Agri-Photovoltaik Forschung in Hohenheim (BW) erhält neue Anlage

Ausbau der Agri-Photovoltaik Forschung in Hohenheim

Die Universität Hohenheim hat eine neue Forschungsanlage für Agri-Photovoltaik (Agri-PV) eingeweiht, um die kombinierte Nutzung von Ackerflächen für Landwirtschaft und Solarstromerzeugung weiter zu untersuchen. Die Anlage am Ihinger Hof in Renningen ist ein zentraler Baustein, um Lösungen für die zunehmende Flächenkonkurrenz zu entwickeln und die Landwirtschaft widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen.

Agri-PV bezeichnet die Installation von Photovoltaik-Modulen über oder zwischen landwirtschaftlichen Kulturen. Dieses Konzept ermöglicht eine doppelte Ernte: Nahrungsmittel und klimafreundliche Energie von derselben Fläche. Das neue Zentrum für Agri-PV Forschung in Hohenheim (Baden-Württemberg) wird durch das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg gefördert und ist Teil der „Modellregion Agri-PV Baden-Württemberg“. Laut Landwirtschaftsminister Peter Hauk ist die Technologie ein wichtiger Baustein, um die Klimaziele zu erreichen und gleichzeitig die landwirtschaftliche Produktion zu sichern.

Neue Großanlage für flexible Agri-PV Tests in Baden-Württemberg

Die neue Forschungsanlage in Renningen erstreckt sich über eine Ackerfläche von 3.600 Quadratmetern. Im Gegensatz zu kleineren Testaufbauten handelt es sich hierbei um eine hochaufgeständerte Konstruktion, bei der die Solarmodule auf bis zu zehn Meter hohen Stahlträgern montiert sind. Dies ermöglicht den uneingeschränkten Einsatz von landwirtschaftlichen Standardmaschinen unter den Modulen.

Mit einer Nennleistung von 218 Kilowatt-Peak (kWp) wird ein jährlicher Stromertrag von rund 200.000 Kilowattstunden erwartet. Diese Energie kann direkt vor Ort genutzt oder ins Netz eingespeist werden. Das Hauptziel der Forschung ist es, die Wechselwirkungen zwischen den Solarmodulen und verschiedenen Ackerbaukulturen zu analysieren. Ein interdisziplinäres Team untersucht, wie sich die teilweise Beschattung auf das Pflanzenwachstum, die Ernteerträge und die Bodenqualität auswirkt. Die Forscher wollen auf dieser Basis angepasste Pflanzensorten, optimierte Fruchtfolgen und praktische Handlungsempfehlungen für Landwirte entwickeln.

Agri-Photovoltaik: Potenzial für Landwirtschaft in Baden-Württemberg

Die Agri-Photovoltaik bietet erhebliches Potenzial, um die deutsche Landwirtschaft zukunftsfest zu machen. Landwirte können durch die zusätzliche Stromproduktion ein zweites wirtschaftliches Standbein aufbauen und ihre Betriebe unabhängiger von externen Energieversorgern machen. Gleichzeitig können die Solarmodule die Pflanzen vor extremen Wetterereignissen wie Hagel, Starkregen oder übermäßiger Sonneneinstrahlung schützen und so Ernteausfälle reduzieren.

Die Forschung in Hohenheim ist dabei von nationaler Bedeutung. Auch andere Bundesländer erkennen die Chancen dieser Technologie, so gibt es beispielsweise Initiativen, bei denen NRW Agri-PV-Projekte fördert, und auch in Mecklenburg-Vorpommern gibt es eine neue Förderung für Agri-PV Anlagen. Die Vielseitigkeit der Anwendung zeigt sich in spezifischen Forschungsprojekten wie der Agri-Photovoltaik für Beeren, wo die Schutzfunktion der Module besonders vorteilhaft ist. Dass die Technologie bereits in der Praxis ankommt, belegt das zukunftsweisende Agri-PV Projekt in Veringenstadt (BW).

Während Landwirte mit großen Anlagen zur Energiewende beitragen, können auch Privatpersonen im Kleinen aktiv werden. Die Installation von PV-Anlagen mit Speicher und Montagesets auf dem eigenen Dach oder die Nutzung von Balkonkraftwerken mit Speicher ermöglichen es Hausbesitzern und Mietern, eigenen Solarstrom zu erzeugen und so einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

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