Agri-PV Anlagen Oberschwaben: Baustart 2024 für zukunftsweisendes Projekt

In Böhringen, einem Stadtteil von Römerstein im Landkreis Reutlingen, hat der Bau einer wegweisenden Agri-Photovoltaik-Anlage (Agri-PV) begonnen. Das Projekt ist Teil einer größeren Initiative in Süddeutschland und kombiniert auf innovative Weise Landwirtschaft mit der Erzeugung von Solarenergie, um die zunehmende Flächenkonkurrenz zu entschärfen.

Agri-PV Anlagen in Oberschwaben: Landwirtschaft und Energie vereint

Das von der Firma solmotion realisierte Projekt in Böhringen ist eine von drei neuen Agri-PV-Anlagen, die das Unternehmen in der Region errichtet. Weitere Standorte befinden sich in Bad Waldsee und Kißlegg. Zusammen werden die drei Anlagen eine Gesamtleistung von über 15 Megawatt (MW) erreichen.

Die Anlage in Böhringen allein wird über eine Spitzenleistung von rund 4,6 Megawatt (MWp) verfügen und auf einer landwirtschaftlichen Fläche von 8,5 Hektar installiert. Auf dieser Fläche werden weiterhin Kulturen wie Getreide, Kartoffeln und Mais im Streifenanbau angebaut. Die technische Konzeption sieht vor, dass die über 7.200 Solarmodule auf einer nachgeführten Aufständerung montiert werden. Dies ermöglicht es den Modulen, dem Sonnenverlauf zu folgen, und sichert gleichzeitig durch ausreichende Höhe und Reihenabstände die Durchfahrt für landwirtschaftliche Maschinen.

Agri-PV Baustart 2024: Energiekonzepte und technische Details

Anstelle einer starren Ausrichtung nutzt die Anlage in Böhringen ein nachgeführtes Montagesystem, um den Energieertrag über den Tag zu maximieren. Dieser technische Ansatz sorgt für eine gleichmäßigere Stromproduktion von den Morgen- bis zu den Abendstunden. Das Unternehmen rechnet mit einem jährlichen Energieertrag von circa 5.836 Megawattstunden (MWh), was rechnerisch ausreicht, um rund 1.700 Durchschnittshaushalte mit Strom zu versorgen.

Ein Teil der erzeugten Energie soll direkt vor Ort für landwirtschaftliche Prozesse wie die Bewässerung genutzt werden. Ergänzt wird das Konzept durch passende Batteriespeichersysteme, um die Energieeffizienz weiter zu steigern. Der überschüssige Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist und stärkt so die regionale Energieversorgung. Dieser Ansatz, Erzeugung und Speicherung zu kombinieren, gewinnt auch im privaten Sektor an Bedeutung, wo immer mehr Hausbesitzer auf komplette PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets setzen, um ihre Unabhängigkeit zu erhöhen.

Ziele und Chancen von Agri-PV Projekten in Oberschwaben

Das Hauptziel der Anlage ist es, die praktische Machbarkeit und die wirtschaftlichen Vorteile der Agri-Photovoltaik zu demonstrieren. Solche Projekte sind entscheidend, um die Akzeptanz für die Doppelnutzung von Agrarflächen zu steigern. Sie bieten Landwirten eine zusätzliche Einnahmequelle und leisten gleichzeitig einen Beitrag zur Energiewende.

Bemerkenswert ist, dass der Bau der Anlagen trotz politischer Hürden und einer noch ausstehenden beihilferechtlichen Genehmigung durch die EU vorangetrieben wird. Dies unterstreicht das Engagement des Unternehmens, die Technologie auch ohne vollständige staatliche Förderinstrumente wirtschaftlich zu realisieren. Die praktische Umsetzung in Böhringen ergänzt die intensive Forschungsarbeit in Baden-Württemberg, wo beispielsweise die Agri-Photovoltaik Forschung in Hohenheim (BW) eine neue Anlage erhalten hat, um grundlegende Daten zu sammeln.

Agri-PV in Oberschwaben: Ausblick auf die Zukunft

Projekte wie das in Böhringen könnten zum Vorbild für viele weitere Regionen in Deutschland werden. Baden-Württemberg hat sich hierbei als ein Zentrum für Innovation etabliert, was auch die Eröffnung eines neuen Zentrums für Agri-PV Forschung in Hohenheim (Baden-Württemberg) belegt. Die Technologie hat das Potenzial, die Energieversorgung zu dezentralisieren und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen signifikant zu verringern.

Die Forschung untersucht dabei vielfältige Anwendungsbereiche, von klassischen Ackerkulturen bis hin zu Spezialkulturen, wie die neue Forschung zu Agri-Photovoltaik für Beeren in Baden-Württemberg zeigt. Diese wissenschaftliche Begleitung ist entscheidend, um die Wechselwirkungen zwischen den Solarmodulen und dem Pflanzenwachstum zu optimieren, wie es auch die neue Agri-Photovoltaik Forschungsanlage in Baden-Württemberg im Weinbau zum Ziel hat.

Während große Anlagen wie in Böhringen das Rückgrat der Energiewende bilden, kann auch im Kleinen ein Beitrag geleistet werden. Lösungen wie ein Balkonkraftwerk ohne Speicher oder fortschrittlichere Balkonkraftwerke mit Speicher ermöglichen es auch Mietern und Wohnungseigentümern, sich aktiv an der Erzeugung sauberer Energie zu beteiligen. Die neue Agri-Photovoltaik Forschung der Uni Hohenheim für die Energiewende zeigt, dass innovative Ansätze auf allen Ebenen erforderlich sind, um die Klimaziele zu erreichen.

Haftungsausschluss / Disclaimer: Die hier veröffentlichten Informationen stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen. Photovoltaik.info übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Inhalte. Sollten Sie falsche oder irreführende Informationen entdecken, kontaktieren Sie uns bitte, damit wir diese überprüfen und gegebenenfalls korrigieren können.
Teile diesen Beitrag