Batteriespeicher für Solarstrom: Schleswig-Holstein setzt auf Förderung

Stadtwerke Neumünster investieren in Batteriespeicher zur Stärkung des Solarnetzes

Die Stadtwerke Neumünster (SWN) treiben die Energiewende vor Ort mit einem neuen Großprojekt voran: dem Bau eines zentralen Batteriespeichers. Die Anlage soll die Integration von Solarstrom aus der Region verbessern und die Netzstabilität erhöhen. Das Vorhaben ist Teil einer deutschlandweiten Entwicklung, bei der Energiespeicher als unverzichtbares Rückgrat einer klimaneutralen Stromversorgung gelten. Unterstützt wird das Projekt in Neumünster durch das Förderprogramm „SH speichert“ des Landes Schleswig-Holstein.

Batteriespeicher als Schlüssel zur Energiewende in Schleswig-Holstein

Die SWN errichten den Batteriespeicher auf ihrem Betriebsgelände in der Bismarckstraße. Er soll als zentrale Einheit fungieren, um den von privaten und gewerblichen Photovoltaikanlagen erzeugten Solarstrom aufzunehmen und zwischenzuspeichern. Da die Stromerzeugung aus Solarenergie naturgemäß schwankt, sind solche Speicherlösungen entscheidend, um Angebot und Nachfrage im Stromnetz auszugleichen.

„Wir sind sehr dankbar für die Förderung durch das Land Schleswig-Holstein. Dieses Projekt ist ein wichtiger Schritt zur Unterstützung der Energiewende und zum Aufbau einer nachhaltigen Energiezukunft für unsere Region”, erklärte Thomas Junker, Vorsitzender der SWN-Geschäftsführung. Das Projekt in Neumünster spiegelt einen nationalen Trend wider: Der Ausbau von Batteriespeicherkapazitäten in Deutschland wächst rasant und gilt als Schlüsseltechnologie für die Integration erneuerbarer Energien.

Effiziente Solarstromintegration dank Batteriespeicher

Das Landesprogramm „SH speichert“ stellt für die Förderung von Speichertechnologien insgesamt 12,5 Millionen Euro bereit. Der Speicher in Neumünster wird mit einer Kapazität von rund zwei Megawattstunden einen wichtigen Beitrag leisten. Er ermöglicht es, überschüssigen Solarstrom, der zur Mittagszeit erzeugt wird, zu speichern und in den Abendstunden oder bei geringer Sonneneinstrahlung wieder ins Netz einzuspeisen.

Eine besondere Bedeutung hat das Projekt für Betreiber sogenannter „Post-EEG-Anlagen“. Dies sind Photovoltaikanlagen, die nach 20 Jahren aus der staatlichen Einspeisevergütung fallen. Ohne eine wirtschaftliche Perspektive für den überschüssigen Strom droht vielen dieser Anlagen die Stilllegung. Der zentrale Speicher bietet eine neue Möglichkeit, den erzeugten Strom sinnvoll zu nutzen und weiterhin wirtschaftlich zu betreiben. Langfristig trägt der verstärkte Einsatz von Photovoltaik und Speichern laut Studien sogar zur Senkung der allgemeinen Strompreise bei, was allen Verbrauchern zugutekommt.

Batteriespeicher: Technologie, Kapazität und Nutzen für Haushalte

Die geplante Kapazität von zwei Megawattstunden reicht rechnerisch aus, um den Strombedarf von etwa 400 Haushalten über mehrere Stunden zu decken. Moderne Batterietechnologie kann innerhalb von Millisekunden auf Schwankungen im Stromnetz reagieren, überschüssige Energie aufnehmen oder fehlende Energie abgeben. Dies trägt maßgeblich zur Stabilität des gesamten Stromsystems bei.

Das Prinzip, das die Stadtwerke im Großen anwenden, gewinnt auch für private Haushalte an Bedeutung. Hausbesitzer können durch die Installation von PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets ihren Eigenverbrauch von Solarstrom maximieren und sich unabhängiger von externen Stromlieferanten machen. Selbst für Mieter und Wohnungseigentümer gibt es mittlerweile kompakte Lösungen. Sogenannte Balkonkraftwerke mit Speicher ermöglichen es, auf kleiner Fläche Sonnenenergie zu erzeugen und für den späteren Verbrauch zu speichern. Auch ein Balkonkraftwerk ohne Speicher kann bereits helfen, die Stromrechnung zu senken, indem es den Grundbedarf während sonniger Stunden deckt.

Batteriespeicher Neumünster im nationalen Vergleich

Das Projekt der SWN ist mehr als nur eine lokale Initiative. Es ist ein Beispiel für die dezentralen Infrastrukturmaßnahmen, die für das Gelingen der Energiewende in Deutschland notwendig sind. Experten gehen davon aus, dass der Bedarf an Speicherkapazität in den kommenden Jahren massiv ansteigen wird, um den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien zu bewältigen.

Während in Neumünster ein regional wichtiger Speicher entsteht, werden andernorts bereits deutlich größere Projekte realisiert. Am Standort des ehemaligen Kernkraftwerks Gundremmingen in Bayern entsteht beispielsweise einer der größten Batteriespeicher Deutschlands. Projekte wie diese zeigen, dass der Ausbau von Speicherkapazitäten – im großen wie im kleinen Maßstab – eine zentrale Säule für eine sichere und nachhaltige Energieversorgung der Zukunft ist.

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