Agri-PV in Niedersachsen: Förderung für Dörverden-Stedorf sichert Zukunft

Niedersachsen positioniert sich mit einem wegweisenden Projekt im Bereich der erneuerbaren Energien. In Dörverden-Stedorf, im Landkreis Verden, entsteht eine Agri-Photovoltaik-Anlage (Agri-PV), die die Erzeugung von Solarenergie mit landwirtschaftlicher Nutzung kombiniert und das erhebliche Potenzial dieser Doppelnutzung von Flächen aufzeigt.

Agri-PV Pilotprojekt in Dörverden-Stedorf, Niedersachsen

Die Agri-PV-Anlage in Dörverden-Stedorf wird auf einer Gesamtfläche von 17 Hektar realisiert. Auf dem Hauptteil von 15 Hektar soll Solarenergie mit einer Nennleistung von 20 Megawatt-Peak (MWp) erzeugt werden, während die verbleibenden zwei Hektar für landwirtschaftliche Experimente und Forschung vorgesehen sind. Das Projekt, das in Kooperation mit der Klimaschutz- und Energieagentur Landkreis Verden (kleVer) umgesetzt wird, nutzt eine innovative Technik: Die Photovoltaik-Module werden senkrecht installiert. Diese Bauweise ermöglicht es landwirtschaftlichen Maschinen, weiterhin zwischen den Modulreihen zu operieren, und optimiert die Stromerzeugung in den Morgen- und Abendstunden.

Das Vorhaben wird maßgeblich vom niedersächsischen Agrar- und Umweltministerium unterstützt und dient als Modellprojekt für die landesweite Strategie zur Integration erneuerbarer Energien in die Landwirtschaft. Die Bedeutung der Anlage wurde bereits durch die Übergabe von Fördermitteln durch den damaligen Umweltminister Olaf Lies (SPD) und die feierliche Eröffnung unter Beteiligung des amtierenden Ministers Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen) unterstrichen.

Agri-PV Niedersachsen: Steigende Bedeutung der Anlagen

Die niedersächsische Landesregierung verfolgt eine umfassende Strategie zur Förderung von Agri-PV-Anlagen. Schätzungen zufolge besteht im Bundesland ein Potenzial von 20.000 bis 30.000 Hektar, das in den kommenden Jahren für solche Projekte erschlossen werden könnte. Energieminister Olaf Lies und Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Bündnis 90/Die Grünen) betonen die Schlüsselrolle der Agri-PV zur Lösung von Flächenkonkurrenzen und als wichtigen Baustein der Energiestrategie des Landes.

Um dieses Potenzial zu heben, sollen Flächen im Landesbesitz vorrangig für Agri-PV-Projekte zur Verfügung gestellt werden. Zudem ist eine gezielte Aufklärung und Unterstützung für Landwirte geplant, um sie über die Chancen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu informieren und die optimale Kombination von Landwirtschaft und Energieerzeugung zu gewährleisten.

Agri-PV Anlagen: Vorteile für Landwirtschaft und Energie

Agri-PV-Anlagen bieten eine Reihe von Vorteilen. Sie ermöglichen eine doppelte Ernte auf derselben Fläche – landwirtschaftliche Erzeugnisse und Solarstrom. Dies führt zu einer deutlich effizienteren Landnutzung. Gleichzeitig können die Solarmodule die angebauten Kulturen vor extremen Wetterereignissen wie Hagel, Starkregen oder übermäßiger Sonneneinstrahlung schützen, was die Ernteerträge stabilisieren und die Resilienz gegenüber dem Klimawandel erhöhen kann.

Für Landwirte eröffnet die Stromerzeugung eine zusätzliche, diversifizierte Einkommensquelle. Dies stärkt die wirtschaftliche Stabilität der Betriebe, ohne die landwirtschaftliche Produktion aufgeben zu müssen. Während Projekte dieser Größenordnung für die Energiewende entscheidend sind, lässt sich das Prinzip der Energieerzeugung auch im privaten Bereich umsetzen. Hausbesitzer können mit PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets einen wichtigen Schritt in Richtung Energieautarkie machen. Auch für Mieter und Wohnungseigentümer gibt es zugängliche Lösungen wie Balkonkraftwerke mit Speicher oder kompakte Balkonkraftwerke ohne Speicher, um sich an der Energiewende zu beteiligen.

Herausforderungen und Lösungen für Agri-PV in Niedersachsen

Trotz der offensichtlichen Vorteile gibt es bei der Umsetzung von Agri-PV-Projekten noch Hürden. Dazu zählen komplexe rechtliche Rahmenbedingungen und die anfänglich hohen Investitionskosten. Die niedersächsische Landesregierung plant, diesen Herausforderungen aktiv zu begegnen, indem bürokratische Prozesse vereinfacht und Genehmigungsverfahren beschleunigt werden.

Durch die Schaffung klarer rechtlicher Grundlagen und die Bereitstellung gezielter Fördermittel sollen die Investitionskosten für Landwirte gesenkt werden. Finanzielle Anreize sollen Betriebe ermutigen, in diese zukunftsfähige Technologie zu investieren, was sowohl die Energiewende voranbringt als auch die landwirtschaftlichen Betriebe stärkt.

Zukunft der Agri-PV-Anlagen in Niedersachsen mit Förderung

Die Perspektiven für Agri-Photovoltaik in Niedersachsen sind vielversprechend. Mit starker politischer Unterstützung und dem wachsenden Interesse der Landwirtschaft könnten diese Anlagen in den kommenden Jahren zu einer zentralen Säule der Energieversorgung des Bundeslandes werden.

Das Pilotprojekt in Dörverden-Stedorf ist mehr als nur ein Kraftwerk; es ist ein konkretes Beispiel dafür, wie die Ziele von Klimaschutz, Energieerzeugung und Landwirtschaft erfolgreich in Einklang gebracht werden können. Niedersachsen demonstriert damit, wie innovative Lösungen die Energieversorgung nachhaltig gestalten und einen wichtigen Beitrag für eine grüne Zukunft leisten können.

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