Sachsen-Anhalt: Geringes Ausbaupotential bei Solaranlagen auf Landesgebäuden

Trotz politischer Bekenntnisse schreitet der Ausbau von Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden in Sachsen-Anhalt nur langsam voran. Obwohl die Landesregierung die Nutzung von Photovoltaik auf ihren Liegenschaften priorisieren wollte, wurde bislang nur ein Bruchteil des Potenzials genutzt. Von 178 als geeignet identifizierten Gebäuden hat das Land bisher lediglich 14 für die Installation von Solaranlagen verpachtet. Die Option, die Anlagen selbst zu betreiben, wird weiterhin geprüft.

Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden in Sachsen-Anhalt: Geeignete Liegenschaften

Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hat auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Fraktion hin mitgeteilt, dass 178 landeseigene Liegenschaften für die Installation von Solaranlagen geeignet sind. Dennoch wurden in den vergangenen zwölf Monaten nur für 14 dieser Standorte Pachtverträge abgeschlossen. Diese geringe Umsetzungsquote verdeutlicht die Diskrepanz zwischen Zielsetzung und Realität. Ein Blick auf die kommunale Ebene bestätigt das Bild: Im Burgenlandkreis beispielsweise sind von 48 kreiseigenen Gebäuden aktuell nur sieben mit Solaranlagen ausgestattet.

Ronald Mormann, Leiter der Abteilung für Vermögens- und Hochbauverwaltung im Finanzministerium, betonte: „Wir haben die Photovoltaik auf unseren Liegenschaften priorisiert.” Laut Mormann sei es eine strategische Entscheidung, den Ausbau auf Landesgebäuden voranzutreiben.

Trotz dieser Priorisierung durch das Finanzministerium bleibt die Umsetzung begrenzt. Als Gründe werden komplexe Anforderungen und ein hoher administrativer Aufwand genannt. Während die öffentliche Hand mit bürokratischen Hürden kämpft, können private Haushalte die Energiewende oft schneller vorantreiben. Für Hausbesitzer stehen komplette PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets zur Verfügung, um einen hohen Grad an Energieautarkie zu erreichen.

Dringender Bedarf: Photovoltaik auf Landesgebäuden in Sachsen-Anhalt

Die Installation von Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden ist eine wesentliche Maßnahme zur Förderung erneuerbarer Energien und zur Reduzierung der CO2-Emissionen. Angesichts von Strompreisen, die in Sachsen-Anhalt bei durchschnittlich rund 24 Cent pro Kilowattstunde liegen, bietet die Eigenerzeugung von Solarstrom zudem ein erhebliches Einsparpotenzial für die öffentliche Hand.

Die Landesregierung steht nun vor der strategischen Entscheidung, ob sie die Dächer weiterhin verpachten oder die Solaranlagen künftig selbst betreiben soll. Der Eigenbetrieb könnte langfristig kosteneffizienter sein und dem Land mehr Kontrolle über die Energieproduktion und -nutzung geben. Die Verpachtung reduziert hingegen den Verwaltungsaufwand und fördert private Investitionen. Diese Diskussion findet vor dem Hintergrund statt, dass die Landesregierung generell versucht, die Akzeptanz für erneuerbare Energien zu steigern, wie aktuelle Solar News berichten, die ein neues Gesetz zur finanziellen Beteiligung von Kommunen an Erneuerbare-Energien-Anlagen hervorheben.

Ausbaupotential und Herausforderungen für Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden

Obwohl die Vorteile auf der Hand liegen, bleiben Hürden bestehen. Der administrative Aufwand für Ausschreibungen, Genehmigungen und die Verhandlungen mit privaten Investoren verlangsamt den Prozess erheblich. Die Identifizierung geeigneter Gebäude und die Prüfung der statischen Voraussetzungen erfordern ebenfalls Zeit und Ressourcen.

Die Landesregierung plant, den Ausbau zu beschleunigen, um ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Prüfung eines Eigenbetriebs der Anlagen ist Teil der Suche nach einer langfristig nachhaltigen Lösung. Während diese Prozesse andauern, haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. Für Mieter bieten sich beispielsweise Balkonkraftwerke ohne Speicher als unkomplizierte Einstiegsmöglichkeit an, um die eigenen Stromkosten zu senken. Wer den selbst erzeugten Strom auch nach Sonnenuntergang nutzen möchte, kann auf Balkonkraftwerke mit Speicher zurückgreifen.

Die endgültige Entscheidung über das Betreibermodell wird von den finanziellen und logistischen Kapazitäten des Landes abhängen. Ungeachtet der Herausforderungen bleibt die Landesregierung von Sachsen-Anhalt entschlossen, die Nutzung erneuerbarer Energien zu fördern.

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