Berliner Solarstrom stabilisiert das deutsche Netz: Präqualifizierung als Meilenstein
Einem Betreiber eines Solarparks in Deutschland ist ein historischer Schritt gelungen: Er hat erfolgreich die Präqualifikation für die Bereitstellung von sekundärer Regelenergie abgeschlossen. Diese Qualifikation, die ab 2025 wirksam wird, ermöglicht es erstmals, dass eine Photovoltaik-Anlage aktiv und automatisiert zur Stabilität des deutschen Stromnetzes beiträgt – eine Aufgabe, die bisher fast ausschließlich konventionellen Großkraftwerken vorbehalten war.
Netzstabilität durch Solarstrom: Ein wichtiger Schritt für Berlin 2025
Die Stabilität des Stromnetzes ist eine Grundvoraussetzung für eine funktionierende Energieversorgung. Die Netzfrequenz muss konstant bei 50 Hertz gehalten werden. Weicht sie ab, weil mehr Strom verbraucht als erzeugt wird (Frequenz sinkt) oder umgekehrt (Frequenz steigt), drohen im Extremfall großflächige Stromausfälle. Um diese Schwankungen auszugleichen, wird sogenannte Regelenergie benötigt, die innerhalb von Sekunden bis Minuten zur Verfügung stehen muss.
Bislang wurde diese systemkritische Dienstleistung vor allem von Gas-, Kohle- und Pumpspeicherkraftwerken erbracht. Die erfolgreiche Präqualifikation eines Solarparks für die anspruchsvolle automatische Sekundärregelleistung (aFRR), wie unter anderem das Branchenportal IWR berichtete, beweist nun, dass auch erneuerbare Energien diese Aufgabe zuverlässig übernehmen können. Dieser Durchbruch wurde in Zusammenarbeit mit Forschungspartnern wie dem Fraunhofer-Institut erzielt.
Präqualifizierung im Detail: Technische Hürden für Solarstrom gemeistert
Um für die Bereitstellung von Regelenergie zugelassen zu werden, muss ein Anlagenbetreiber gegenüber dem zuständigen Übertragungsnetzbetreiber nachweisen, dass seine Anlage strenge technische Anforderungen erfüllt. Dazu gehört die Fähigkeit, auf Anforderung vollautomatisch und innerhalb von fünf Minuten präzise definierte Mengen an Leistung ins Netz einzuspeisen oder die Einspeisung zu reduzieren.
Die Herausforderung bei Solaranlagen besteht darin, dass ihre Leistung von der Sonneneinstrahlung abhängt. Um auch bei Bewölkung oder nachts positive Regelenergie (also zusätzliche Einspeisung) liefern zu können, sind solche Systeme in der Regel mit großen Batteriespeichern gekoppelt. Diese Kombination ermöglicht es, die volatile Erzeugung auszugleichen und jederzeit verlässlich auf die Signale des Netzbetreibers zu reagieren. Die Technologie, die hier im Großmaßstab zum Einsatz kommt, findet sich im Prinzip auch in modernen Heimspeichersystemen wieder. Auch für Privathaushalte werden PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets immer wichtiger, um den Eigenverbrauch zu maximieren und das lokale Netz zu entlasten.
Vom Stromerzeuger zum Systemdienstleister für Berliner Netzstabilität
Dieser Erfolg markiert einen Paradigmenwechsel: Photovoltaik-Anlagen wandeln sich von reinen Stromerzeugern zu aktiven Systemdienstleistern. Sie produzieren nicht nur saubere Energie, sondern übernehmen auch eine Mitverantwortung für die Sicherheit und Zuverlässigkeit des gesamten Stromnetzes.
Für Betreiber von großen Solarparks eröffnet die Teilnahme am Regelenergiemarkt zudem neue Erlösquellen und macht Investitionen in Photovoltaik und Speichertechnologien noch attraktiver. Dies beschleunigt den Ausbau der erneuerbaren Energien und treibt die Energiewende weiter voran.
Solarstrom und Netzstabilität 2025: Was bedeutet das für die Zukunft?
Die Präqualifikation ist mehr als nur eine technische Errungenschaft; sie ist ein entscheidender Baustein für ein zukünftiges Energiesystem, das vollständig auf erneuerbaren Quellen basiert. Sie belegt, dass eine stabile Stromversorgung auch ohne fossile Kraftwerke möglich ist.
Für Hausbesitzer und Mieter in Deutschland hat diese Entwicklung vorerst indirekte, aber positive Auswirkungen. Je mehr erneuerbare Anlagen Systemverantwortung übernehmen, desto schneller kann die Abhängigkeit von teuren und klimaschädlichen fossilen Brennstoffen reduziert werden.
Langfristig könnten auch dezentrale Anlagen von privaten Haushalten eine ähnliche Rolle spielen. In sogenannten „Virtuellen Kraftwerken“ könnten Tausende von Heimspeichern, Elektroauto-Batterien und steuerbaren Verbrauchern digital zusammengeschlossen werden, um gemeinsam Regelenergie bereitzustellen. Schon heute leisten viele Bürgerinnen und Bürger einen Beitrag zur Energiewende. Moderne Balkonkraftwerke mit Speicher ermöglichen es Mietern, eigenen Solarstrom zu erzeugen und zu speichern, während auch klassische Balkonkraftwerke ohne Speicher den Eigenverbrauch optimieren und das Netz zu Spitzenzeiten entlasten.
Die erfolgreiche Qualifizierung des Solarparks zeigt eindrucksvoll, dass die Solarenergie erwachsen geworden ist und eine zentrale Säule für eine sichere, saubere und unabhängige Energieversorgung darstellt.







