NRW startet neue Förderrunde für Photovoltaik-Freiflächenanlagen zur Verdopplung der Solarleistung
Nordrhein-Westfalen (NRW) intensiviert seine Bemühungen für eine klimafreundliche Zukunft und treibt den Ausbau der Solarenergie mit einer neuen Förderoffensive voran. Mit dem Ziel, die installierte Photovoltaik-Leistung im Bundesland bis 2030 zu verdoppeln, wurde die Förderrichtlinie „Photovoltaik auf Freiflächen“ neu aufgelegt. Sie unterstützt gezielt Investitionen in großflächige PV-Anlagen und innovative Konzepte wie die Agri-Photovoltaik (Agri-PV).
NRW Freiflächen PV Förderung 2030: Vielfältige Solarkonzepte
Die aktualisierte Förderrichtlinie soll den Ausbau von Freiflächen-Solaranlagen in NRW beschleunigen und richtet sich insbesondere an Unternehmen. Finanziell unterstützt werden Projekte auf einer Vielzahl von Flächen, um Landnutzungskonflikte zu minimieren und ungenutztes Potenzial zu erschließen. Dazu zählen:
- Agri-PV-Anlagen: Hierbei handelt es sich um eine Doppelnutzung von Flächen, bei der Landwirtschaft und Solarstromerzeugung kombiniert werden. Die Solarmodule werden beispielsweise erhöht aufgeständert, sodass darunter weiterhin Ackerbau oder Viehzucht möglich ist.
- Anlagen auf Konversionsflächen: Gemeint sind ehemals industriell, gewerblich oder militärisch genutzte Areale, die einer neuen, nachhaltigen Nutzung zugeführt werden.
- Photovoltaik auf wiedervernässten Mooren (Moor-PV): Dieser innovative Ansatz verbindet Klimaschutz durch die Wiederherstellung von Mooren als CO2-Speicher mit der Erzeugung erneuerbarer Energie.
- Schwimmende PV-Anlagen (Floating-PV): Auf künstlichen Gewässern wie Baggerseen oder ehemaligen Tagebaurestseen installierte Solaranlagen nutzen Wasserflächen zur Energiegewinnung, ohne Land zu verbrauchen.
Die Förderung umfasst Zuschüsse für die Planung und Errichtung dieser Anlagen und soll so die Investitionshemmnisse für zukunftsweisende Projekte senken.
NRW Freiflächen PV Förderung: Konditionen und Antragsverfahren
Für die Umsetzung der PV-Offensive stellt das Land im laufenden Förderzeitraum rund 10 Millionen Euro bereit. Pro Vorhaben können Zuschüsse zwischen 150.000 und 1,5 Millionen Euro beantragt werden, die bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten abdecken. Antragsberechtigt sind Projekte mit einer installierten Leistung von mehr als einem Megawatt-Peak (MWp), die auf einer Fläche von über einem Hektar realisiert werden.
Anträge können seit dem 9. Oktober 2025 bei der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg eingereicht werden. Um potenziellen Investoren die Planung zu erleichtern, stellt das Land zudem Informationen über geeignete Standorte bereit. Dazu gehören Übersichten über ehemalige Tagebauflächen, Deponien und ungenutzte Gewerbegebiete, die sich für die Installation von PV-Anlagen eignen.
NRW Freiflächen PV Förderung bis 2030: Beitrag zum Klimaschutz
Die Förderung von Freiflächen-PV-Anlagen leistet einen messbaren Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Die Landesregierung schätzt, dass allein durch die geförderten Agri-PV- und Moor-PV-Anlagen jährlich bis zu einer Million Tonnen CO2 eingespart werden können. Dieser Schritt ist entscheidend, um die Klimaziele des Landes zu erreichen und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern.
Die Initiative baut auf einer bereits starken Dynamik auf: Allein im ersten Halbjahr 2025 verzeichnete NRW einen Zubau von rund 940 MW an Photovoltaik-Leistung. Neben den ökologischen Vorteilen stärkt das Programm auch die regionale Wirtschaft. Es schafft Arbeitsplätze in der Planungs-, Bau- und Energiebranche und trägt durch die dezentrale Energieerzeugung langfristig zur Stabilisierung der Energiekosten bei.
NRW Freiflächen PV Förderung: Teil der PV-Offensive
Die Förderrichtlinie ist Teil einer umfassenden Strategie der Landesregierung, die Solarenergie auf allen Ebenen auszubauen. Die Offensive beschränkt sich nicht nur auf Freiflächen, sondern schließt auch die verstärkte Nutzung von Dächern auf städtischen und öffentlichen Gebäuden mit ein.
Während diese spezielle Richtlinie auf Großprojekte abzielt, erkennt die Landesstrategie auch die wichtige Rolle von Privathaushalten an. Viele Hausbesitzer tragen bereits zur Energiewende bei, indem sie sich für komplette PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets entscheiden. Für Mieter und Eigentümer mit begrenztem Platz bieten sich zudem leicht zugängliche Lösungen wie Balkonkraftwerke ohne Speicher an. Zunehmend beliebter werden auch Balkonkraftwerke mit Speicher, die eine noch höhere Eigenverbrauchsquote ermöglichen.
Mit der Neuauflage der Förderung setzt NRW ein starkes Zeichen für den Klimaschutz und die Energiewende. Die finanzielle Unterstützung schafft Anreize für Investoren, beschleunigt den Ausbau erneuerbarer Energien und fördert gleichzeitig die wirtschaftliche Entwicklung und technologische Innovation im Land.







