NRW Förderung 2024: Freiflächen PV Anlagen Programm reaktiviert
Nordrhein-Westfalen hat das Förderprogramm progres.nrw für Photovoltaik-Freiflächenanlagen wieder aufgenommen. Im Rahmen einer umfassenden PV-Offensive stellt das Land rund 10 Millionen Euro zur Verfügung, um den Bau von Solaranlagen auf stillgelegten landwirtschaftlichen Flächen zu unterstützen. Landwirte können ab sofort wieder Anträge stellen. Das Programm ist ein zentraler Baustein der Landesregierung, um die installierte Photovoltaik-Leistung in NRW bis 2030 zu verdoppeln und die Energiewende voranzutreiben.
Details zur Wiederaufnahme der NRW Förderung für Freiflächen PV Anlagen
Das Programm „Erneuerbare Energien – Photovoltaik Freiflächen“ war ursprünglich 2022 eingeführt, jedoch aufgrund veränderter Rahmenbedingungen, insbesondere der gesunkenen Einspeisevergütung für Solarstrom, vorübergehend ausgesetzt worden. Die Reaktivierung soll nun neue Anreize für Investitionen schaffen und ungenutzte Agrarflächen für die klimafreundliche Stromerzeugung nutzbar machen.
Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen betonte die doppelte Chance, die sich aus der Maßnahme ergibt: „Mit dem Ausbau von Photovoltaikanlagen auf stillgelegten Flächen tragen Landwirte zur Energiewende bei und stärken gleichzeitig ihre Betriebe. Diese Flächen können sinnvoll genutzt werden, ohne die landwirtschaftliche Produktion zu beeinträchtigen. Das ist eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.“
Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur unterstrich die wachsende Rolle der Landwirtschaft im Energiesektor. „Landwirtinnen und Landwirte sind nicht nur Lebensmittelproduzenten, sondern auch wichtige Akteure in der Energieerzeugung. Mit der Reaktivierung der Förderung geben wir ihnen die Möglichkeit, sich als Energiewirte zu etablieren und neue wirtschaftliche Perspektiven zu erschließen“, so Neubaur.
Bedingungen und Antragsverfahren für die NRW Freiflächen PV Anlagen Förderung
Antragsberechtigt sind landwirtschaftliche Betriebe in Nordrhein-Westfalen. Das Programm fördert die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf Flächen, die zuvor landwirtschaftlich genutzt wurden, nun aber stillgelegt sind und sich nicht für den Anbau von Agrarprodukten eignen.
Die wichtigsten Konditionen im Überblick:
* Förderhöhe: Es wird ein Zuschuss von bis zu 1.500 Euro pro Kilowatt (kWp) Nennleistung gewährt.
* Maximale Förderung: Die Förderhöhe ist auf 200.000 Euro pro Projekt begrenzt.
* Antragsfrist: Anträge können bis Ende 2025 bei den zuständigen Bezirksregierungen eingereicht werden.
Interessierte Landwirte müssen nachweisen, dass die vorgesehenen Flächen die Kriterien der Förderrichtlinie erfüllen. Die Antragsstellung erfolgt direkt über die jeweilige Bezirksregierung.
Bedeutung der NRW Förderung für Energiewende und Landwirtschaft
Die Wiederaufnahme des Programms ist ein strategischer Schritt zur Erreichung der Klimaziele des Landes. Durch die Nutzung bereits versiegelter oder landwirtschaftlich unproduktiver Flächen wird der Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigt, ohne in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion zu treten.
Für Landwirte eröffnet die Förderung eine attraktive Möglichkeit zur Diversifizierung ihrer Betriebe. Die Einnahmen aus der Stromerzeugung können ein stabiles zweites Standbein schaffen und die wirtschaftliche Resilienz erhöhen. Gleichzeitig positionieren sich die Betriebe als aktive Gestalter der Energiewende.
Innovative Ansätze wie die Agri-Photovoltaik, bei der Landwirtschaft und Solarstromerzeugung auf derselben Fläche kombiniert werden, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Ein Beispiel dafür ist der kürzlich errichtete Agri-Solarpark in Münster, der auf 13,2 Hektar Ökostrom erzeugt und gleichzeitig eine landwirtschaftliche Nutzung ermöglicht. Solche Projekte zeigen das Potenzial für eine effiziente und multifunktionale Flächennutzung.
Solarenergie für alle: Alternativen zur Freiflächen PV Anlage
Während das progres.nrw-Programm auf große Freiflächenanlagen in der Landwirtschaft abzielt, ist der Ausbau der Solarenergie eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Auch für Hausbesitzer und Mieter gibt es vielfältige Möglichkeiten, einen Beitrag zu leisten und von sauberem Strom zu profitieren.
Für Eigenheimbesitzer bieten sich komplette PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets an, um den Eigenverbrauch zu maximieren und die Stromkosten deutlich zu senken. Mieter und Wohnungseigentümer können ebenfalls aktiv werden: Moderne Balkonkraftwerke ohne Speicher sind eine unkomplizierte Lösung, um einen Teil des eigenen Strombedarfs zu decken. Wer den erzeugten Strom auch abends nutzen möchte, kann auf Balkonkraftwerke mit Speicher zurückgreifen. Der Trend zur dezentralen Energieerzeugung zeigt, dass die Energiewende auf allen Ebenen stattfindet – vom großen Solarpark bis zum kleinen Modul am Balkongeländer.







