Agri-Photovoltaik Forschung: Uni Hohenheim startet Projekt in Hessen

Agri-Photovoltaik Forschung in Hessen: Projekt der Uni Hohenheim

Die Universität Hohenheim hat in Zusammenarbeit mit Partneruniversitäten ein Forschungsprojekt in Hessen initiiert, um die Synergien zwischen Landwirtschaft und Photovoltaik zu erforschen. Das Vorhaben soll neue Wege für eine effizientere und nachhaltigere Landnutzung aufzeigen und wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert.

Was bedeutet Agri-Photovoltaik?

Agri-Photovoltaik (Agri-PV) ist ein innovatives Konzept, das die gleichzeitige Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen für den Anbau von Nutzpflanzen und die Erzeugung von Solarstrom ermöglicht. Dieser Ansatz der Doppelnutzung soll den zunehmenden Flächenkonflikt zwischen Landwirtschaft und dem Ausbau erneuerbarer Energien entschärfen.

Um das Potenzial dieser Technologie systematisch zu untersuchen, hat die Universität Hohenheim in Kooperation mit der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Universität Kassel ein neues Forschungsprojekt in Hessen gestartet. Das Vorhaben wird vom BMEL mit 1,3 Millionen Euro gefördert und ist bis Oktober 2026 angesetzt. Die Universität Hohenheim ist in diesem Bereich eine führende Institution, was auch die Eröffnung eines spezialisierten Forschungszentrums unterstreicht. Mehr Informationen dazu finden Sie im Beitrag Neues Zentrum: Agri-PV Forschung in Hohenheim (Baden-Württemberg).

Das Hauptziel des Projekts in Hessen ist die detaillierte Analyse der Wechselwirkungen zwischen den Solarmodulen und den darunter angebauten Pflanzen. Laut Projektleiterin Dr. Karin Ulrichs von der Universität Hohenheim sollen verschiedene Anlagenkonzepte getestet werden. Dazu gehören hoch aufgeständerte PV-Anlagen, die die Durchfahrt von Landmaschinen erlauben, fest installierte sowie nachführbare Module und Systeme, die in Reihen mit offenen Anbauflächen dazwischen angeordnet sind. So soll ermittelt werden, welche Konfigurationen den Pflanzenbau am wenigsten beeinträchtigen und gleichzeitig einen hohen Energieertrag liefern.

Agri-Photovoltaik als nachhaltige Landwirtschaft: Forschung der Uni Hohenheim

Ein zentraler Aspekt des Forschungsprojekts ist die Nachhaltigkeit. Agri-PV kann einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten, ohne wertvolle Ackerflächen vollständig der Nahrungsmittelproduktion zu entziehen. Durch die doppelte Flächennutzung wird nicht nur der Bedarf an erneuerbarer Energie gedeckt, sondern auch die landwirtschaftliche Produktion potenziell widerstandsfähiger gemacht, etwa durch den Schutz der Pflanzen vor extremen Wetterereignissen wie Hagel oder starker Sonneneinstrahlung.

Die Forscher untersuchen zudem die ökologischen und wirtschaftlichen Effekte. Analysiert werden unter anderem die Auswirkungen auf Bodenqualität, Wasserhaushalt und Biodiversität. Gleichzeitig wird die Rentabilität der verschiedenen Systeme bewertet, um Landwirten eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten. Die Relevanz dieser Technologie zeigt sich auch in spezialisierten Anwendungsfeldern, wie etwa bei der Integration in ökologische Landwirtschaftsbetriebe. Ein Beispiel hierfür ist das Projekt Agri-PV für Bio Betriebe: Karlsruhe 2025 setzt auf Doppelnutzung.

Agri-Photovoltaik: Wie die Forschung in Hessen die Landwirtschaft verändert

Die Ergebnisse des Projekts könnten weitreichende Folgen für die Agrar- und Energiepolitik in Deutschland haben. Sollte sich die Agri-PV als wirtschaftlich und ökologisch vorteilhaft erweisen, könnte sie zu einem Standardbaustein einer modernen, nachhaltigen Landwirtschaft werden. Die Technologie trägt dazu bei, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und die Klimaziele zu erreichen.

Das Forschungsvorhaben in Hessen ist dabei kein Einzelfall. Deutschlandweit erkennen immer mehr Bundesländer die Chancen dieser Technologie. So startet beispielsweise auch Rheinland-Pfalz 2025 ein Modellprojekt mit Förderung, um die praktische Anwendung voranzutreiben. Die Forschung in Hohenheim, die durch eine neue Anlage für Agri-Photovoltaik weiter gestärkt wird, hat dabei nationale Bedeutung. Passend zum Projektstandort in Hessen hat das Land zudem Initiativen gestartet, um Bürger über Solarenergie zu informieren, wie die Solaroffensive Hessen 2025 zeigt.

Während Agri-PV eine Lösung für die großflächige Energieerzeugung darstellt, können auch Privatpersonen einen Beitrag zur Energiewende leisten. Für Hausbesitzer und Mieter gibt es mittlerweile vielfältige Möglichkeiten, eigenen Solarstrom zu erzeugen. Die Optionen reichen von einfachen Balkonkraftwerken ohne Speicher bis hin zu Balkonkraftwerken mit Speicher, die eine höhere Unabhängigkeit vom Stromnetz ermöglichen. Für Eigenheimbesitzer bieten sich umfassende PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets an, um den Eigenverbrauch zu maximieren.

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