Erneuerbare Energien: So soll der Deutschland-Anteil 2025 aussehen

Erneuerbare Energien in Deutschland: Anteil von 61 Prozent erreicht

Deutschland hat im ersten Quartal 2024 einen bemerkenswerten Fortschritt in der Energiewende erzielt: Erstmals deckten erneuerbare Energien 61 Prozent des Bruttostromverbrauchs. Dieser Rekordwert stellt eine deutliche Steigerung gegenüber den 55 Prozent im Vorjahreszeitraum und den 51 Prozent im ersten Quartal 2022 dar und markiert einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu den nationalen Klimazielen.

Rekordwachstum der Erneuerbaren im Vergleich zum Vorjahr

Die vorläufigen Berechnungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) belegen den positiven Trend. Ein entscheidender Faktor für diesen Erfolg war der von starken Winden geprägte Winter, der im Gegensatz zu den Vorjahren für eine außergewöhnlich hohe Stromerzeugung aus Windkraft sorgte.

Der BDEW bezeichnete diesen Fortschritt als einen „Meilenstein für die Energiewende“. Die Windenergie war mit einem Anteil von 41 Prozent am Bruttostromverbrauch der mit Abstand wichtigste Treiber dieses Wachstums. Aber auch die Photovoltaik trug mit 5,2 Prozent signifikant bei. Dieser Trend setzte sich im Jahresverlauf fort, wie der Boom beim Solarstrom-Eigenverbrauch zeigt, durch den Deutschland 2024 neue Rekorde erreichte. Dieser Zuwachs wird zunehmend auch von privaten Haushalten getragen. Immer mehr Hausbesitzer investieren in PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets, um ihre Energieunabhängigkeit zu erhöhen.

Erneuerbare Energieträger im Detail: Die Verteilung

Die Zusammensetzung des erneuerbaren Strommixes im ersten Quartal 2024 war breit gefächert:
* Windenergie an Land: 27 Prozent
* Windenergie auf See (Offshore): 14 Prozent
* Biomasse: 8,2 Prozent
* Photovoltaik: 5,2 Prozent
* Wasserkraft (ohne Pumpspeicher): 3,5 Prozent
* Siedlungsabfälle (biogener Anteil): 3 Prozent

Gleichzeitig sank der Anteil der fossilen Energieträger wie Kohle und Erdgas auf 35 Prozent des Stromverbrauchs. Insgesamt wurden im ersten Quartal 99,3 Terawattstunden (TWh) Strom aus erneuerbaren Quellen ins Netz eingespeist, während der Verbrauch bei 101,1 TWh lag. Der Gesamtstromverbrauch in Deutschland belief sich auf 165,7 TWh.

Klimaneutralität: Herausforderungen und Potenziale für Deutschland

Obwohl diese Zahlen einen wichtigen Erfolg darstellen, bleibt der Weg zur vollständigen Klimaneutralität anspruchsvoll. Die Bundesregierung strebt an, bis 2030 einen Anteil von 80 Prozent erneuerbarer Energien an der Bruttostromerzeugung zu erreichen. Bis 2045 soll die Energieversorgung dann nahezu vollständig dekarbonisiert sein.

Um diese Ziele zu erreichen, müssen jedoch entscheidende Hürden überwunden werden. Eine der größten Herausforderungen ist der Ausbau der Stromnetze. Die hohe Erzeugung von Windstrom im Norden muss zuverlässig zu den Verbrauchszentren im Süden transportiert werden, was erhebliche Investitionen in die Netzinfrastruktur erfordert. Zudem muss die schwankende Verfügbarkeit von Wind- und Sonnenenergie durch flexible Kraftwerke und den massiven Ausbau von Energiespeichern ausgeglichen werden, um die Versorgungssicherheit auch während sogenannter „Dunkelflauten“ zu gewährleisten.

Darüber hinaus betont der BDEW die Notwendigkeit, die Energiewende auch in anderen Sektoren, insbesondere bei der Wärmeversorgung von Gebäuden, konsequent voranzutreiben.

Erneuerbare Energien: Wirtschaftliche Auswirkungen und Bürgerbeteiligung

Das Wachstum der erneuerbaren Energien hat nicht nur ökologische, sondern auch positive wirtschaftliche Effekte. Es fördert die technologische Innovation, schafft Arbeitsplätze und reduziert die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen.

Gleichzeitig ermöglicht die Energiewende eine stärkere Teilhabe der Bürger. Insbesondere für Mieter und Wohnungseigentümer bieten Balkonkraftwerke ohne Speicher eine einfache Möglichkeit, eigenen Solarstrom zu erzeugen und die Stromrechnung zu senken. Technologische Fortschritte machen auch Balkonkraftwerke mit Speicher zunehmend attraktiv, um den Eigenverbrauch weiter zu optimieren.

Die Rekordzahlen des ersten Quartals 2024 sind ein starkes Signal, dass Deutschland auf dem richtigen Weg ist. Sie zeigen, dass die Energiewende nicht nur ein ökologisches Gebot, sondern auch ein realisierbares Projekt mit großem wirtschaftlichem Potenzial ist. Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, die verbleibenden Herausforderungen zu meistern und die Transformation des Energiesystems erfolgreich zu gestalten.

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