In Oberschwaben hat der Bau für ein zukunftsweisendes Projekt begonnen, das Landwirtschaft und erneuerbare Energien verbindet. Das regionale Unternehmen Solmotion errichtet dort mehrere Agri-Photovoltaikanlagen (Agri-PV), die eine doppelte Nutzung landwirtschaftlicher Flächen ermöglichen: den Anbau von Nutzpflanzen und die Erzeugung von Solarstrom. Der erste Standort dieser Agri-PV Anlagen in Oberschwaben entsteht in Altshausen im Landkreis Ravensburg.
Agri-Photovoltaik in Oberschwaben: Solmotion startet Baustart
Das Konzept der Agri-Photovoltaik löst den Nutzungskonflikt um knappe Landflächen, indem es die Erzeugung von Nahrungsmitteln und Energie auf derselben Fläche kombiniert. Die Anlage in Altshausen erstreckt sich über 1,6 Hektar. Mit einer installierten Leistung von 800 Kilowatt-Peak (kWp) soll sie jährlich rund 1.000 Megawattstunden (MWh) Strom erzeugen. Diese Energiemenge ist ausreichend, um den Bedarf von etwa 300 Haushalten zu decken.
Unter den speziell konzipierten, erhöht montierten Solarmodulen wird weiterhin Landwirtschaft betrieben. Geplant ist der Anbau von Sonderkulturen wie Erdbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren. Die PV-Module bieten den Pflanzen dabei einen entscheidenden Mehrwert: Sie schützen vor extremen Wetterereignissen wie Hagel oder Starkregen und spenden in heißen Sommern Schatten. Wie Studien des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) belegen, kann dies Ernteerträge stabilisieren und den Wasserverbrauch reduzieren.
Die Module sind beweglich und können je nach Wetterlage und Bedarf der Pflanzen ausgerichtet werden, um eine optimale Lichtverteilung zu gewährleisten. Die erste Einspeisung des erzeugten Stroms ins öffentliche Netz ist für das vierte Quartal 2026 geplant. Ein besonderes Merkmal des Projekts ist das Beteiligungsmodell: Bürger haben die Möglichkeit, direkt in sogenannte „Strings“ – physische Einheiten der Anlage mit messbarem Ertrag – zu investieren und so aktiv an der regionalen Energiewende teilzuhaben.
Solmotion: Weitere Agri-PV-Projekte in Oberschwaben geplant
Altshausen ist nur der Anfang einer Reihe von Projekten, die das auf Photovoltaik spezialisierte Unternehmen Solmotion in der Region umsetzt. Geplant sind zwei weitere Anlagen:
- Bad Waldsee: Auf einer Fläche von 1,5 Hektar wird eine Anlage mit einer Leistung von 1,5 Megawatt (MW) errichtet, die jährlich ca. 1.500 MWh Strom für rund 500 Haushalte produzieren soll.
- Bergatreute: Hier entsteht auf 1,8 Hektar eine 2-MW-Anlage, die mit einer erwarteten Jahresproduktion von 2.000 MWh etwa 700 Haushalte versorgen wird.
Diese Projekte stärken nicht nur die regionale Energieunabhängigkeit, sondern bieten Landwirten auch eine zusätzliche, stabile Einnahmequelle. Gleichzeitig tragen sie zum Bodenschutz bei, indem sie die Flächen vor Erosion bewahren.
Agri-Photovoltaik Oberschwaben: Beitrag zur Versorgungssicherheit
Die in den Agri-PV-Anlagen erzeugte Energie wird vollständig in das lokale Stromnetz eingespeist und trägt so zur Versorgungssicherheit in der Region bei. Durch den Ersatz fossiler Energieträger wird eine erhebliche Menge an CO₂-Emissionen vermieden. Allein die Anlage in Altshausen soll jährlich rund 400.000 Kilogramm CO₂ einsparen.
Solche Großprojekte sind ein wesentlicher Baustein der Energiewende. Doch auch im privaten Bereich können Hausbesitzer und Mieter einen Beitrag leisten und gleichzeitig ihre Energiekosten senken. Für Eigenheimbesitzer bieten sich komplette PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets an, um einen hohen Grad an Autarkie zu erreichen. Mieter und Wohnungseigentümer können mit kompakten Balkonkraftwerken ohne Speicher unkompliziert eigenen Solarstrom erzeugen. Für eine noch effizientere Nutzung gibt es mittlerweile auch Balkonkraftwerke mit Speicher, die den tagsüber erzeugten Strom für die Abendstunden verfügbar machen.







