BNE übt Kritik an Brandenburgs Feldlerchen-Erlass: Ausbau gefährdet?

Der Bundesverband Neuer Energieanbieter e.V. (BNE) hat den kürzlich erlassenen Erlass des Landes Brandenburg zum Schutz der Feldlerche als zu restriktiv und kontraproduktiv kritisiert. Der Verband befürchtet, dass die vorgesehenen Schutzmaßnahmen nicht nur den Ausbau der erneuerbaren Energien massiv behindern, sondern langfristig auch dem Artenschutz schaden könnten.

In einer aktuellen Pressemitteilung äußerte der BNE seine Bedenken, dass der Erlass den für die Energiewende entscheidenden Ausbau von Windkraft- und Photovoltaik-Freiflächenanlagen im Land Brandenburg erheblich ausbremsen könnte.

„Um die ambitionierten Ausbauziele für die erneuerbaren Energien zu erreichen, bedarf es einer Beschleunigung des Zubaus. Die geplanten Maßnahmen laufen dem entgegen und gefährden sogar den Artenschutz“, erklärte BNE-Geschäftsführer Robert Busch.

Feldlerchen-Erlass Brandenburg: Gefährdung der Ausbauziele für Erneuerbare?

Der Erlass sieht vor, dass landwirtschaftliche Flächen, auf denen die Feldlerche brütet, pauschal von der Nutzung für Windkraft- und Solaranlagen ausgeschlossen werden sollen. Dies betrifft auch Gebiete, die in der Regionalplanung bereits als Potenzialflächen für erneuerbare Energien ausgewiesen sind. Der BNE warnt, dass diese starre Regelung den dringend benötigten Ausbau massiv verzögern und die Projektentwicklung unkalkulierbar machen könnte.

Besonders im Fokus der Kritik steht der Umgang mit PV-Freiflächenanlagen. Der Verband verweist auf eine von ihm in Auftrag gegebene Studie, die zeigt, dass Solarparks die Artenvielfalt sogar fördern können. Demnach wurden in bestehenden Solarparks in Brandenburg teilweise deutlich mehr Feldlerchen-Brutpaare nachgewiesen als auf den umliegenden, intensiv bewirtschafteten Ackerflächen.

„Der Erlass des Landes Brandenburg ist nicht praktikabel und verhindert den dringend benötigten Ausbau der erneuerbaren Energien in der Region. Er gefährdet damit nicht nur den Klimaschutz, sondern auch den Artenschutz, den er eigentlich fördern soll“, so Busch weiter.

BNE-Kritik: Fehlende Perspektive im Feldlerchen-Erlass Brandenburg

Der BNE bemängelt zudem, dass der Erlass keine langfristige, integrierte Perspektive für den Ausbau der erneuerbaren Energien bietet. Anstatt flexible und wirksame Lösungen zu suchen, würden kurzfristige und pauschale Verbote erlassen, die den Ausbau behinderten.

„Der Erlass zeigt, dass das Land Brandenburg den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht ernst genug nimmt. Es fehlt an einer langfristigen Perspektive und einer klaren Strategie, wie der Ausbau der erneuerbaren Energien und der Artenschutz miteinander vereinbart werden können“, kritisierte Busch.

Als konstruktive Lösungsansätze werden flexiblere Modelle diskutiert. Denkbar wären etwa die Einführung eines sogenannten „Feldlerchen-Kontos“, in das Projektentwickler einzahlen könnten, um an anderer Stelle gezielte Schutzmaßnahmen zu finanzieren, oder flexiblere Regelungen für Ausgleichsflächen.

Brandenburgs Feldlerchen-Erlass gefährdet Klimaschutz – BNE kritisiert

Der BNE weist darauf hin, dass der zügige Ausbau der erneuerbaren Energien ein zentraler Bestandteil der deutschen Klimapolitik ist. Die Bundesregierung hat sich im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) das Ziel gesetzt, den Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch bis 2030 auf mindestens 80 Prozent zu erhöhen. Der Erlass des Landes Brandenburg könnte das Erreichen dieses Ziels gefährden.

„Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Der Erlass des Landes Brandenburg steht diesem Ziel entgegen und gefährdet den Erfolg der Energiewende“, so Busch. Um die nationalen Ziele zu erreichen, ist ein Beitrag aller Bundesländer und ein breiter Mix an Technologien erforderlich – von großen Energieparks bis hin zu dezentralen PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets auf privaten Dächern.

BNE fordert Überarbeitung des Feldlerchen-Erlasses in Brandenburg

Der Bundesverband Neuer Energieanbieter fordert eine vollständige Überarbeitung des Erlasses, um den Ausbau der erneuerbaren Energien in Brandenburg nicht zu blockieren. Der Verband schlägt vor, einen Weg zu finden, der den Schutz der Feldlerche und die Notwendigkeiten der Energiewende intelligent miteinander in Einklang bringt.

„Wir brauchen eine Lösung, die sowohl den Schutz der Feldlerche als auch den Ausbau der erneuerbaren Energien berücksichtigt. Der aktuelle Erlass ist nicht praktikabel und gefährdet den Erfolg der Energiewende“, erklärte Busch.

Der BNE appelliert an die Landesregierung, den Dialog mit der Energiebranche zu suchen und eine praxistaugliche Lösung zu erarbeiten. Nur so könne sichergestellt werden, dass die Klimaziele erreicht und gleichzeitig die Artenvielfalt wirksam geschützt wird.

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