Der deutsche Photovoltaikmarkt befindet sich in einer Phase der Neuausrichtung. Während der Gesamtzubau auf hohem Niveau bleibt, verzeichnet das Segment der kleineren Dachanlagen bis 25 Kilowattpeak (kWp) eine deutliche Abschwächung. Daten aus dem Marktstammdatenregister deuten auf einen Rückgang von rund 19 % für das Jahr 2024 hin. Prognosen zufolge könnte sich dieser Trend 2025 mit einem weiteren Rückgang von etwa 27 % fortsetzen. Gleichzeitig sorgen sinkende Modulpreise und ein stabiler regulatorischer Rahmen für attraktive Bedingungen für private Investoren.
PV-Markt Analyse: Rückgang bei Kleinanlagen im Detail
Der Boom bei Photovoltaikanlagen auf privaten Hausdächern scheint sich nach den Rekordjahren zu normalisieren. Im Segment bis 25 kWp, das typischerweise Einfamilienhäuser und kleinere Gewerbebetriebe abdeckt, ist die Nachfrage spürbar gesunken. Dieser spezifische Rückgang steht im Kontrast zur Gesamtentwicklung des deutschen Solarmarktes. Laut Daten der Bundesnetzagentur bewegt sich der monatliche Zubau über alle Segmente hinweg weiterhin auf einem sehr hohen Niveau, oft jenseits der Gigawatt-Marke.
Diese Diskrepanz zeigt eine klare Marktverschiebung: Während der Ausbau im Privatsektor nachlässt, gewinnen große Freiflächenanlagen und gewerbliche Großprojekte an Dynamik.
Preisentwicklung und Rahmenbedingungen im PV-Markt
Zwei zentrale Faktoren prägen die aktuelle Marktlage: die Kosten für die Hardware und die gesetzlichen Vergütungssätze.
Die Preise für Solarmodule sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich gefallen. Lagen die Kosten 2023 noch bei etwa 40 bis 50 Cent pro Watt, sind sie 2024 auf ein Niveau von 30 bis 40 Cent pro Watt gesunken. Dieser Preisverfall senkt die anfänglichen Investitionskosten für eine komplette Anlage erheblich.
Parallel dazu bleibt die Einspeisevergütung, die Betreiber für ins Netz eingespeisten Strom erhalten, ein relevanter Faktor. Für Anlagen, die nach dem 1. Februar 2024 in Betrieb genommen wurden, liegt sie beispielsweise für Teilstromeinspeisung bei bis zu 8,1 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Wichtiger als die Einspeisung wird für private Haushalte jedoch der Eigenverbrauch. Angesichts von Strompreisen von 30 Cent/kWh und mehr ist jede selbst erzeugte und verbrauchte Kilowattstunde ein direkter finanzieller Gewinn.
Was bedeutet die PV-Markt Analyse für private Haushalte?
Für Hausbesitzer und Mieter ergeben sich aus der aktuellen Situation interessante Möglichkeiten. Die gesunkenen Anschaffungskosten machen die Investition in Solarenergie so attraktiv wie selten zuvor.
Eine typische 10-kWp-Anlage, die 2023 noch rund 20.000 Euro kosten konnte, ist 2024 bereits für etwa 15.000 Euro oder weniger zu realisieren. Ein solches System kann jährlich etwa 10.000 kWh Strom erzeugen. Bei einem hohen Eigenverbrauchsanteil lassen sich so die Stromkosten um mehrere hundert Euro pro Jahr reduzieren. Um den Eigenverbrauch zu maximieren und auch abends oder nachts auf den eigenen Solarstrom zurückgreifen zu können, werden komplette PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets immer mehr zum Standard.
Auch für Mieter und Wohnungseigentümer gibt es zugängliche Optionen. Sogenannte Stecker-Solar-Geräte ermöglichen eine unkomplizierte Teilnahme an der Energiewende. Hier gibt es sowohl einfache Balkonkraftwerke ohne Speicher als auch zunehmend gefragte Balkonkraftwerke mit Speicher, die helfen, die Grundlast im Haushalt zu decken.
PV-Markt: Langfristige Trends und Zuwachs bei Freiflächenanlagen
Die aktuelle Abschwächung bei Dachanlagen könnte auf eine beginnende Marktsättigung nach den starken Vorjahren hindeuten. Experten erwarten jedoch spätestens für 2026 eine Erholung, angetrieben durch neue Impulse für den Eigenverbrauch und den Ausbau von Speichersystemen.
Gleichzeitig verschiebt sich der Fokus der Branche. Große Solarparks und gewerbliche Anlagen werden für Investoren immer wichtiger. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in aktuellen Analysen wider. Der Solarzubau in Deutschland steht laut Prognose für 2025 vor einem Rückgang bei Dachanlagen, während das Interesse an Freiflächenanlagen wächst.
Ungeachtet der kurzfristigen Schwankungen im Privatkundensegment bleibt der Photovoltaikmarkt insgesamt ein zentraler Pfeiler der deutschen Energiewende. Die ehrgeizigen Ausbauziele der Bundesregierung sichern die langfristige Wachstumsperspektive des Sektors. Der beobachtete Rückgang bei kleineren Anlagen ist somit weniger ein Krisenzeichen als vielmehr ein Indikator für einen sich wandelnden und reifenden Markt. Für Verbraucher bleibt die Investition in Photovoltaik durch die gesunkenen Preise eine wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung.







