Klimaneutrale Nahwärmenetze in Kiel durch Solarenergie
Die Landeshauptstadt Kiel treibt die Energiewende voran und plant die Errichtung treibhausgasneutraler Nahwärmenetze in sechs Stadtteilen. Ein zentraler Baustein des Konzepts ist die Installation von Photovoltaik-Anlagen auf städtischen Flächen. Die Auswahl der Betreiber für diese Flächen erfolgte über ein Interessenbekundungsverfahren, das am 12. April 2024 endete.
Solarmodule für Kiels städtische Nahwärmenetze
Um die Wärmeversorgung in Kiel auf erneuerbare Energien umzustellen, sollen in den Stadtteilen Brunswik, Düsternbrook, Blücherplatz, Ravensberg, Exerzierplatz sowie in weiteren Gebieten wie Elmschenhagen, Schilksee und Pries/Friedrichsort klimafreundliche Nahwärmenetze entstehen. Die Energie für diese Netze soll zu einem wesentlichen Teil aus Solarmodulen gewonnen werden, die auf dafür ausgewiesenen städtischen Flächen installiert werden.
Ziel ist es, die Energieversorgung der angeschlossenen Gebäude langfristig zu sichern und unabhängiger von fossilen Brennstoffen und deren Preisschwankungen zu machen. Die Inbetriebnahme der neuen Nahwärmenetze ist schrittweise ab dem Jahr 2028 geplant.
Kiel plant treibhausgasneutrale Nahwärmenetze
Auf Basis einer Machbarkeitsstudie hat die Stadt Kiel eine Liste potenzieller Flächen für die Errichtung von Solaranlagen identifiziert. Interessierte Bürger, Energiegenossenschaften und Unternehmen konnten sich im Rahmen des Verfahrens um die Nutzung dieser Flächen bewerben.
Für die ausgewählten Standorte wird ein Erbbaurechtsvertrag mit einer Laufzeit von 30 Jahren angeboten. Diese langfristige Perspektive soll Investitionssicherheit schaffen. Angesichts der langen Laufzeit spielen dabei auch Aspekte wie die Langlebigkeit und die Möglichkeit zur Modulreparatur für defekte Solarmodule eine wichtige Rolle für die Betreiber. Ein Vergabeausschuss bewertet die eingereichten Konzepte nach festgelegten Kriterien, um die passendsten Projekte auszuwählen.
Auswahlverfahren für Solarmodule in Kiel
Die Ausschreibung richtete sich an ein breites Spektrum von Akteuren. Neben etablierten Unternehmen waren ausdrücklich auch Bürgerinitiativen und Energiegenossenschaften aufgerufen, innovative Konzepte zur Nutzung erneuerbarer Energien einzureichen. Die Stadt Kiel legt dabei Wert darauf, dass die Projekte nicht nur einen Beitrag zur Wärmeversorgung leisten, sondern auch innovative Ansätze zur Sektorenkopplung und zur Förderung der lokalen Energiewende aufzeigen.
Nach dem Ende der Bewerbungsfrist am 12. April 2024 prüft die Stadt die eingegangenen Vorschläge. Die Bekanntgabe der ausgewählten Projekte wird im Laufe des nächsten Jahres erwartet.
Kieler Klimastrategie: Solarmodule für Nahwärmenetze
Dieses Vorhaben ist ein zentraler Bestandteil der städtischen Klimastrategie, die darauf abzielt, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen signifikant zu reduzieren. Es baut auf bisherigen Erfolgen auf: So hat die Stadt bereits eine beachtliche Leistung im Bereich Photovoltaik erreicht, wie die Meldung zur „Photovoltaik-Offensive: Kiel knackt 1000 kWp dank starkem Netzwerk“ belegt. Seit 2019 wurden Anlagen mit über 1.000 Kilowattpeak installiert, die Strom für rund 270 Haushalte erzeugen.
Die Initiative fügt sich zudem in die umfassenderen Bestrebungen des Landes ein, wie die aktuellen Schleswig-Holstein Solar News zeigen. Projekte wie die geplante Eröffnung eines neuen Werks für Solarmodule unterstreichen die wachsende Bedeutung der regionalen Produktion. So soll das neue AlphaSol Photovoltaik: Werk in Schleswig-Holstein eröffnet 2025 die Versorgungssicherheit weiter stärken.
Bürgerbeteiligung für Kiels treibhausgasneutrale Energiewende
Die Stadt Kiel betont die Bedeutung der Beteiligung von Bürgern und lokalen Unternehmen für das Gelingen der Energiewende. Gemeinsam soll die Zukunft der städtischen Energieversorgung gestaltet werden.
Während die Stadt große Projekte vorantreibt, können auch Privatpersonen einen direkten Beitrag leisten. Für Hausbesitzer bieten sich beispielsweise komplette PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets an, um den eigenen Strombedarf zu decken und die Netze zu entlasten. Gleichzeitig haben Mieter die Möglichkeit, mit einem Balkonkraftwerk ohne Speicher oder einem Balkonkraftwerk mit Speicher eigenen Solarstrom zu erzeugen und so aktiv an der Energiewende teilzuhaben. Die Kombination aus kommunalen Großprojekten und privatem Engagement ist entscheidend, um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen.







