Solarpark Ketzin: Vorreiter für Solarstrom in Brandenburg
In Ketzin bei Potsdam hat die Gelsenwasser AG einen neuen Solarpark offiziell in Betrieb genommen, der ein bedeutendes Zeichen für die Energiewende in Brandenburg setzt. Die Anlage, die im November 2025 feierlich eröffnet wurde, wird mit einer Spitzenleistung von 50 Megawatt (MWp) ausreichend Strom produzieren, um den Jahresbedarf von rund 28.000 Haushalten zu decken.
Der Solarpark erstreckt sich über eine Fläche von 100 Hektar – eine Fläche, die etwa 140 Fußballfeldern entspricht. Entgegen erster Annahmen wurde die Anlage nicht auf einem ehemaligen Tagebaugelände, sondern auf früherem Ackerland im Ortsteil Etzin errichtet. Dieses Projekt steht somit beispielhaft für die Umnutzung von Flächen zur Erzeugung sauberer Energie. Die Anlage besteht aus 127.500 Solarmodulen, die auf 1.700 Stahlträgern montiert sind. Für alle, die mit den technischen Einheiten weniger vertraut sind, bietet unser ABC des Solarstroms eine Erklärung wichtiger PV-Begriffe.
Interessanterweise entwickelt sich die Region Ketzin zu einem regelrechten Zentrum für Solarenergie. Nur kurz nach der Eröffnung dieses Parks wurde eine weitere, noch größere Photovoltaikanlage von EDP Renewables in Ketzin in Betrieb genommen, was die strategische Bedeutung des Standorts unterstreicht.
Solarpark Ketzin: Bau und Bürgerbeteiligung
Die Realisierung des Projekts erfolgte in einem straffen Zeitplan. Nach Planungsbeginn im Jahr 2022 starteten die Bauarbeiten im November 2024 und wurden planmäßig innerhalb eines Jahres abgeschlossen. Das für die Netzeinspeisung notwendige Umspannwerk befindet sich in zwei Kilometern Entfernung.
Der Solarpark wurde von der Gelsenwasser AG in Kooperation mit der EP New Energies GmbH (EPNE) entwickelt. EPNE war für die Planung und den Bau verantwortlich, während Gelsenwasser nun den Betrieb und die Vermarktung des erzeugten Stroms übernimmt. Die Gesamtinvestition belief sich auf rund 30 Millionen Euro.
Ein besonderes Merkmal des Projekts ist die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung. Anwohner aus dem Postleitzahlenbereich 14669 haben die Möglichkeit, sich finanziell an dem Solarpark zu beteiligen. Das Angebot umfasst eine Laufzeit von sieben Jahren bei einem Zinssatz von fünf Prozent und stärkt so die lokale Wertschöpfung und Akzeptanz.
Förderung des Solarparks Ketzin durch Brandenburg
Zur offiziellen Eröffnung war auch Brandenburgs Energieministerin Manja Schüle anwesend. Sie würdigte das Projekt als wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele des Landes und als Beleg für eine gelungene Transformation hin zu erneuerbaren Energien.
Ministerin Schüle betonte, dass Brandenburg bereits heute bilanziell rund 95 Prozent seines Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen deckt. Projekte wie der Solarpark in Ketzin seien entscheidend, um diese Vorreiterrolle weiter auszubauen. Sie lobte die konstruktive Zusammenarbeit zwischen den investierenden Unternehmen, der Stadt und dem Land.
Brandenburgs Zukunft mit erneuerbarer Energie und dem Solarpark Ketzin
Der Solarpark Ketzin ist ein wichtiger Baustein für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Brandenburg und ein Beispiel für die effiziente Nutzung von Flächen zur nachhaltigen Stromerzeugung. Die Gelsenwasser AG prüft bereits weitere Ausbaumöglichkeiten und Projekte in der Region.
Die Energiewende findet jedoch nicht nur in großen Solarparks statt, sondern wird zunehmend auch von privaten Haushalten vorangetrieben. Während Großprojekte das Rückgrat der Versorgung bilden, tragen auch dezentrale Lösungen maßgeblich zum Erfolg bei. Für Eigenheimbesitzer werden komplette PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets immer attraktiver. Mieter und Wohnungseigentümer können ebenfalls einen Beitrag leisten, beispielsweise mit einem Balkonkraftwerk ohne Speicher oder den neueren Balkonkraftwerken mit Speicher. Selbst für Wohnungseigentümergemeinschaften gibt es mittlerweile klare rechtliche Rahmenbedingungen, um eine PV-Anlage in der WEG zu realisieren.
Projekte wie in Ketzin zeigen, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll ist und Brandenburg auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft weiter voranbringt. Aktuelle Entwicklungen in diesem Bereich finden Sie regelmäßig in unseren Solar News.







