Fehlerhafte Solaranlagen Anmeldung: So vermeiden Sie Verluste
Der Boom bei Solaranlagen in Deutschland ist ungebrochen. Immer mehr Hausbesitzer und auch Mieter setzen auf sauberen Strom vom eigenen Dach oder Balkon. Doch eine oft unterschätzte Hürde kann die Freude schnell trüben und zu empfindlichen finanziellen Einbußen führen: Fehler bei der Anmeldung der Anlage im Marktstammdatenregister (MaStR). Wer hier ungenaue oder unvollständige Angaben macht, riskiert den Verlust der Einspeisevergütung – ein Schaden, der sich schnell auf hunderte Euro summieren kann.
Marktstammdatenregister: Die zentrale Rolle bei Solaranlagen
Jede stromerzeugende Anlage, von der großen Photovoltaik-Anlage auf dem Eigenheim bis zum kleinen Balkonkraftwerk, muss in Deutschland bei der Bundesnetzagentur im Marktstammdatenregister (MaStR) registriert werden. Diese Registrierung ist die gesetzliche Grundlage dafür, dass Betreiber für den ins Netz eingespeisten Strom eine Vergütung erhalten.
Obwohl das mit dem „Solarpaket I“ in Kraft getretene Gesetz die Anmeldung insbesondere für kleine Stecker-Solaranlagen vereinfacht hat, ist die Fehleranfälligkeit weiterhin hoch. Das Kernproblem liegt oft in den Details: Werden technische Daten der Anlage, wie die Leistung des Wechselrichters oder der Module, nicht exakt und vollständig übermittelt, gilt die Anmeldung als fehlerhaft.
Rückforderung der Vergütung: Was tun bei fehlerhafter Anmeldung?
Die Konsequenzen einer fehlerhaften Meldung sind gravierend. Netzbetreiber sind gesetzlich dazu verpflichtet, die Korrektheit der Anmeldedaten zu prüfen. Stellen sie Abweichungen fest, können sie bereits gezahlte Einspeisevergütungen zurückfordern.
So erging es beispielsweise einem Hausbesitzer, der von seinem Netzbetreiber ein Schreiben mit der unmissverständlichen Botschaft erhielt: „Leider beinhaltet Ihre Meldung unvollständige Daten. Daher gelten die von Ihnen angegebenen Daten als nicht vollständig.“ Im Anschluss drohte der Betreiber mit der Rückforderung der bereits ausgezahlten Vergütung.
Solche Fälle sind keine Seltenheit. Immer wieder berichten Initiativen und Verbraucherzentralen von fehlerhaften Abrechnungen und daraus resultierenden Rückforderungen. Diese Praxis ist nicht nur ärgerlich, sondern kann die Wirtschaftlichkeit der gesamten Investition in Solarenergie gefährden. Die rechtlichen Grundlagen für solche Maßnahmen sind streng, und Versäumnisse bei der Anmeldung können als Ordnungswidrigkeit behandelt werden. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem Beitrag über EEG-Sanktionen und wie Sie teure PV-Fehler vermeiden.
Solaranlagen Anmeldung: Wer ist von Fehlern betroffen?
Das Problem betrifft längst nicht mehr nur Betreiber großer PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets. Durch die enorme Popularität von Stecker-Solaranlagen sind auch immer mehr Mieter betroffen. Zwar wurde die Anmeldegrenze für die Einspeisung auf 800 Watt am Wechselrichter angehoben und der Prozess verschlankt, eine korrekte Registrierung ist aber auch für ein Balkonkraftwerk ohne Speicher unerlässlich. Auch für innovative Lösungen wie Balkonkraftwerke mit Speicher gelten die Anmeldepflichten. Jeder Betreiber, der Strom ins öffentliche Netz einspeist, steht in der Pflicht.
Verluste vermeiden: Checkliste für Ihre Solaranlagen Anmeldung
Um finanzielle Nachteile zu verhindern, ist vor allem Sorgfalt gefragt. Die folgenden Schritte helfen dabei, Probleme von vornherein zu vermeiden oder bestehende Fehler zu korrigieren:
- Daten sorgfältig prüfen: Nehmen Sie sich für die Anmeldung im Marktstammdatenregister Zeit. Halten Sie alle technischen Unterlagen Ihrer Solaranlage bereit und übertragen Sie die Daten zu Modulen und Wechselrichter exakt wie angegeben.
- Bestehende Einträge kontrollieren: Wenn Ihre Anlage bereits läuft, loggen Sie sich in Ihr Konto im MaStR ein und überprüfen Sie Ihren Eintrag auf Vollständigkeit und Korrektheit. Korrekturen sind jederzeit möglich und sollten umgehend vorgenommen werden.
- Fristen einhalten: Die Anmeldung muss innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme der Anlage erfolgen. Wer diese Frist versäumt, riskiert ebenfalls den Verlust der Vergütung für den entsprechenden Zeitraum.
- Fachliche Hilfe in Anspruch nehmen: Wenn Sie unsicher sind, ziehen Sie einen Experten zurate. Ihr Installationsbetrieb kann Sie in der Regel bei der Anmeldung unterstützen. Eine professionelle Installation, inklusive des korrekten AC-Anschlusses durch einen Elektriker, ist die beste Grundlage, um technische Fehler und damit auch Meldefehler zu vermeiden.
Sollten Sie bereits eine Rückforderungsaufforderung erhalten haben, prüfen Sie genau, welche Daten bemängelt werden. Oft lässt sich das Problem durch eine einfache Korrektur im Register beheben. Setzen Sie sich in diesem Fall direkt mit Ihrem Netzbetreiber in Verbindung, um das weitere Vorgehen zu klären.







