Solarenergie für Eutin: Solarkataster und PV-Pachtmodell der Stadtwerke
Die Stadtwerke Eutin haben ein regionales Solarkataster sowie ein Pachtmodell für Photovoltaik-Anlagen (PV) eingeführt, um Bürgern den Einstieg in die Solarenergie zu erleichtern. Diese Maßnahmen sind zentrale Bestandteile der Klimaschutzstrategie des kommunalen Versorgers, die darauf abzielt, die Energieversorgung der Stadt nachhaltig zu gestalten und die lokale Energiewende voranzutreiben.
Klimaziele der Stadtwerke Eutin dank Solarkataster
Die Stadtwerke Eutin verfolgen das Ziel, bis 2040 eine klimaneutrale Energieversorgung zu realisieren, die auf regional erzeugter, erneuerbarer Energie basiert. „Unser Ziel ist es, die Stadt Eutin klimaneutral zu machen. Damit das gelingt, ist der Ausbau der Photovoltaik ein wichtiger Baustein“, erklärt Geschäftsführer Torsten Briegel.
Ein zentrales Instrument hierfür ist das in Zusammenarbeit mit der Stadt Eutin und dem Kreis Ostholstein entwickelte regionale Solarkataster. Dieses kostenlose Online-Werkzeug ermöglicht es Hausbesitzern, die Eignung ihres Daches für eine Solaranlage zu prüfen. „Mit einem Klick kann man sehen, ob das eigene Dach geeignet ist“, so Briegel. Innerhalb weniger Minuten liefert das System eine erste Einschätzung zur potenziellen Stromerzeugung. Das Angebot gilt nicht nur für Eutin, sondern auch für umliegende Gemeinden.
Solche digitalen Planungshilfen werden bundesweit immer wichtiger, um das Solarpotenzial zu erschließen. Ähnliche Projekte wie der Energieatlas RLP zeigen ebenfalls die Nutzungspotenziale für Bürger und Kommunen auf und sind ein entscheidender Schritt zur Beschleunigung des Solarausbaus.
PV-Pachtmodell für Bürger in Eutin: Alternative zum Kauf
Für Hausbesitzer, die die hohen Anfangsinvestitionen einer eigenen PV-Anlage scheuen, bieten die Stadtwerke ein Pachtmodell an. „Hierbei investieren nicht die Hausbesitzer in die Solaranlage, sondern die Stadtwerke“, erläutert Briegel. Die Nutzer zahlen eine feste monatliche Pachtrate und profitieren direkt vom selbst erzeugten Solarstrom.
Als Beispiel wird eine Anlage mit 4,7 Kilowatt-Peak (kWp) Leistung genannt, die für rund 130 Euro pro Monat gepachtet werden kann und jährlich bis zu 4.300 Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugt. Dieses Modell umgeht den oft aufwendigen Prozess der Beantragung von Fördermitteln, bei dem Interessenten häufig mit komplexen Bedingungen und Antragsfristen oder leeren Fördertöpfen konfrontiert sind.
Der Pachtvertrag ist auf 20 Jahre ausgelegt, danach geht die Anlage in das Eigentum des Hausbesitzers über und produziert weiterhin Strom. Für Immobilienbesitzer, die den Kauf einer eigenen Anlage bevorzugen, gibt es am Markt diverse Photovoltaikanlagen mit Speicher als Komplettsets, die eine Alternative darstellen. Auch für Mitglieder von Wohnungseigentümergemeinschaften wird die Installation einfacher, wie neue gesetzliche Regelungen zur Genehmigung einer PV-Anlage in der WEG zeigen.
Bürgerenergie in Eutin: Windparks, Ladeinfrastruktur und mehr
Neben der Solarenergie auf privaten Dächern fördern die Stadtwerke Eutin auch gemeinschaftliche Energieprojekte. Ein Beispiel ist der Bürgerwindpark in Malkwitz, bei dem sich Bürger direkt an der Erzeugung von Windenergie beteiligen. „Wir als Stadtwerke sind gerne bereit, bei solchen Projekten zu unterstützen“, betont Briegel das Engagement für eine partizipative Energiewende. Dieses Vorgehen spiegelt einen breiteren Trend wider, bei dem kommunale Versorger wie die Stadtwerke Schwerin bei der Errichtung von PV-Anlagen eine Schlüsselrolle in der regionalen Energieversorgung einnehmen.
Zusätzlich treiben die Stadtwerke den Ausbau der Elektromobilität voran. Aktuell betreiben sie acht öffentliche Ladesäulen in Eutin und Umgebung. Ziel ist es, den Ladestrom künftig direkt aus den eigenen Wind- und Solaranlagen zu beziehen, um eine vollständig regenerative Mobilitätskette zu schaffen.
Energiewende in Eutin: Ein Vorbild mit Solarkataster und Bürgerbeteiligung
Durch die Kombination aus Solar- und Windenergie, gepaart mit starken Bürgerbeteiligungsmodellen, positioniert sich Eutin als Vorreiter in der regionalen Energiewende. Die enge Zusammenarbeit zwischen den Stadtwerken, der Stadt und dem Kreis Ostholstein schafft die notwendigen Rahmenbedingungen für den Erfolg. „Wir haben ein gemeinsames Ziel und ziehen alle an einem Strang“, so Briegel.
Die vorgestellten Initiativen machen es für die Bürger einfach, aktiv zur Klimaneutralität beizutragen. Neben Dachanlagen gewinnen auch kompaktere Lösungen an Bedeutung. Sogenannte Balkonkraftwerke ohne Speicher oder Varianten mit Speicher ermöglichen es auch Mietern, eigenen Solarstrom zu erzeugen und sich an der Energiewende zu beteiligen.
Interessierte Bürger können sich für eine Beratung direkt an die Stadtwerke Eutin wenden. Die Projekte zeigen beispielhaft, wie eine kommunal getragene Energiewende mit innovativen Angeboten und der aktiven Einbindung der Bevölkerung gelingen kann.







