Solarpark Gerbstedt (Sachsen): Pionierarbeit durch Hybrid-Umspannwerk

In Gerbstedt, Sachsen-Anhalt, ist ein neuer Solarpark mit einer Spitzenleistung von 53,5 Megawatt (MWp) erfolgreich in Betrieb genommen worden. Das Projekt, entwickelt von wpd, zeichnet sich durch seinen Anschluss an ein innovatives Hybrid-Umspannwerk aus. Diese Anlage kombiniert die Stromerzeugung aus Sonnen- und Windenergie an einem einzigen Netzverknüpfungspunkt und stellt damit einen wichtigen Schritt zur effizienteren Nutzung der Netzinfrastruktur dar.

Solarpark Gerbstedt: Effiziente Netzeinspeisung in Sachsen

Der Solarpark in Gerbstedt leistet einen erheblichen Beitrag zur regionalen Energieversorgung. Auf einer rund 54 Hektar großen Konversionsfläche wurden etwa 90.000 Photovoltaik-Module installiert. Diese erzeugen pro Jahr circa 50 Millionen Kilowattstunden (kWh) sauberen Strom, was rechnerisch ausreicht, um den Jahresbedarf von rund 15.000 Drei-Personen-Haushalten zu decken.

Die technische Umsetzung umfasst zwölf Zentralwechselrichter, die den erzeugten Gleichstrom in netzkonformen Wechselstrom umwandeln. Über eine acht Kilometer lange Kabeltrasse wird die Energie zum Umspannwerk transportiert und dort in das 110-kV-Hochspannungsnetz eingespeist. Dieses Vorgehen gewährleistet eine verlustarme und stabile Übertragung der erzeugten Energie.

Hybrid-Umspannwerk: Schlüssel für den Solarpark Gerbstedt und die Energiewende

Die eigentliche Innovation des Projekts liegt im hybriden Ansatz des Netzanschlusses. Das Umspannwerk dient als gemeinsamer Verknüpfungspunkt für den neu errichteten Solarpark und einen bereits bestehenden, modernisierten Windpark mit acht Windenergieanlagen. Anstatt für jede Erzeugungsart einen separaten Netzanschluss zu errichten, wird die vorhandene Infrastruktur doppelt genutzt.

Eine intelligente, zentrale Steuerungseinheit regelt die Einspeisung von Solar- und Windstrom. Da Windkraft- und Solaranlagen zu unterschiedlichen Zeiten ihre Spitzenleistung erreichen – Wind oft nachts und im Winter, Sonne tagsüber –, ergänzen sie sich ideal. Das System priorisiert die Einspeisung und verhindert so eine Überlastung des Netzes. Dieses Konzept des „Cable Pooling“ gilt als zukunftsweisend, da es den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigt, ohne die Stromnetze übermäßig zu belasten.

Die intelligente Kombination verschiedener Energiequellen und Speicher ist nicht nur bei Großprojekten sinnvoll. Auch im privaten Bereich setzen sich PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets zunehmend durch, um den Eigenverbrauch zu maximieren und die Abhängigkeit vom Stromnetz zu verringern.

Solarpark Gerbstedt: Bedeutung für Region und Energiewende durch Hybrid-Anschluss

Das Projekt Gerbstedt ist ein Vorbild für die Sektorenkopplung und die effiziente Integration erneuerbarer Energien in Deutschland. Durch die gemeinsame Nutzung eines Netzanschlusspunktes werden nicht nur Kosten gespart, sondern auch wertvolle Ressourcen geschont. Der Netzbetreiber MITNETZ STROM stellt die Anbindung an das überregionale Netz sicher und trägt so zur Versorgungssicherheit bei.

Projekte dieser Größenordnung sind das Rückgrat der Energiewende. Sie zeigen, wie auf regionaler Ebene ein signifikanter Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden kann. Gleichzeitig wächst das Interesse von Privatpersonen, sich aktiv an der Energiewende zu beteiligen. Für Mieter und Hausbesitzer bieten sich hierfür einfache Lösungen. So ermöglichen Balkonkraftwerke ohne Speicher einen unkomplizierten Einstieg in die eigene Stromerzeugung. Wer einen Schritt weiter gehen möchte, kann mit Balkonkraftwerken mit Speicher den erzeugten Solarstrom auch nach Sonnenuntergang nutzen.

Zusammenfassend demonstriert der Solarpark Gerbstedt, wie durch technologische Innovation und intelligente Planung der Ausbau erneuerbarer Energien effizient und netzverträglich gestaltet werden kann, was sowohl für die überregionale Versorgungssicherheit als auch für die lokale Wertschöpfung von großer Bedeutung ist.

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