Solar Mieterstrom: Studie 2024 zeigt enorme Vorteile & Kosten-Nutzen

Solar Mieterstrom Studie 2024: Potenzial für Millionen Haushalte

Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und der Prognos AG zeigt ein erhebliches, bisher kaum genutztes Potenzial für die Energieversorgung in Deutschland. Demnach könnten technisch bis zu 20,4 Millionen Wohnungen in rund drei Millionen Mehrfamilienhäusern mit Solarstrom vom eigenen Dach versorgt werden. Würde dieses Potenzial ausgeschöpft, entspräche dies einer installierten Photovoltaik-Leistung von bis zu 60 Gigawatt – fast ein Drittel des von der Bundesregierung bis 2030 angestrebten Ausbauziels.

Solar-Mieterstrom: Realisierbar für fast 20% der Haushalte

Das zugrundeliegende Modell ist der sogenannte Mieterstrom. Dabei wird Strom aus einer Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Wohngebäudes direkt an die Mieter und andere Verbraucher im selben Gebäude geliefert, ohne den Umweg über das öffentliche Netz. Hauseigentümer installieren die Solaranlagen und bieten den erzeugten Strom den Mietern an, die dafür einen direkten Liefervertrag abschließen. Da bei diesem Modell Netzentgelte und bestimmte Abgaben entfallen, profitieren Mieter in der Regel von günstigeren Strompreisen. Lediglich der Strombedarf, der nicht durch die Solaranlage gedeckt werden kann, wird weiterhin aus dem öffentlichen Netz bezogen. Dieses Vorgehen ist ein zentraler Baustein, wie Vermieter Photovoltaik für ihre Mieter nutzen können.

Mieterstrom: Investitionen und Potenziale im Überblick

Die Umsetzung von Mieterstromprojekten erfordert für Immobilieneigentümer zunächst Investitionen. Die Studie beziffert diese auf durchschnittlich 15.000 Euro pro Wohneinheit. Diese Summe deckt die Kosten für die Solarmodule, notwendige PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets sowie intelligente Messeinrichtungen zur korrekten Abrechnung.

Die Analyse des IW zeigt jedoch auch die erhebliche wirtschaftliche Attraktivität für Vermieter. Je nach Anzahl der teilnehmenden Mietparteien und der Dimensionierung der Anlage kann die Rendite für ein typisches Gebäude zwischen 3,6 und 18,5 Prozent liegen. Mieter profitieren von stabilen und oft günstigeren Strompreisen und einer größeren Unabhängigkeit von den Schwankungen des Energiemarktes.

Mieterstrom: Studie 2024 zeigt bürokratische Hürden

Trotz der deutlichen Vorteile wird das Mieterstrom-Modell bisher nur zögerlich angenommen. Bei der Bundesnetzagentur sind aktuell lediglich rund 5.400 Mieterstromanlagen registriert – ein Bruchteil der über vier Millionen Photovoltaikanlagen, die in Deutschland insgesamt installiert sind.

Als Hauptgründe für die geringe Verbreitung identifiziert die Studie vor allem bürokratische Hürden. Dazu zählen komplizierte Vorgaben zur Strommessung und Abrechnung sowie aufwendige Genehmigungsprozesse durch die Netzbetreiber. Diese komplexen Anforderungen stellen für viele Immobilieneigentümer eine erhebliche Barriere dar.

Solar Mieterstrom: Chancen durch Wertsteigerung und Sektorenkopplung

Für Eigentümer, die bereit sind, diese Hürden zu überwinden, bietet Mieterstrom erhebliche Chancen. Neben der direkten Rendite durch den Stromverkauf kann ein solches Projekt den Wert einer Immobilie steigern und deren ökologische Bilanz deutlich verbessern. Ein Leitfaden für die Vermietung von Häusern mit PV-Anlage kann hierbei wertvolle Orientierung bieten.

Besonders vorteilhaft wird das Modell in Kombination mit weiteren Verbrauchern im Gebäude, wie Wärmepumpen oder Ladestationen für Elektroautos. Durch diese sogenannte Sektorenkopplung kann der Eigenverbrauchsanteil des Solarstroms maximiert werden, was die Wirtschaftlichkeit des gesamten Systems weiter erhöht und den Haus- und Lebensstil nachhaltiger gestaltet.

Fazit: Mieterstrom als ungenutztes Potenzial der Energiewende

Die Studie von IW und Prognos verdeutlicht, dass Mieterstrom ein enormes, bisher ungenutztes Potenzial für die Energiewende in Deutschland darstellt. Es ist ein wirtschaftlich attraktives Modell für Mieter und Vermieter, das jedoch durch bürokratische Hürden ausgebremst wird. Ein Abbau dieser Hemmnisse könnte einen wesentlichen Beitrag zur dezentralen Energieversorgung und zum Erreichen der Klimaziele leisten.

Dieses Modell ist Teil eines allgemeinen Photovoltaik-Booms, von dem deutsche Haushalte zunehmend profitieren. Während Mieterstrom eine Lösung für das ganze Haus ist, haben einzelne Mieter auch die Möglichkeit, mit Balkonkraftwerken ohne Speicher oder Modellen mit Speicher einen eigenen Beitrag zur Energiewende zu leisten und ihre Stromkosten zu senken.

Haftungsausschluss / Disclaimer: Die hier veröffentlichten Informationen stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen. Photovoltaik.info übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Inhalte. Sollten Sie falsche oder irreführende Informationen entdecken, kontaktieren Sie uns bitte, damit wir diese überprüfen und gegebenenfalls korrigieren können.
Teile diesen Beitrag