Agri Photovoltaik Seminar in Rheinland-Pfalz zeigt neue Wege

Agri Photovoltaik in Rheinland-Pfalz: Chancen durch doppelte Ernte

Die Kombination von Landwirtschaft und Energieerzeugung auf derselben Fläche, bekannt als Agri-Photovoltaik (Agri-PV), gewinnt als Lösungsansatz für die Herausforderungen der Energiewende und des Flächenverbrauchs zunehmend an Bedeutung. Eine Fachveranstaltung in Rheinland-Pfalz beleuchtete kürzlich die Potenziale und Hürden dieser Technologie. Das Thema bleibt aktuell: Für den 29. Oktober 2025 planen die Energieagentur Rheinland-Pfalz und die Landwirtschaftskammer ein weiteres Online-Seminar, um insbesondere Kommunen über die Chancen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu informieren.

Agri-Photovoltaik als Lösung für Flächenkonflikte in Rheinland-Pfalz

Ein von der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz auf dem Gelände der Hochschule Geisenheim organisiertes Seminar hat die Potenziale der Agri-Photovoltaik für Landwirte und Kommunen in den Fokus gerückt. Wie die Rhein-Zeitung berichtete, ermöglicht Agri-PV die gleichzeitige Nutzung von Acker- und Grünlandflächen für den Anbau von Nahrungsmitteln und die Erzeugung von Solarstrom.

Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr, unterstrich bei der Veranstaltung die Relevanz der Technologie für den Ausbau erneuerbarer Energien. Sie biete eine intelligente Lösung für die zunehmende Konkurrenz um Landflächen. Während Agri-PV die Landwirtschaft revolutioniert, finden ähnliche innovative Ansätze auch im privaten Bereich Anwendung, etwa durch die Integration von Solarmodulen in Fassaden oder auf Balkonen, um den Eigenverbrauch von Solarstrom zu maximieren.

Wirtschaftliche Vorteile und neue Gesetze für Agri-PV

Dass Agri-PV bereits heute wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll sein kann, zeigt das Beispiel der Firma Next2Sun in Lautersheim. Auf einer Fläche von 11,8 Hektar wurden senkrecht ausgerichtete, bifaziale PV-Module installiert. Diese erzeugen jährlich rund 8 Millionen Kilowattstunden Strom, vor allem in den Morgen- und Abendstunden, wenn der Strombedarf hoch ist. Die Flächen zwischen den Modulreihen bleiben für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung mit Standardmaschinen vollständig nutzbar.

Um solche Projekte zu fördern, hat die Bundesregierung im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und jüngster Gesetzespakete wie dem „Solarpaket I“ die rechtlichen Rahmenbedingungen verbessert. So wurde die Förderfähigkeit von Agri-PV-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen, einschließlich solcher in von der EU als benachteiligt eingestuften Gebieten, erweitert. Laut Dr. Wissing eignen sich dadurch in Rheinland-Pfalz theoretisch rund 50 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen für Agri-PV. Ähnlich wie die Bundesregierung Anreize für große Agri-PV-Projekte schafft, profitieren auch Privatpersonen von Förderungen und vereinfachten Regelungen. So wird nicht nur die großflächige Energiewende vorangetrieben, sondern auch die dezentrale Stromerzeugung durch Balkonkraftwerke ohne Speicher für Mieter und Wohnungseigentümer immer attraktiver.

Herausforderungen und Lösungsansätze aus dem Agri Photovoltaik Seminar

Trotz der positiven Aussichten bleiben Herausforderungen bestehen. Ein zentrales Thema des Seminars war die technische und wirtschaftliche Integration von Agri-PV in bestehende landwirtschaftliche Betriebe. Hohe Anfangsinvestitionen, die Anpassung von landwirtschaftlichen Maschinen und die Sicherstellung der Netzanschlusskapazitäten sind Hürden, die es zu überwinden gilt.

Eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung kommt den Kommunen zu, die über die Bauleitplanung die Ausweisung geeigneter Flächen steuern. Die Teilnehmer der Veranstaltung waren sich einig, dass eine erfolgreiche Implementierung nur durch eine enge Kooperation zwischen Landwirten, Energieunternehmen, Kommunen und der Forschung gelingen kann. Für Hausbesitzer, die eine umfassende Lösung anstreben, ist ebenfalls eine sorgfältige Planung entscheidend, um den Eigenverbrauch zu maximieren. Moderne PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets bieten hierfür eine integrierte Basis, während Balkonkraftwerke mit Speicher auch Mietern ermöglichen, ihren eigenen Solarstrom rund um die Uhr zu nutzen.

Das Seminar verdeutlichte, dass Agri-Photovoltaik ein vielversprechendes Modell ist, um die Ziele der Energie- und Agrarwende in Einklang zu bringen. Mit den richtigen gesetzlichen Rahmenbedingungen und einer engen Zusammenarbeit aller Akteure kann die Technologie in Rheinland-Pfalz und deutschlandweit einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Flächennutzung leisten.

Haftungsausschluss / Disclaimer: Die hier veröffentlichten Informationen stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen. Photovoltaik.info übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Inhalte. Sollten Sie falsche oder irreführende Informationen entdecken, kontaktieren Sie uns bitte, damit wir diese überprüfen und gegebenenfalls korrigieren können.
Teile diesen Beitrag