LEE Sachsen fordert faire Kostensenkung: Debatte um Netzentgelte neu entfachen

LEE Sachsen: Debatte um Kostensenkung bei Netzentgelten für Energiewende

Der Landesverband Sachsen des Bundesverbands Erneuerbare Energie (LEE Sachsen) fordert eine grundlegende und ehrliche Diskussion über die Struktur und die Senkung der Netzentgelte. Die aktuelle Kostenverteilung bremse die Energiewende und belaste sowohl private Haushalte als auch die Wirtschaft im Freistaat überproportional.

Sachsen benachteiligt: Hohe Netzentgelte im bundesweiten Vergleich

Die Netzentgelte, also die Gebühren für die Nutzung der Stromnetze, stellen einen erheblichen Teil des Strompreises dar. In Sachsen liegen diese Gebühren deutlich über dem Durchschnitt vieler westdeutscher Bundesländer. Dieser Umstand ist paradox: Regionen, die den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben und somit einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten, werden durch höhere Netzausbaukosten und die aktuelle Umlagemechanik finanziell stärker belastet.

Laut Analysen, unter anderem vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), zahlen sächsische Haushalte und Unternehmen spürbar mehr für den Netzzugang als der Bundesdurchschnitt. Diese finanzielle Mehrbelastung behindert nicht nur die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, sondern schwächt auch die Akzeptanz für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien.

LEE Sachsen fordert Reformen für bezahlbare Energiepreise

Angesichts dieser Schieflage dringt der LEE Sachsen auf die Entwicklung eines neuen Modells zur Kostenverteilung. Ziel müsse eine günstige, nachhaltige und sichere Energieversorgung für alle Haushalte und Unternehmen in Sachsen sein. Ein bereits unterbreiteter Vorschlag, die Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien von den regionalen Netzentgelten zu entkoppeln und bundesweit gerechter zu verteilen, fand bei der sächsischen Landesregierung bislang keine Zustimmung.

Netzentgelte: Bundesweite Reform zur Kostensenkung in der Diskussion

Auch auf Bundesebene wird eine Neuordnung der Netzentgelte diskutiert, um die Stromkosten zu stabilisieren und gerechter zu verteilen. Ursprünglich war für 2024 ein Bundeszuschuss in Milliardenhöhe geplant, um den Anstieg der Gebühren für die Übertragungsnetze zu dämpfen. Die kurzfristige Streichung dieser Subvention im Rahmen der Haushaltsverhandlungen führte jedoch bundesweit zu einem deutlichen Anstieg der Netzentgelte, der Regionen wie Sachsen besonders hart trifft. Eine umfassende und strukturelle Reform, die die Lasten des Netzausbaus fair verteilt, steht weiterhin aus.

LEE Sachsen kritisiert Kostenverteilung und Debattenkultur

Der LEE Sachsen kritisiert das bestehende System scharf, da es den Ausbau erneuerbarer Energien de facto bestraft und die Energiewende verzögert. Die Kosten für den Netzzugang seien nicht nur zu hoch, sondern auch ungerecht verteilt.

In diesem Zusammenhang übt der Verband auch Kritik an der öffentlichen Debatte. Als Beispiel wird eine Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) mit dem Titel „Plan B“ genannt. Der LEE Sachsen bemängelt, die Studie basiere auf methodisch fragwürdigen und überholt pessimistischen Kostenannahmen für erneuerbare Energien. Gleichzeitig würden Potenziale der Digitalisierung zur Kostensenkung ignoriert. Statt solcher Auseinandersetzungen fordert der Verband eine ehrliche, faktenbasierte Diskussion über wirksame Maßnahmen zur Senkung der Energiekosten. Nur so könne die Energiewende in Sachsen wirtschaftlich und sozialverträglich gestaltet werden.

Eigeninitiative zur Kostensenkung: Unabhängigkeit für Verbraucher

Für Hausbesitzer und zunehmend auch für Mieter wird die eigene Stromerzeugung eine immer attraktivere Möglichkeit, sich von steigenden Strompreisen und hohen Netzentgelten unabhängiger zu machen. Durch die Installation einer Photovoltaikanlage können Verbraucher einen Teil ihres Strombedarfs selbst decken und müssen weniger Energie aus dem öffentlichen Netz beziehen.

Für Eigenheimbesitzer bieten sich komplette PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets an, um den Eigenverbrauch zu maximieren und auch abends oder bei schlechtem Wetter auf selbst erzeugten Solarstrom zurückgreifen zu können. Für Mieter und Wohnungseigentümer stellen sogenannte Stecker-Solargeräte eine unkomplizierte Alternative dar. Moderne Balkonkraftwerke mit Speicher ermöglichen es, den erzeugten Strom zwischenzuspeichern, während Balkonkraftwerke ohne Speicher einen einfachen und kostengünstigen Einstieg in die private Stromerzeugung bieten.

Der LEE Sachsen fordert die Landesregierung nachdrücklich auf, die notwendigen Reformen auf Bundesebene zu unterstützen, um eine gerechtere Verteilung der Kosten zu erreichen und die Energiewende für alle bezahlbar zu machen.

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