Bayern: Agri-PV Forschungsanlage Grub als Modell für die Zukunft

Neue Forschungsanlage in Grub: Bayern treibt Agri-Photovoltaik voran

Die am Institut für Landtechnik und Tierhaltung (ILT) in Grub eröffnete Forschungsanlage für Agri-Photovoltaik (Agri-PV) stellt einen wichtigen Schritt zur Lösung von Flächenkonflikten dar. Durch die Kombination von Solarmodulen mit landwirtschaftlichen Nutzflächen wird eine praxisnahe Erprobung von Systemen ermöglicht, die sowohl eine nachhaltige Energieerzeugung als auch eine effiziente landwirtschaftliche Produktion sicherstellen.

Agri-PV Forschungsanlage Grub: Landwirtschaft und Solarenergie innovativ verbinden

Am Institut für Landtechnik und Tierhaltung (ILT) in Grub wurde eine neue Forschungsanlage für Agri-Photovoltaik offiziell in Betrieb genommen, die Solarenergieerzeugung und Landwirtschaft auf derselben Fläche vereint. Das am 8. Juli 2024 eingeweihte Projekt dient der praxisnahen Erprobung von Agri-PV-Systemen und soll Lösungen für die zunehmende Konkurrenz um Landflächen bieten.

Die Demonstrationsanlage erstreckt sich über eine Fläche von 1,5 Hektar und verfügt über eine installierte Leistung von 750 Kilowatt-Peak (kWp), was einen signifikanten Beitrag zur Energiewende darstellt. Eine Besonderheit der Konstruktion ist die Montagehöhe der Solarmodule von fünf Metern. Diese Höhe ermöglicht den problemlosen Einsatz von Standard-Landmaschinen unter den Modulen, was die praktische Umsetzbarkeit im landwirtschaftlichen Alltag gewährleistet. Dieser Ansatz maximiert die Flächeneffizienz und eröffnet Landwirten neue Möglichkeiten, durch die Erzeugung erneuerbarer Energien zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen, ohne die Nahrungsmittelproduktion aufgeben zu müssen.

Langfristige Vorteile der Agri-PV Forschungsanlage Grub in Bayern

Die Agri-PV-Forschungsanlage in Grub verspricht langfristige Vorteile sowohl für die Energiewende als auch für die Landwirtschaft. Durch die Doppelnutzung von Flächen können Landwirte ihre Einnahmequellen diversifizieren und ihre Abhängigkeit von rein landwirtschaftlichen Erträgen verringern. Gleichzeitig leistet die Anlage einen Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes.

Ein weiterer entscheidender Vorteil ist der Schutz, den die Solarmodule den darunter wachsenden Kulturen bieten können. Sie können die Pflanzen vor extremen Wetterereignissen wie Hagel, Starkregen und intensiver Sonneneinstrahlung schützen und so zu stabileren Erträgen beitragen. Im Rahmen der Forschung werden verschiedene Pflanzenarten unter den Modulen angebaut, um optimale Kombinationen zu identifizieren. Ähnliche Forschungen, die sich beispielsweise auf den Anbau von Beerenobst unter Solarmodulen konzentrieren, zeigen das breite Anwendungspotenzial dieser Technologie.

Agri-PV Forschungsanlage Grub: Praxisnahe Erprobung als Forschungsgrundlage

Die Anlage in Grub ist ein zentraler Baustein der Forschungsarbeit des ILT. Sie ist mit einer Vielzahl von Sensoren und Messgeräten ausgestattet, um die Wechselwirkungen zwischen den Solarmodulen und den landwirtschaftlichen Prozessen detailliert zu untersuchen. Forscher überwachen kontinuierlich das Mikroklima unter den Modulen, einschließlich Temperatur, Bodenfeuchtigkeit und Sonneneinstrahlung.

Diese Daten sind entscheidend, um die Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum, die Ernteerträge und die Effizienz der Energieproduktion zu bewerten. Zudem werden verschiedene Bewässerungssysteme getestet, um die Wassernutzung zu optimieren. Die Anlage in Grub reiht sich damit in eine wachsende Zahl von Forschungsstandorten in Deutschland ein. Auch die Agri-Photovoltaik Forschung in Hohenheim (BW) erhält eine neue Anlage, und mit dem neuen Zentrum für Agri-PV Forschung in Hohenheim wird die wissenschaftliche Basis für diese zukunftsweisende Technologie weiter gestärkt.

Agri-PV Forschungsanlage Grub Bayern: Bedeutung für die Energiewende

Die Forschungsanlage in Grub leistet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende, indem sie ein praxistaugliches Modell für die Doppelnutzung von Agrarflächen vorstellt. Sie zeigt, wie die Erzeugung von Nahrungsmitteln und erneuerbarer Energie Hand in Hand gehen kann, ohne dass wertvolle Böden verloren gehen. Dies ist ein entscheidender Faktor, um die Akzeptanz für den Ausbau der Solarenergie im ländlichen Raum zu erhöhen.

Projekte wie die Agri-PV Anlage in Niedersachsen, die auf eine doppelte Ernte setzt, und das geplante Modellprojekt in Rheinland-Pfalz, verdeutlichen den bundesweiten Trend und das große Potenzial der Technologie.

Während solche Großprojekte für die Energiewende von zentraler Bedeutung sind, tragen auch private Haushalte maßgeblich zum Ausbau erneuerbarer Energien bei. Für Hausbesitzer bieten sich hierfür komplette PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets an. Mieter und Wohnungseigentümer können ebenfalls aktiv werden, beispielsweise durch Balkonkraftwerke ohne Speicher oder zunehmend auch durch Balkonkraftwerke mit Speicher, um ihre eigene saubere Energie zu erzeugen.

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