undichtes Dach kann zu schweren Schäden an der Bausubstanz führen, etwa durch Fäulnis an Holzbalken oder Korrosion.

Dabei gilt eine goldene Regel: Die Montage erfolgt immer auf der Hochsicke, niemals in der Tiefsicke. In der Tiefsicke (dem „Tal“) sammelt sich das Regenwasser und fließt ab. Eine Bohrung an dieser Stelle wäre eine permanente Schwachstelle und kaum dauerhaft abzudichten. Auf der Hochsicke hingegen steht das Wasser nicht, was die Sicherheit deutlich erhöht.

Zusätzlich muss das Montagesystem die thermische Ausdehnung des Metalldaches kompensieren können. Bei Sonneneinstrahlung dehnt sich das Blech aus, bei Kälte zieht es sich zusammen. Flexible Befestigungselemente und hochwertige Dichtungen stellen sicher, dass diese Bewegungen aufgenommen werden, ohne die Dichtungen zu beschädigen oder die Schrauben zu lockern.

Wichtige Zusatzaspekte: Erdung und Kabelmanagement

Bei der Installation auf einem Metalldach ist auch die fachgerechte Erdung der Anlage besonders wichtig. Da das gesamte Dach elektrisch leitfähig ist, muss sichergestellt werden, dass im Falle eines Fehlers keine gefährlichen Spannungen auftreten können. Die Erdung des Montagesystems und der Modulrahmen ist daher eine sicherheitsrelevante Pflicht.

Achten Sie zudem auf ein sauberes Kabelmanagement. Alle Solarkabel müssen so verlegt werden, dass sie nicht an scharfen Kanten des Blechs oder des Gestells scheuern können. Dies verhindert Kurzschlüsse und gewährleistet einen sicheren Betrieb über Jahrzehnte.

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Häufige Fragen zur PV-Montage auf Trapezblech (FAQ)

Kann ich eine PV-Anlage selbst auf meinem Trapezblechdach installieren?
Technisch ist das für erfahrene Heimwerker mit den nötigen Kenntnissen zwar möglich. Aufgrund der kritischen Aspekte Statik und Dichtigkeit wird jedoch dringend empfohlen, die Montage von einem Fachbetrieb durchführen zu lassen. Fehler können hier schnell sehr teuer werden.

Mit welchen Kosten muss ich für das Montagesystem rechnen?
Die Kosten für das Montagesystem allein sind überschaubar. Rechnen Sie je nach System und Anlagengröße mit etwa 80 bis 150 Euro pro Kilowattpeak (kWp) installierter Leistung.

Was passiert mit der Garantie meines Daches?
Durch das Bohren von Löchern kann die Herstellergarantie des Trapezblechs erlöschen. Verwenden Sie daher ausschließlich Montagesysteme, die für diesen Einsatzzweck zugelassen sind, und halten Sie sich exakt an die Herstellervorgaben.

Eignet sich mein Garagendach auch für eine größere Anlage?
Ein typisches Garagendach bietet Platz für etwa 6 bis 10 Solarmodule. Dies entspricht einer Leistung von ca. 2,4 bis 4 kWp. Eine solche Anlage kann bereits einen signifikanten Teil des Strombedarfs eines Haushalts decken und ist ein wichtiger Baustein für eine Photovoltaikanlage für Ihr Eigenheim.

Fazit: Eine lohnende Investition bei korrekter Ausführung

Ein Trapezblechdach auf einer Garage oder einem Carport ist der ideale Ort, um mit eigenem Solarstrom ungenutzte Flächen sinnvoll zu erschließen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer sorgfältigen statischen Planung und einer handwerklich einwandfreien Ausführung, bei der die Dichtigkeit an oberster Stelle steht. Mit dem richtigen Befestigungssystem und professioneller Montage verwandeln Sie Ihr Nebengebäude in ein kleines Kraftwerk, das Ihnen über viele Jahre saubere Energie liefert.

Weitere praxisnahe Informationen zur Auswahl der richtigen Komponenten finden Sie direkt auf Photovoltaik.info. Im Shop von Photovoltaik.info finden Sie zudem Komplettsets, die auf typische Anlagengrößen für Garagen und Carports abgestimmt sind.

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Patrick Thoma
Patrick Thoma

Patrick Thoma ist Gründer von Mehrklicks.de und JVGLABS.com.
Er entwickelt Systeme für KI-Sichtbarkeit und semantische Architektur – mit Fokus auf Marken, die in ChatGPT, Perplexity und Google SGE sichtbar bleiben wollen.

Mehr über ihn und die Arbeit:
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